chronik.LE Pressemitteilung 11.09.2020: Eröffnung eines Neonazi-Kampfsportgyms in Taucha angekündigt

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Am Dienstag (08.09.) kündigte der Neonazi Benjamin Brinsa, ein bekannter MMA-Kämpfer und Trainer des „Imperium Fight Teams“, an innerhalb der nächsten Woche eine neue Trainingsstätte in Taucha eröffnen zu wollen. Brinsa kann auf eine lange Karriere in der Hooligan- und Neonaziszene zurückblicken. Bei Lok Leipzig gehörte er zu den zentralen Akteur_innen der teilweise neonazistischen Anhänger_innenschaft. 2013 platze ein Profivertrag mit dem weltweit größten MMA-Veranstalter „Ultimate Fighting Championship“ aufgrund seiner neonazistischen Verstrickungen. Seit 2019 sitzt er für die rechte Wutbürgervereinigung „Neues Forum für Wurzen“ im Wurzener Stadtrat.

In dem von Hooligans gegründeten „Imperium Fight Team“ trainieren bis heute bekannte Neonazis. Mehrere Kämpfer sind aktuell für den Angriff auf den Leipziger Stadtteil Connewitz im Januar 2016 angeklagt. Ein mutmaßlicher Täter des rassistischen Angriffs auf einen Schwarzen Türsteher auf Mallorca im Juni 2019 trainierte ebenfalls beim „Imperium Fight Team“. Dazu Steven Hummel, Pressesprecher von chronik.LE: „Beim Imperium Fight Team geht es nicht lediglich um den Sport, hier trainieren Neonazis für den Straßenkampf. Die gezielten Angriffe auf Menschen, welche nicht in das Weltbild der Neonazis passen sprechen hier eine deutliche Sprache.“

In Taucha lässt sich seit längerem eine rechte Raumnahme beobachten. So dokumentierte chronik.LE in den letzten beiden Jahren knapp 40 neonazistische und rechte Vorfälle in der Stadt. Dazu Steven Hummel: „Die junge Neonaziszene in Taucha überzieht die Stadt seit mindestens zwei Jahren mit neonazistischer Propaganda. Dabei beziehen sie sich mit Slogans wie ‚NS-Zone‘ und ‚NS jetzt‘ positiv auf den historischen Nationalsozialismus. Sie schrecken auch vor persönlichen Bedrohungen nicht zurück.“ Hummel weiter: „Mit dem Zuzug eines explizit rechten Kampfsportgyms ist davon auszugehen, dass sich die Situation vor Ort weiter zuspitzt. Es ist zu befürchten, dass die neonazistische Szene aus Taucha körperliche Gewalt nicht nur professionell erlernt, sondern diese auch gezielt gegen Menschen welche nicht in ihr Weltbild passen einsetzt. Es ist wichtig, dass sich die Taucher Stadtgesellschaft aktiv mit dem neuen Problem in der Stadt auseinandersetzt und nicht wegschaut.“

Für Rückfragen:
Steven Hummel
chronik.le@engagiertewissenschaft.de