Newsletter Mai 2026

/ April 30, 2026

Liebe Lesende,

unter Viktor Orbán hat sich Ungarn über Jahre hinweg immer mehr zum Gegenmodell der liberalen Demokratie entwickelt. Erfolgreich gelang es nationalen und konservativen Kräften, Gesellschaft und Staat sukzessive zu unterwandern und wichtige Entscheidungen – beispielsweise zu Ukranie-Hilfen – auf EU-Ebene zu blockieren. 

Umso erfreulicher ist die jüngste Wahlniederlage von Orbán und seiner Fidesz-Partei. Trotz des vorausgegangenen Umbaus des Wahlsystems zu Orbáns Gunsten hat die Wahl gezeigt, dass sich rechtspopulistische Politiker wie Orbán nicht zwangsläufig gegen demokratische Strukturen durchsetzen können. Es besteht Hoffnung, dass sich Ungarn unter dem neuen konservativen Ministerpräsidenten Péter Magyar nun proeuropäischer und vor allem prodemokratischer entwickeln wird.

Gleichzeitig bleibt es wichtig, die Entwicklung in Ungarn weiter im Blick zu behalten. Bei Péter Magyar handelt es sich um einen Kandidaten, der sich bisher weder für die Rechte der Queer-Community eingesetzt noch eine Wende in der Migrationspolitik angekündigt hat. Mit seiner martialischen Grenzpolitik und dem ‚Propaganda-Gesetz‘ – welches jüngst vom EuGH als diskriminierend und rechtswidrig eingestuft wurde – bleibt Ungarn eines der queerfeindlichsten und migrationskritischsten Länder Europas. Der weitere Weg des Landes wird – auch mit Blick auf Trump und die USA – zeigen, inwiefern ein Land mit politisch instrumentalisierten Richtern und Beamten den Wandel von einer illiberalen zurück zu einer demokratischen Gesellschaft bestreiten kann.

Einsendungen für den nächsten Newsletter bitte bis 30.05.2026 an newsletter@engagiertewissenschaft.de

Eine anregende Lektüre wünscht

die Newletter-Redaktion

Aus dem Verein

Call for Papers

Nachlesen / Nachhören / Nachschauen

Neuerscheinungen

Stellenausschreibungen

Veranstaltungen

Sonstiges

Share this Post