November 2017

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Liebe Leser_innen,

das EnWi-Newsletterteam hat wieder fleißig Veranstaltungstipps für euch gesammelt, sodass ihr mitunter die Qual der Wahl habt: gehe ich heute zum Vortrag oder doch lieber ins Kino? Auf alle Fälle findet ihr ausreichend Gelegenheiten vor, dem stürmisch-nassen Wetter samt November-Melancholie zu entrinnen, ohne zur daheimgebliebenen Couchpotato zu mutieren.

Wir legen euch beispielsweise die Veranstaltungen des No Compact-Aktionsbündnisses in Leipzig ans Herz, in denen ihr euch über den hier am 25. November stattfindenden rechtspopulistischen Kongress des Querfront-Magazins Compact informieren könnt.

Und allen Teilnehmern der Antifaschistischen Kostüm-Demo am 31. Oktober: viel Spaß!

Wir wünschen euch eine angenehme Lektüre,
euer Newsletterteam.

Leipzig
02.11.: "Felicita Reuschling: Kommunistka. Die Utopie der Revolution von Geschlechter-, Liebes- und Reproduktionsverhältnissen"
02.11.: Film & Gespräch: "Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot."
02.11.: FIlm: "Wovon träumt das Internet?"
02.11.: Lesung/Gespräch: "Fat Acceptance. Positionen und Praxen einer körperpolitischen Bewegung"
02.11.: Podiumsdiskussion: "Superwahljahr 2017 - Wohin treibt Europa?"
03.11.: Vortrag/Diskussion: "Inter* - politische Kämpfe und Entwicklungen. Eine Einführung"
04.11.: Seminar: "Lektürekurs: Linke Kritik am Bolschewismus"
06.11.: "Gesprächsangebot von Out of Action"
06.11.: Podiumsdiskussion: "Was macht die Bundeswehr in Mali?"
07.11.: "Felix Klopotek: Mit Marx gegen Lenin - Das Verhältnis des Rätekommunismus zur Oktoberrevolution"
08.11.: Info-Veranstaltung: "Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!"
09.11. Vortrag: Militär, Männlichkeit, Gender - die Geschlechterperspektive und Frieden
09.11.: Film: "Code of survival - Das Ende der Gentechnik"
09.11.: Podiumsdiskussion: "Geh sterben du Opfer - Wer Wie Was Hate Speech"
09.11.: Vortrag/Diskussion: "No Compact... Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact"
10.11. (deadline): Seminar: "Empowerment-Training"
10.11.: Fachkonferenz: "Medien, Migration und Integration: Der Weg zu einer inklusiven Gesellschaft?!?"
10.11.: Film: "Im Inneren Kreis"
11.11.: "Öffentliche Führung durch die Gedenkstätte für Zwangsarbeit"
12.11.: "'500 Jahre Revolte'. Reformation und Bauernkrieg"
12.11.: Film & Gespräch: "Sins Invalid + Nexos"
12.11.: Finissage & Film: Malerei Hartmut Kiewert & "THE END OF MEAT"
13.11.: Ausstellungseröffnung: "'Vergessene Geschichte' - Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland"
14.11.: "Olaf Kistenmacher: 'Stille Pogrome'? Judenfeindschaft in Russland nach der Oktoberrevolution"
15.11.: "Philipp Eichhorn: 'Wir haben einen Abgrund an Landesverrat im Lande.' Antikommunismus als Vergesellschaftung der BRD"
15.11.: Film & Gespräch: "The Antifascists"
15.11.: Film: "Die immer noch vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges"
15.11.: Thomasius-Club: "Stefan Höhne - Untergrund"
16.11.: Film/Gespräch: "For all the world to see"
16.11.: Vortrag/Diskussion: "Kompetenzfetisch und Inklusionswahn. Zur Kritik der neuen Lernkultur"
16.11.: Vortrag: "Gefallen – Gefangen – Begraben – Repatriiert. Vergessene oder erinnerte Verbrechen an sowjetischen Kriegsgefangenen"
17.-19.11.: MitMachKonferenz: "Für den Wandel sorgen. Degrowth"
17.11.: Vortrag: "Von Lateinamerika lernen?"
20.11.: "Hannes Gießler Furlan: Von der Oktoberrevolution zum Stalinismus – die ursprüngliche Akkumulation"
21.11.: Film & Einführung: "Pelo Malo"
23.11.: "Rote Couch: Was bleibt? Oktoberevolution – Kritik – Politische Praxis?"
23.11.: Gespräch zu Querfront-Strategien der neuen Rechten
23.11.: Vortrag/Gespräch: "Ohne Ort in der Welt - Hannah Arendt über Flüchtlinge und Staatenlosigkeit"
24./25.11.: "Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Stadt mit Vielfalt für alle gestalten"
25.11.: Demo: "Gemeinsam gegen das PKK Verbot!"
25.11.: Film & Gespräch: "El Mar La Mar"
28.11.-08.12.: Medienwoche "Courage leben - Gegen Rassismus und Antisemitismus"
29.11.: Vortrag/Diskussion: "'Hinter verschlossenen Türen'. Halbierte Demokratie?"
29.11.: Vortrag/Diskussion: "Gefahrengebiete, gefährliche Orte & Kontrollbereiche. Zur Praxis
30.11.: Info-Veranstaltung: "Hey there! I am using…"
31.10.: Demo: "Welcome to Helloween – Faschist*innen das Fürchten lehren!"
Rest der Welt
03./04.11.: Konferenz: "Genug für alle? Entwicklungspolitische Konferenz", Chemnitz
07.-15.11.: "MOVE IT! Filmfestival für Menschenrechte und Entwicklung", Dresden
11.11.: Symposium: "Der Staat und die Linke", Chemnitz
17./18.11.: "RENN.tage Berlin 2017"
17./18.11.: Qualifizierungsreihe für (migrantische) Referenten: "Projektförderung und Antragsübersicht", Chemnitz
22./23.11.: Fachtagung: "Polizei und Rechtsextremismus – zur Vermessung eines schwierigen Feldes", Tutzing
24./25.11.: "Herbst_LiMA", Berlin
24.11. (deadline).: Fachtagung: "Grenzenloser Salafismus - Grenzenlose Prävention?", Mannheim
Neuerscheinungen
Neue Ausgabe des Forschungsjournals NSB: Neue Normalität? Der aufhaltsame Aufstieg des Rechtspopulismus
Publikation: "No Humboldt 21! Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum"
Sozial.Geschichte online #21 erschienen
Zeitschrift: APuZ 42-43: (Anti-)Faschismus
Zeitschrift: iz3w 363: "Gegen sexualisierte Gewalt. Schreit auf!"
Zeitschrift: Südlink 181: "Soziale Ungleichheit: Wenn die Reichen immer reicher werden"
Zeitschrift: Tsveyfl #1: "Anarchismus & Menschenrechte"
CfPs und Stellenausschreibungen
10. Januar (deadline): 4 Promotionsstipendien der FES zur "„Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“
15.11. (deadline): WiMi 50% u.a. im Bereich antimuslimische Rassismusforschung
CfP (deadline: 01.12.2017): "Uncanny Futures: Speculative Ecologies of Waste"
CfP: "Degrowth Economies as Transitional Geographies?"
CfP: kritische berichte 3/2018: „Vakanz: Ästhetiken und Semantiken architektonischen Leerstands“
CfP: Zeitschrift: PROKLA 191: "Zur (neuen) Wohnungsfrage"
Save the date: "10. Doktorand*innen-Workshop Ethnografische Forschung", Freiburg

31.10.: Demo: "Welcome to Helloween – Faschist*innen das Fürchten lehren!"

16:30 Uhr, Leipzig, An der Bibliothek der HTWK Leipzig (Gustav-Freytag-Straße)

Antifaschistische Kostüm-Demo

Es ist Halloween und wir rufen alle kleinen und großen Geister, alle Spukgeplagten und alle Mutigen auf, zusammen zu kommen und in schauerlichen Zeiten mächtig für bunte Bambule zu sorgen. Mit einer kraftvollen Demonstration werden wir völkische Geister das Fürchten lehren. Wir werden gruseln und spuken und menschenfeindliche Ideologien in das Geisterreich verbannen, in das sie gehören. Mit unseren Rufen und Bäuchen voller Süßigkeiten wollen wir aber auch unseren heiß geliebten kleinen Geist der Albernheit pflegen. Wir wollen uns in die Arme fallen und unsere Solidarität und unseren Mut feiern. Die können wir nämlich noch brauchen, wenn faschistische Einstellungsmuster mit den Ketten rasseln und uns die schlimme Alltäglichkeit zum Verzagen zwingen will.

Die höllischen Zustände hier auf Erden zeigen so vielfältige Gesichter wie die Spukgespenster, die unsere Albträume bereisen. Sie offenbaren sich, wenn faschistische Zombiemärsche durch die Städte ziehen. Sie kommen hervor, wenn Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und Angst um ihre Existenz haben müssen. Die Hölle, das sind die Ecken, in denen rassistische Pöbler*innen lauern. Sie wird für diejenigen zur Realität, die sich nach Zeltstadt, Bürokratiedschungel und Repression in einem Abschiebeflieger wiederfinden. Sie tut sich für all die Menschen auf, die nach sozialen Protesten im Hexenkessel von Polizei und Justiz schmoren.

Wir wollen kein Standardbild der Hölle zeichnen, denn was uns Angst bereitet, ist genauso verschieden wie wir selber. Wir nehmen diese realen Gefahren ernst und treten ihnen entschlossen entgegen!

Eine Veranstaltung von: Antifaschistische Herzigkeit

Weitere Infos unter: http://herzigkeit161.de/helloween
Kontakt: herzigkeit161@systemli.org

02.11.: Film & Gespräch: "Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma'abarot."

19:30 Uhr
(Israel/Deutschland, 2013, 95 Min.)

Filmvorführung und Gespräch mit Katharina Rhein und Adrian Oeser von der Film-Crew Docview

Der Film erzählt die Lebensgeschichten von fünf Personen, die zwei Dinge teilen: Sie alle sind als Kinder in Deutschland geboren und aufgewachsen und wurden als Juden und Jüdinnen ab 1933 von den Nazis verfolgt - und sie alle leben im gemeinschaftlich-sozialistisch organisierten Kibbuz Ma'abrot in Israel.

Über drei Jahre hat die Projektgruppe Docview an dem Film gearbeitet, dabei reiste sie zweimal nach Israel, um Interviews zu führen und Aufnahmen zu machen. Die Gruppe hat dabei komplett ehrenamtlich gearbeitet und das mit einer für die Filmbranche ungewöhnlichen Arbeitsweise - nämlich basisdemokratisch organisiert.

Docview sind: Jaška Klocke, Jonas Meurer, Adrian Oeser, Katharina Rhein, Claudia Sebestyen und Julian Volz, unter Mitarbeit von Till Steinberger.

In Kooperation mit dem Conne Island. Einlass ab 19:00 Uhr.

Conne Island, Koburger Straße 3 (Leipzig-Connewitz)
Bus 70 (Koburger Brücke), Tram 9, 10, 11 (Connewitz Kreuz)

Mehr Info hier.

02.11.: Lesung/Gespräch: "Fat Acceptance. Positionen und Praxen einer körperpolitischen Bewegung"

19:00 Uhr

ANNE SOPHIE MENZINGER

Körperfett ist längst nicht mehr, wie bis Ende des 19. Jahrhundert, ein Symbol für Reichtum und Erfolg, sondern wurde zur Jahrhundertwende mit negativen Attributen verbunden, während Dünnsein im puritanischen Sinne mit Fleiß, Reinheit und Enthaltsamkeit assoziiert wurde. Die modernen Narrationen über Dickleibigkeit verdichten sich in den neoliberalen Anforderungen an das Individuum zu der Aufforderung, sich durch "richtiges" Ernährungsverhalten gesund zu halten und damit einen richtungsgebenden Idealkörper anzustreben. Sie stellen entwertende Stereotype über dicke Körper her, in denen sich Vorstellungen über Klasse, Geschlecht, Disability, Sexualität und "Race" wiederfinden. Der aus der Fat-Acceptance-Bewegung entstandene, angloamerikanische Begriff "Fat-Shaming" kritisiert diese Entwertung. Die in dieser Beschämung enthaltenen gesellschaftlichen Wertansprüche werden von Anne Sophie Menzinger in ihren Machtwirkungen untersucht.
Seit einigen Jahren wird eine selbstbewusste Akteurin auf der politischen Bühne sichtbar, die sich zum Thema Körperfett in einer radikalen Abgrenzung zu Gesundheitsdiskursen und hegemonialen Körperbildern positioniert: Die Fat-Acceptance-Bewegung. Anne Sophie Menzinger will ergründen, welches Ethos und welches Politikverständnis dem Fat Activism zugrunde liegen. Die Entwicklung der Fat-Acceptance-Bewegung, die unterschiedlichen Strömungen und ihr Verhältnis zu queerfeministischen Positionen sollen hier dargestellt und nicht zuletzt ihre unterschiedlichen theoretischen Referenzen diskutiert werden. Auch eine Auseinandersetzung mit den Identitätspolitiken dicker_fetter Artikulationen bei gleichzeitigem Bestreben, Zuschreibenden aufzulösen und zu dekonstruieren soll hier Raum finden.

ANNE SOPHIE MENZINGER, Jahrgang 1990, studierte soziale Arbeit in Hamburg. Sie ist Musikerin und arbeitet derzeit in der Kulturarbeit und Kreativitätsförderung. Neben ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt interessiert sie sich für feministische und soziale Bewegungen und deren diskursiven Verortungen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mehr bei http://www.frauenkultur-leipzig.de/Angebote/Lesungen.html.

02.11.: "Felicita Reuschling: Kommunistka. Die Utopie der Revolution von Geschlechter-, Liebes- und Reproduktionsverhältnissen"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig)

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Mit der Oktoberrevolution gingen nicht nur manifeste politische und ökonomische Veränderungen einher, mit dem Ziel eine kommunistische Gesellschaft zu verwirklichen, traten die Bolschewiki auch an, die herrschenden Vorstellungen von Familie und Geschlechterverhältnis umzuwälzen. Ideen von alternativen Gesellschaftsformen fernab feudaler oder bürgerlich-kapitalistischer Strukturen mündeten in eine Welle revolutionärer Umstrukturierungen: In den frühen Jahren bolschewistischer Regierung wurde diesen utopischen Vorstellungen mit verschiedenen Gesetzen Rechnung getragen: so wurden Abtreibungen legalisiert, Homosexualität entkriminalisiert und ein für den Beginn des 20. Jahrhunderts progressivstes Ehe- und Scheidungsgesetz verabschiedet. Auch wurden durch kollektive Wohnformen und Erziehung, sowie gezielte Ausbildung versucht Frauen den Zugang zur Arbeitswelt und damit auch zum politischen Leben zu ermöglichen. Das Zusammenleben sollte frei von religiösen Normen sowie dem Leben in Kleinfamilien sein, welche die zu überwindenden Gesellschaften kennzeichneten.
Das Aufbruchsdenken einer noch jungen Revolution ermöglichte ebenfalls das Ausprobieren neuer Lebensentwürfe: Diskurse in deren Mittelpunkt Polyamorie und freie Liebe standen, führten zu einer Vielzahl von praktizierten Formen des Zusammenlebens, von denen noch heute Film und Literatur der frühen Sowjetunion zeugen. Eine der aktivsten Vordenkerinnen war Alexandra Kollontai, die als einzige Frau des ZK der KPdSU in ihren Schriften nicht nur Überlegungen für dieses Zusammenleben anstellte, sondern dies auch selbst praktizierte.
Der Vortrag soll dieses Gemengelage differenzieren und mit dem Fokus auf das Geschlechterverhältnis einen Überblick über die unterschiedlichen Versuche eine kommunistische Gesellschaft zu verwirklichen liefern. Dies soll nicht unkritisch geschehen. So stieß die Euphorie der ersten Jahre alsbald auf ihre Grenzen. Viele Fortschritte wurden zwischen dem Fortbestehen patriarchaler Strukturen und den Sachzwängen des nachrevolutionären Staatssozialismus zerrieben, gerieten zu de jure Postulaten oder wurden gar ganz zurückgenommen.

Eine Veranstaltung von: Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

03.11.: Vortrag/Diskussion: "Inter* - politische Kämpfe und Entwicklungen. Eine Einführung"

19:00 Uhr

ANIKE KRÄMER

"Seit Mitte der 1990er Jahre finden mehr und mehr intersex-Menschen in Europa und überall auf der Welt den Mut, den sie brauchen, um ihre Stimmen zu erheben und die Verletzung der Menschenrechte, unter denen viele leiden, zu verurteilen. Um dies zu tun, mussten sie Geheimhaltung, Scham, Pathologisierung oder Selbst-Pathologisierung und das immense gesellschaftliche Nicht-Wissen über die Belange (oder die schiere Existenz) von Intersex*-Menschen überwinden. Diese Herausforderungen waren - und sind es immer noch - schwer zu überwinden" (Dan Christian Ghattas, Miriam van der Have; OII Europe)
Der Vortrag wird eine Einführung in eben diese Belange von intersex-Menschen geben und die politischen Kämpfe um inter* (mit dem besonderen Fokus auf Pathologisierung und rechtlicher Anerkennung) nachzeichnen. Im Anschluss soll die Möglichkeit diskutiert werden, wie Allyship in Bezug auf inter* aussehen kann oder soll.

ANIKE KRÄMER ist Sozialwissenschaftlerin und promoviert zum Thema Alltagserleben von Eltern intergeschlechtlicher Kinder. Neben dem Wissenschaftskram arbeitet sie in feministischen Zusammenhängen mit und hofft immer noch, dass sich bald alles zum Guten wendet.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mehr Info bei Frauenkultur.

09.11. Vortrag: Militär, Männlichkeit, Gender - die Geschlechterperspektive und Frieden

Uhrzeit: 19Uhr
Ort: Hörsaalgebäude der Uni Leipzig
Genauen Ort und Referente_in bitte bei der Amnesty Hochchulgruppe Leipzig recherchieren (z.B. auf Facebook).

Die Frage nach der Geschlechterperspektive spielte bei der Analyse von Konflikten und Kriegen bisher eine untergeordnete Rolle. Das Motiv „Frauen und Kinder“ wurde in der feministischen Friedens- und Konfliktforschung betrachtet. Kritisiert wurde dabei, dass „Frauen und Kinder“ in den aktuellen gesellschaftlichen Aushandlungen meist als Opfer militärischer Konflikte betrachtet werden, als zu beschützende Objekte. Sie kommen damit nicht als eigenständige und handelnde Akteur*innen in den Blick. Sie werden einmal mehr entmündigt. Männlichkeiten gilt es genauer zu prüfen – hegemoniale Männlichkeit unterstützt militaristische Logik; andere Männlichkeiten können hingegen anschlussfähig für Friedensbestrebungen sein. Klar ist mittlerweile, dass auch in militärischen Konflikten auch Männer etwa von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Die Analyse von Männlichkeit, Machtstrukturen und Gehorsamsproduktion zu verstehen und zu dekonstruieren, ist für die Entwicklung friedlicher Konfliktlösungsstrategien bedeutsam.
In der Friedensarbeit ist ein Blick auf Gender also notwendiger denn je. Heute dienen gar Frauen- und Homosexuellenrechte als Begründung für geführte und zu führende Kriege. „Embedded feminism“ und „Homonationalismus“ erklären als Analysekategorien die Vereinnahmung vormals emanzipatorischer Ansätze für hegemoniale westliche Politiken.

09.11.: Vortrag/Diskussion: "No Compact... Zur Relevanz des Antisemitismus in der Querfront-Zeitschrift Compact"

19:00 Uhr

Referent: KEVIN CULINA

Ende November plant das rechtspopulistische Magazin "Compact" unter der Vorherrschaft des ehemaligen linken Polit-Aktivisten und nun rechtslastigem Autor, AFD-Fan sowie Verschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer eine Konferenz im Leipziger Raum. Ein breites Bündnis entstand auf Initiative von Leipzig nimmt Platz im September 2017 und organisiert die Proteste gegen diese Konferenz, welche bereits vor vier Jahren in Leipzig ihre menschenverachtenden Positionen zur Schau stellten. Nun soll dies wieder geschehen und die Wahlergebnisse der Bundestagswahl zeigen auch deutlich, auf welchen fruchtbaren Boden diese national-völkischen, zum Teil antisemitischen und antifeministischen Inhalte hier in Sachsen fallen. Deswegen ist es von großer Wichtigkeit über diese Zustände aufzuklären und einen genauen Blick auf die Rolle des Magazins "Compact" zu werfen. In der Buchvorstellung "Im Feindbild vereint" wird die Zeitschrift Compact, ihr politisches Umfeld sowie ihr Antisemitismus, der unter anderem auch ihren Antifeminismus einbettet, vorgestellt.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mehr Info bei Frauenkultur.

10.11. (deadline): Seminar: "Empowerment-Training"

arche noVa e.V. lädt ein zum

Empowerment-Training am 2.12.2017 in Leipzig

An diesem Training nehmen sog. People of Color teil, schwarze Deutsche, Deutsche mit Migrationshintergrund, Migrant*innen, Menschen, die in Deutschland rassistische Erfahrungen machen. In der deutschen Gesellschaft erfahren sie Rassismus, in verschiedener Form, in verschiedener Intensität, in verschiedener Ausprägung. Doch gleich ist der Grund für die Diskriminierung: die dunklere Hautfarbe und ihre Herkunft, durch die sie kein Mitglied der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft sind.

Wie können wir trotz der tagtäglichen Wirklichkeit von Rassismus unsere eigenen persönlichen Ziele verfolgen? Wie können wir konstruktiv in dieser Gesellschaft leben? Und was können wir tun, um Rassismus zu verringern?

Das Seminar wird in der deutschen Sprache angeboten.

Durchgeführt wird das Training von Tupoka Ogette und Stephen Lawson:

https://www.tupokaogette.de/

Kostenbeteiligung: 10 Euro Teilnahmebeitrag
Veranstaltungsort: Seeburgstr. 100, 04103 Leipzig
Verpflegung: Mittagessen inklusive
Uhrzeiten: 09:30 - 17:00
Anmeldeschluss: 10.11.2017

Anmeldung und Informationen unter: <mailto:kathrin.damm@arche-nova.de> kathrin.damm@arche-nova.de

Fahrtkosten werden für Teilnehmende aus Sachsen erstattet.
Der Seminarraum ist barrierefrei erreichbar.
Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Mit freundlichen Grüßen im Namen des arche noVa - Bildungsteams

Kathrin Damm

Das Training wird gefördert durch

<https://www.avast.com/sig-email?utm_medium=email&utm_source=link&utm_campaign=sig-email&utm_content=emailclient>

10.11.: Fachkonferenz: "Medien, Migration und Integration: Der Weg zu einer inklusiven Gesellschaft?!?"

In Deutschland wächst soziale Diversität und Pluralisierung der Gesellschaft. Wir wollen in dieser Konferenz diskutieren, welche Rolle den Medien als Opinion- Leaders bei der Herausbildung von Einstellungen gegenüber Minderheiten in der postmigrantischen Gesellschaft zukommt. Viele Angehörige der Mehrheitsbevölkerung haben im Alltag wenig Berührung mit Minderheiten, sondern greifen auf medial vermittelte Sekundärerfahrungen zurück - d.h. sie beziehen ihr Wissen über Minderheiten, Migration und Integration vor allem aus Zeitungen, Fernsehen, Rundfunk oder dem Internet. Daher ist es essentiell zu fragen, welche Bilder die Medien von ethnischen und religiösen Minderheiten produzieren und wie diese entstehen.

In dieser Konferenz werden erstmalig in neuen Bundesländern die aktuellen Wissenschaftsdebatten und (internationalen) empirischen Studien- und Forschungsergebnisse, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Medien, Migration und Integration beschäftigen, praxisorientiert vorgestellt. Im Fokus stehen folgende Fragen:

- Was bedeutet die Berichterstattung in den Massenmedien und die Rezeption durch die Bürger_Innen zu den Themen Migration, Integration und soziale Diversität für die Medienschaffenden selbst?

- Welche Rolle spielt der Journalismus für die interkulturelle Integration? Wie können Redaktionen in den neuen Bundesländern hierfür geöffnet werden?

- Wie können Journalist_Innen mit und ohne Migrationsgeschichte Anfeindungen und Hetze in den Medien begegnen?

- Welche Rolle spielen zivilgesellschaftliche Organisationen von Medienschaffenden?
Unsere Konferenz fragt nach notwendigen Strategien für eine differenzierte Berichterstattung in pluralen Gesellschaften sowie nach Möglichkeiten Vielfalt in Medienstrukturen zu fördern.

Rahmenprogramm: Filmvorführung und Gespräch im Grassi Museum

„Wir sind jung. Wir sind stark.“, mit anschließendem Gespräch mit dem Regisseur Burhan Qurbani

Neues Rathaus Leipzig, Ratsplenarsaal

Gefördert durch:

- Mitteln der Richtlinie Integrative Maßnahmen des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Verbraucherschutz

In Kooperation:

- Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

- Institut für Kommunikation und Medienwissenschaft der Universität Leipzig

- Neue Deutsche Medienmacher

- Zentrum für Integrationsstudien - TU Dresden

Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldung ist unbedingt erforderlich. Die Plätze werden in der Reihenfolge der Anmeldung vergeben.

Wir wollen durch die Konferenz – als jährlich stattfinde Reihe angelegt - ein Forum an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis schaffen: Medienschaffende und migrantische Organisationen aus der Medienbranche sowie renommierte Wissenschaftler_Innen und Politiker_Innen tauschen sich über die neusten Erkenntnisse und Erfahrungen aus. Neben dem Fachpublikum und Interessierten, sind vor allem regional tätige Journalistinnen und Journalisten und Studierende der Journalistik und Kommunikationswissenschaft herzlich eingeladen an diesem Austausch teilzuhaben.

Mehr Info: https://medienundintegrationderwegz2017.sched.com/

11.11.: "Öffentliche Führung durch die Gedenkstätte für Zwangsarbeit"

14:00 Uhr

In Leipzig-Schönefeld hatte die Hugo-Schneider-Aktiengesellschaft (HASAG), einer der größten Rüstungsproduzenten und Profiteure des nationalsozialistischen Zwangsarbeitssystems, ihren Hauptsitz. Hier mussten ca. 10.000 Menschen, vorwiegend aus Polen und der Sowjetunion, Panzerfäuste, Munition und andere Rüstungsgüter herstellen.

Seit 2001 existiert auf dem Gelände in der Permoserstr. (heute Umweltforschungszentrum) eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung zur Erinnerung an die ehemaligen Zwangsarbeiter_innen.

Der Rundgang beginnt mit einer Einführung in das Thema Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus, mit Fokus auf Leipzig und Umgebung. Es wird ein Überblick geboten über die Firmengeschichte und die NS-Verbrechen der HASAG, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter_innen sowie über den Umgang mit NS-Zwangsarbeit nach 1945. Darüber hinaus haben einige Rundgänge wechselnde thematische Schwerpunkte. Nach einem kurzen Geländerundgang zu Spuren der HASAG gibt es noch Zeit für die Ausstellung und Gespräche.

Treffpunkt: 14:00 Uhr an der Gedenkstätte für Zwangsarbeit (Dauer ca. 1½ Stunden)

Permoser Str. 15 (Leipzig-Schönefeld), auf dem Gelände des heutigen Umweltforschungszentrums
Tram 3 (Permoser/Torgauer Str. Wissenschaftspark)

Mehr Info hier.

12.11.: Finissage & Film: Malerei Hartmut Kiewert & "THE END OF MEAT"

ab 14 Uhr

mit Filmvorführung „THE END OF MEAT“ und anschließendem Publikumsgespräch in Anwesenheit des Regisseurs Marc Pierschel.

„THE END OF MEAT“ ist ein Dokumentarfilm über die Vision einer Zukunft, in der Fleischkonsum der Vergangenheit angehört. Ein aufrüttelnder Dokumentarfilm über die Folgen des Fleischkonsums. ttt – titel, thesen, temperamente

Obwohl mehr und mehr negative Effekte von Fleisch auf Umwelt und Gesundheit bekannt werden und sich die Bedingungen, unter denen Tiere gehalten werden verschlechtern – der Appetit auf Hamburger, Steaks und Co scheint ungebremst.

In Deutschland, dem Land von Bratwurst und Schnitzel, landet Fleisch täglich auf dem Teller. Doch vor einigen Jahren wurden daran Zweifel laut. „Fleischskandale“ und ethische Bedenken führten zu einer öffentlichen Debatte um die Moral des Fleischkonsums und zur Popularisierung fleischfreier Ernährungsweisen. Große Fleischkonzerne begannen pflanzliches Fleisch und Wurst herzustellen, vegane Supermärkte öffneten und vegane Produkte waren gefragt wie nie zuvor. Könnte dies der Anfang vom Ende des Fleisches sein? Steht das Mensch-Tier Verhältnis vor einer Wende?

In The End of Meat wagt Filmemacher Marc Pierschel den Blick in eine Zukunft ohne Fleisch sowie deren Auswirkungen auf Umwelt, Tiere und uns selbst. Dabei begegnet er Esther, einem Hausschwein, welches das Leben von zwei Kanadiern komplett auf den Kopf stellte, spricht mit den Pionieren der veganen Revolution in Deutschland, besucht die erste vegetarische Stadt in Indien, begegnet geretteten „Nutztieren“ in Freiheit, trifft auf Wissenschaftler*innen, die am tierfreien Fleisch forschen, das den 600 Milliarden schweren, globalen Fleischmarkt revolutionieren soll und vieles mehr.

The End of Meat zeigt eindrucksvoll die versteckten Auswirkungen des Fleischkonsums, untersucht die Vorteile einer pflanzlichen Ernährungsweise und wirft kritische Fragen über die zukünftige Rolle der Tiere in unserer Gesellschaft auf.

galerie KUB

12.11.: Film & Gespräch: "Sins Invalid + Nexos"

19:00 Uhr, Leipzig, Cinémathèque in der naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig)

Teil der Reihe "Politische Körper" zu queerer Erotik, Sexualität und Behinderung

Sins Invalid: An Unshamed Claim to Beauty in the Face of Invisibility
USA 2013, OmU, Dok, 35 min, Regie: Patty Berne, Todd Herman

„There is no right or wrong body in a conscious revolutionary mind” beginnt die Dokumentation, die ein Kollektiv von Performance-Künstler_innen begleitet. Die Performances des Kollektivs fangen Lust und Begehren von Menschen mit Behinderungen ein und setzen sich kritisch mit den daran geknüpften Vorurteilen auseinander. Im Fokus stehen dabei Künstler_innen, die People of Color, queer oder gender non-konform sind.

"Sins Invalid" witnesses a performance project that incubates and celebrates artists with disabilities, centralizing artists of color and queer and gender-variant artists. Since 2006, its performances have explored themes of sexuality, beauty, and the disabled body, impacting thousands through live performance. Sins Invalid is as an entryway into the absurdly taboo topic of sexuality and disability, manifesting a new paradigm of disability justice.

NEXOS
Spanien 2014, Postporno, 28 min, Regie: Post-Op, Antonio Centeno, Lucrecia Masson, Patricia Carmona.

"Nexos" erforscht die körperlichen Möglichkeiten in Bezug auf sexuelles Empfinden. In drei Szenen werden Lustempfinden, Spiel und Verbündetenschaft neu betrachtet. Der Postporn zeigt Lust und Begehren in verschiedenen Facetten. "Nexos" ist aus der Zusammenkunft von cripple-queeren Aktivist_innen enstanden, die an der Arbeit rund um den Körper interessiert sind und ihn als Ort des Widerstands begreifen. Aus einer feministischen Perspektive betrachten sie die Verschränkungen verschiedener Unterdrückungsformen, die wir als Subjekte erfahren.
Infos: http://www.postop.es

Anschließendes Gespräch mit den Protagonist_innen von NEXOS: Patricia
Carmona und Elena-Urko (Sprache: Spanisch/Deutsch).

Der Filmabend ist Teil der Veranstaltung Politische Körper zu queerer Erotik, Sexualität und Behinderung, die in Kooperation mit dem Antidiskriminierungsverband Deutschland (advd) und queeren Aktivist*innen aus Barcelona entstanden ist.

| Eine Veranstaltung von: Cinémathèque Leipzig e.V. |
Weitere Infos unter: http://cinematheque-leipzig.de/index.php

12.11.: "'500 Jahre Revolte'. Reformation und Bauernkrieg"

19:00 Uhr, Leipzig, G16/Lesehalle (Gieszer 16)

2017 ist das „Lutherjahr“: Weit über Deutschland hinaus werden „500 Jahre Martin Luther“ gefeiert. Auch wenn dabei pflichtbewusst kritische Töne zu Luther nicht fehlen – sein Antisemitismus, seine Hetze gegen die aufständischen Bauern – werden andere religionskritisch-reformatorische und früh-demokratisch revolutionäre Kräfte nicht nur nicht gewürdigt, sie finden erst gar keine Erwähnung. Luther, so scheint es, war eine isolierte Ausnahmeerscheinung. Dabei war er nur Teil eines gesellschaftlichen Umbruchs in der Renaissance. Begleitet von wissenschaftlichen Entdeckungen geriet das alte Weltbild ins Wanken. Es gab verschiedene Bewegungen gegen die etablierte christliche Kirche, wie die Täufer und Thomas Müntzer, dem radikalen Gegenspieler von Luther. Getragen wurden die neuen Gedanken von der feudalistisch unterdrückten Bevölkerung. Es kam zu Aufständen, die sich im großen deutschen Bauernkrieg 1523 bis 1525 zu einer allgemeinen Erhebung steigerten.

Weitere Infos unter: http://kunst-und-kampf.de/WordPress_02/

15.11.: Thomasius-Club: "Stefan Höhne - Untergrund"

Veranstaltungsort:
Bibliotheca Albertina
Café Alibi
Beethovenstraße 6
04107 Leipzig

Datum:
15.11.2017, 20:00 Uhr

Referenten:
Prof. Dr. Ulrich Johannes Schneider

Der Thomasius-Club ist eine offene Gesprächsrunde, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einlädt und zu aktuellen Themen ihrer Forschung befragt. Die Veranstaltungen des Thomasius-Clubs finden in der Bibliotheca Albertina im Café Alibi statt.

Der Berliner Kulturwissenschaftler und Urbanist Stefan Höhne hat sich mit der Geschichte der New Yorker beschäftigt und protokolliert in einer großen Studie die die "Erfindung des urbanen Passagiers".

Leitung:
Prof. Ulrich Johannes Schneider

http://www.thomasius-club.de/vorschau/

15.11.: Film & Gespräch: "The Antifascists"

19:30 Uhr, Leipzig, Cinémathèque in der naTo
(Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig)
Schweden/Griechenland 20117, OmeU, Dok, 74 min, Regie: Emil Ramos, Patrik Öberg

Ein schwedisch-griechischer Dokumentarfilm über den Rechtsruck in Europa und über die Menschen, die sich den Nazis in den Weg stellen. 'The Antifascists' behandelt die Entwicklung der Antifaszenen in Griechenland und Schweden in den letzten Jahren. Während sich Antifaschist_innen in Griechenland, mit dem Erstarken der Goldenen Morgenröte im Zuge der Wirtschaftskrise, mit einer extrem rechten Partei und dazugehöriger Bewegung in Allianz mit Teilen des Polizeiapparats konfrontiert sehen, haben in Schweden vor allem die Fälle der Aktivisten Joel und Showan internationale Aufmerksamkeit und Solidarität erlangt.
Showan und einige Aktivist_innen wurden 2014 beim Woman’s Day in Malmö von Faschisten brutal zusammengeschlagen. Showan lag daraufhin mehrere Wochen im Koma. Joel sitzt seit Dezember 2013 im Knast, nachdem es im Zuge eines Nazi-Angriffs auf eine antirassistische Demonstration in einem Vorort von Stockholm zu Auseinandersetzungen kam. Wer sind 'die' Antifaschist*innen und was ist Antifaschismus? Der Film gibt einen Einblick in die verschiedenen antifaschistischen Kämpfe und setzt sich anhand der Portaits einiger Aktivist_innen mit radikal linker Politik und Fragen der Notwendigkeit und Reflektion von Militanz auseinander. Das Aufzeigen der Motivation und der Arbeit antifaschistischer Gruppen trägt dazu bei, gängige Vorstellungen vom 'Antifaschismus' zu hinterfragen.

Im Anschluss Gespräch mit Gästen

Eine Veranstaltung von: Cinémathèque Leipzig e.V.
Weitere Infos unter: http://cinematheque-leipzig.de/index.php

16.11.: Vortrag: "Gefallen – Gefangen – Begraben – Repatriiert. Vergessene oder erinnerte Verbrechen an sowjetischen Kriegsgefangenen"

19:00 Uhr

Vortrag von Jens Nagel

Sowjetische Kriegsgefangene waren bis zur deutschen Wiedervereinigung in der öffentlichen Wahrnehmung in beiden deutschen Teilstaaten, Europa und der Sowjetunion marginalisiert. Ihre Namen wurden infolge stalinistischer Repression bewusst nicht genannt, weil Kriegsgefangenschaft im sowjetischen Machtbereich bis zum Zerfall der Sowjetunion ein Tabuthema blieb. Sie passten nicht ins Narrativ vom siegreichen Großen Vaterländischen Krieg unter der Führung Stalins.

Infolge des kalten Krieges wurden Soldatenfriedhöfe sowjetischer Kriegsgefangener in den 1950er und 1960er Jahren in der Bundesrepublik als Provokation betrachtet. Denkmäler wurden geschliffen und gerade die Friedhöfe an ehemaligen Lagerstandorten mit zehntausenden von Opfern umfassend umgestaltet und umgedeutet. Erst mit der deutschen Wiedervereinigung und den beginnenden Auseinandersetzungen um die Verstrickung der Wehrmacht in die nationalsozialistischen Verbrechen wirkten als Katalysator und Beschleuniger, sich mit den sowjetischen Kriegsgefangenen intensiver wissenschaftlich zu befassen und institutionell in Gedenkstätten zu erinnern.

Jens Nagel ist Historiker und seit 2002 Leiter der Gedenkstätte Ehrenhain-Zeithain.

galerie kub, Kantstraße 18 (Leipzig-Südvorstadt)
Tram 9, 10, 11 (Karl-Liebknecht-/Richard-Lehmann-Straße)

Mehr Info hier.

16.11.: Film/Gespräch: "For all the world to see"

19:00 Uhr

Gewalt an Frauen ist nach wie vor die häufigste Menschenrechtsverletzung unserer Zeit. UNIFEM und WHO gehen davon aus, dass in einigen Ländern bis zu 70 Prozent der Frauen mindestens einmal im Leben zum Opfer physischer oder sexueller Gewalt werden. Meist kommen die Täter aus der Familie, sind Ehemänner oder Lebenspartner. Im Dokumentarfilm "For all the world to see" kommen einige Opfer solcher gewaltsamen Übergriffe zu Wort, aus Asien, Afrika und Europa. Der Film durchleuchtet außerdem die Mechanismen und Strukturen der Gewalt. Es wird deutlich: Unabhängig von Wohlstand, Lebensweise, Gesellschaft und Kultur finden sich weltweit Parallelen. Die Gewalt gegen Frauen lässt sich geographisch nicht eingrenzen und sie hängt auch nicht vom Bildungsstand ab - das Phänomen zieht sich durch alle Kulturen und Länder. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit, gemeinsam ins Gespräch zu kommen.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem Förderverein sozialer Projekte e.V., der TERRE DES FEMMES Städtegruppe Leipzig und dem Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur e.V. Leipzig.
Eintritt: frei

Mehr Info bei Frauenkultur.

16.11.: Vortrag/Diskussion: "Kompetenzfetisch und Inklusionswahn. Zur Kritik der neuen Lernkultur"

19:00 Uhr, Leipzig, Bibliotheca Albertina, Vortragssaal (Beethovenstraße 6)

Vortrag und Diskussion mit Christoph Türcke

Kompetenz und Inklusion sind die Kernbegriffe einer neuen Lernkultur, die seit einigen Jahren in Schulen und Hochschulen Platz greift. Was sie verspricht, ist der Abschied von »Frontalunterricht«, »Gleichschritt« und angestaubten und realitätsfernen Lehrplänen, ebenso wie von Ungerechtigkeit, Diskriminierung und Ausgrenzung. Lernen in der Bildungswelt des 21. Jahrhunderts, so ihr Credo, geschieht eigenständig, beweglich, kreativ, digital und vernetzt – und schließt niemanden mehr aus. Die Gestaltung und Planung der Lehre, die Ausbildung der Referendare, die Erlasse der Kultusministerien und Bildungsprogramme der politischen Parteien sind alle bereits weitgehend von diesen Glaubenssätzen durchdrungen.

In seinem Vortrag wird Christoph Türcke zeigen, dass diese hochideologische, als Dienst am Menschen auftretende Bildungsoffensive darauf ausgeht, Lehren und Lernen an die Erfordernisse der felxibilisierten neuen Arbeitswelt, mithin an die zeitgenössischen Verlaufsformen des Kapitalverhältnisses, anzupassen, damit das, was Bildung wäre, radikal zu liquidieren und Verhältnisse zu etablieren, in denen buchstäblich alle eingeschlossen sind und Mitmachen Ehrensache ist.

Christoph Türcke hatte von 1993 bis 2014 die Professur für Philosophie an der Hochschule für Gestaltung und Buchkunst in Leipzig inne. Er ist u. a. Autor von Vermittlung als Gott. Metaphysische Grillen und theologische Mucken didaktisierter Wissenschaft (1992) und Hyperaktiv! Kritik der Aufmerksamkeitsdefizitkultur (2012). Sein aktuelles Buch Lehrerdämmerung. Was die neue Lernkultur in den Schulen anrichtet ist im Februar 2016 erschienen.

Eine Veranstaltung der Initiative Kritisches Lehramt Leipzig und der GEW Sachsen, mit freundlicher Unterstützung des Fachschaftsrats Kulturwissenschaften.

Eine Veranstaltung von: KriLe | GEW Sachsen |

17.11.: Vortrag: "Von Lateinamerika lernen?"

18:00 Uhr, Universität Leipzig, Hörsaalgebäude (Universitätsstraße 1)

Pedro Paez (Ecuador): "Über die konservative Restauration in Lateinamerika und die Chancen für ein alternatives Währungs- und Finanzsystem"

Mit großem Interesse in der ganzen Welt wurden in der Vergangenheit die vielen fortschrittlichen Ansätze einer alternativen Wirtschafts- und Sozial­politik auf dem südamerikanischen Kontinent verfolgt. Inzwischen ist Er­nüchterung eingetreten. In Argentinien und Brasilien sind erneut konserva­tive Kräfte an der Macht. Auch in Peru und Paraguay sind die Linksregie­rungen abgewählt. In Venezuela steht Präsident Nicolás Maduro unter star­kem Druck der Oberschicht und der USA. Auch in Ecuador gibt es erhebli­che Unruhe innerhalb der gemäßigt linken Regierung Lenin Morenos.
Wie bewertet der Referent die aktuelle Lage der globalen Finanzmärkte und bisherigen Erfolge und die Chancen für Al­ternativen zum Neoliberalismus in Lateinamerika? Fragen, die auch die Linken in den Ländern des Nordens bewegen und deren Beantwortung Hilfestellung bei der Entwicklung von weltweiten Alternativen sind.

Der Referent war u.a. ehemaliger Wirtschaftsminister Ecuadors und fünf Jahre Leiter der Marktaufsichtsbehörde des Landes.

Eine gemeinsame Veranstaltung von attac Leipzig und dem SDS Leipzig.

Weitere Infos unter: http://www.globale-leipzig.de

17.-19.11.: MitMachKonferenz: "Für den Wandel sorgen. Degrowth"

Wo? Nachbarschaftsschule (barrierefrei) in Leipzig-Lindenau, Gemeindeamtstraße 8-10.

Im November veranstalten Care Revolution Leipzig (verlinkt auf facebook) und das Konzeptwerk Neue Ökonomie eine MitMachKonferenz zum Thema Sorge-Arbeit und Postwachstum in Leipzig.

Für den Wandel sorgen… Durch einen persönlichen Austausch unserer Alltagsgeschichten mit Sorgetätigkeiten wollen wir politische Perspektiven und Alternativen betrachten, denn: Es geht auch anders! Wie kann die Pflege meiner Eltern nachbarschaftlich organisiert werden? Welche Wohnformen gibt es, die mich als Alleinerziehende*n entlasten? Was können wir von der Perspektive „Care Revolution“ oder „Postwachstum“ lernen?

Programm der Konferenz & Anmeldung hier.

21.11.: Film & Einführung: "Pelo Malo"

19:30 Uhr, Leipzig, Cinémathèque in der naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig)

Venezuela/Argentinien/Peru/Deutschland 2016, OmU, Dok, 93 min, Regie: Mariana Rondón

Der neunjährige Junior wohnt mit seiner arbeitslosen Mutter Marta und dem kleinen Bruder in einer Sozialwohnung in Caracas, Venezuela. Nach dem Tod des Vaters hält die Familie sich mehr schlecht als recht über Wasser. Um sich von seiner trostlosen Umgebung zu distanzieren, entwickelt der Junge einen Traum. Er tanzt und singt für sein Leben gerne und möchte ein berühmter Popstar werden. Um wenigstens auf dem kommenden Schulfoto wie seine großen Vorbilder auszusehen, will er seine krausen Haare glätten lassen. Seine Mutter ist schockiert und lehnt den Wunsch ihres Sohnes entschieden ab. Die einzige, die Junior versteht, ist seine Großmutter Carmen. Sie teilt Juniors Leidenschaft fürs Tanzen und Singen und bestärkt ihn darin, seinem Traum zu folgen. Junior gerät daraufhin in eine schmerzvolle Zwickmühle: Er ist zwischen den strengen Erwartungen seiner Mutter und seinen eigenen Wünschen hin- und hergerissen.

'Pelo Malo' bedeutet im Spanischen so viel wie 'Schlechtes Haar'. In vielen Kulturen werden glatte Haare als das Schönheitsideal angesehen, wobei das obsessive Glätten von Locken oft Frauensache ist. In ihrem Soziodrama thematisiert die Regisseurin Mariana Rondón ('El chico que miente') das komplexe Problemfeld zwischen Geschlecht, Klasse und ethnischer Zugehörigkeit. 'Pela Malo' zeigt, wie eine Gesellschaft von der Angst vor dem Anderssein bestimmt werden kann.

Mit einer Einführung von Daniel S. León, Politikwissenschaftler und seit 2013 Doktorand am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig / Graduate School of Global and Area Studies mit Forschungsschwerpunkt Politische Ökonomie der Gewalt in Venezuela.

Eine Veranstaltung von: Cinémathèque Leipzig e.V.
Weitere Infos unter: http://cinematheque-leipzig.de/index.php

23.11.: Gespräch zu Querfront-Strategien der neuen Rechten

Von antifa kleinparis

No Compact-Aktionsbündnis

Anlässlich des dieses Jahr in Leipzig stattfindenden Kongresses des Querfront-Magazins Compact wird die Publizistin Jutta Ditfurth zu Querfront-Strategien der neuen Rechten und deren Antisemitismus sprechen. Dabei soll es vor allem auch um deren Chefredakteur Jürgen Elsässer gehen, der früher selbst einmal als Stichwortgeber der Linken galt und mit dem sie sich seit 2014 im Rechtsstreit befindet.

18.30 Uhr Einlass, 19 Uhr Beginn

Werk II Halle A (Kochstraße 132, 04277 Leipzig)

Mehr Info bei: https://antifakleinparis.noblogs.org/

23.11.: Vortrag/Gespräch: "Ohne Ort in der Welt - Hannah Arendt über Flüchtlinge und Staatenlosigkeit"

19:00 Uhr

Dr. Elisabeth Gallas, Simon-Dubnow-Institut Leipzig

In Anbetracht der Flüchtlingskatastrophe der Zwischenkriegszeit sowie der Vertreibung und Vernichtung der Juden in Europa während des Nationalsozialismus entwarf die politische Theoretikerin Hannah Arendt (1906?1975) eine bis heute Gültigkeit beanspruchende Phänomenologie der Rechtlosigkeit und des Weltverlusts als Kernerfahrungen ihrer Zeit. Im Vortrag sollen ihre Überlegungen vorgestellt und in ihrer Bedeutung als historische Folie für die Gegenwart diskutiert werden.

Elisabeth Gallas ist leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig. Zwischen 2012 und 2016 war sie Minerva Research Fellow an der Hebräischen Universität Jerusalem und Forschungsstipendiatin am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mehr Info bei Frauenkultur.

24./25.11.: "Gesellschaftlicher Zusammenhalt – Stadt mit Vielfalt für alle gestalten"

Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) und die Bertelsmann Stiftung

Städte sind Orte von Diversität und Heterogenität. Menschen unterschiedlichster Herkunft, mit verschiedenen Wertvorstellungen, kulturellen Traditionen oder Orientierungen leben in diesem Kosmos zusammen, prägen ihn und gestalten ihn mit. Viele von ihnen engagieren sich für ein gemeinschaftliches, vielfältiges Miteinander und tragen so zu einem intakten und solidarischen Gemeinwesen bei: Menschen mit Migrationserfahrung, die schon seit vielen Jahren im Kiez wohnen oder neu Eingewanderte aus aller Welt, die in Deutschlands Städte gezogen sind – das Engagement ist so vielfältig wie die Menschen, die die Projekte entwickeln und umsetzen. Um dieses Engagement sichtbar zu machen, es zu fördern und zu unterstützen und von den Engagierten zu lernen, ist es vor allem auch für Kommunen notwendig, in einen Dialog zu treten, entsprechende Handlungsfelder zu identifizieren und gemeinsam Ansätze für Synergien zu entwickeln. Hierzu gehört auch das Lernen aus Modellprojekten und Fallstudien, die Erkenntnisse zur Gestaltung eines gelingenden Miteinanders liefern.

Gemeinsam wollen wir erarbeiten, welche Erfahrungen Menschen mit Migrationserfahrung mitbringen und wie die daraus gewonnene Expertise und Kreativität bei der Gestaltung des Zusammenlebens in den Städten genutzt werden können.

Die Veranstaltung soll Raum für engagierte Menschen mit Migrationserfahrung und andere Engagierte aus Initiativen, Vereinen und Verbänden sowie Vertreter/-innen aus der Kommunalpolitik und -verwaltung, Wirtschaft, Kirchen, Moscheen und Synagogen bieten, ihre unterschiedlichen Erfahrungen einzubringen und sich darüber auszutauschen, wie kulturelle Vielfalt den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Zukunft stärken kann.

Die Veranstaltung wird in Kooperation des Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) mit der Bertelsmann Stiftung in inhaltlicher Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig durchgeführt.

Zur Anmeldung hier.

25.11.: Film & Gespräch: "El Mar La Mar"

19:30 Uhr, Leipzig, Cinémathèque in der naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig)

USA 2017, OmU, Dok, 94 min, Regie: Joshua Bonnetta, J.P. Sniadecki

Gnadenlos brennt die Sonne auf alle nieder, die die Sonora-Wüste zwischen Mexiko und den USA durchqueren. Neben den wenigen Menschen, die hier leben, sind es offizielle und selbsternannte Grenzschützer*innen und die ärmsten der undokumentierten Einwanderinnen und Einwanderer, denen kein anderer als dieser lebensgefährliche Weg bleibt. Der Horizont scheint in unendlicher Weite, tödliche Gefahren lauern überall. Am besten bewegt es sich im Dunkel der Nacht; tagsüber lassen Hitze und Sonneneinstrahlung Tiere und Menschen verenden. Ihre Spuren und Hinterlassenschaften lagern sich ab, verblassen, verwittern und schreiben sich in die Topografie der Landschaft ein; so ist das Abwesende anwesend in ständiger Gleichzeitigkeit von Leben und Tod, Schönheit und Grauen, feindlichem Licht und sternfunkelnder, verheißungsvoller Nacht. "El mar la mar" verwebt 16-mm-Aufnahmen von Natur- und Wetterphänomenen, Tieren, Menschen und ihren Fährten mit einer vielstimmigen Tonspur zu einer kinematografischen Erkundung des Lebensraums Wüste, zum vielschichtigen Panorama eines hochgradig politisierten Landstrichs.

Im Anschluss Diskussion mit Hauke Lorenz, Ethnologe, Videojournalist und Regisseur. Er beschäftigt sich u.a. mit den Themen Flucht und Migration, Entwicklung und Lateinamerika und engagiert sich in der Mexiko- und Zentralamerika Koordinationsgruppe von Amnesty International.

Eine Veranstaltung von: Cinémathèque Leipzig e.V.
Weitere Infos unter: http://cinematheque-leipzig.de/index.php

25.11.: Demo: "Gemeinsam gegen das PKK Verbot!"

12:00 Uhr, Leipzig, Rabet (Eisenbahnstr.)

United we stand! - Divided we fall!

Am 25.11. demonstrieren wir als Bündnis verschiedener linker Gruppen in Leipzig gegen das Verbot der PKK und anderer linker kurdischer und türkischer Gruppen in Deutschland.
Deutschland macht sich mit dem PKK Verbot von 1993 zu einem Mittäter an Menschenrechtsverletzungen der türkischen Regierung an seiner kurdischen Bevölkerung. Anstatt gegen die Verbrechen der Regierung vorzugehen, durch die rund 4.000 Dörfer zerstört, 30.000 kurdische ZivilistInnen getötet und hunderttausende zur Flucht gezwungen wurden, unterstützt Deutschland nach wie vor die türkische Regierung mit ihrer andauernden Unterdrückungspolitik gegen jene, die sich nicht der faschistoiden Regierungspolitik unterordnen. Der Terror der herrschenden Klasse in der Türkei entlädt sich dabei mit voller Gewalt gegen die kurdische Bevölkerung, die sich basisdemokratisch, emanzipativ und in Geschlecht, Ethnie und Religion gleichberechtigt organisiert!
Die Zerschlagung von Medien, der Zivilgesellschaft und der einzigen demokratischen Oppositionspartei "HDP", aber auch den Staatsumbau der Türkei in eine Präsidial-Diktatur mit einem Austausch des gesamten Verwaltungsapparates durch regierungsnahe Kreise können und dürfen nicht ohne die Unterdrückung der KurdInnen und die Beteiligung durch die deutsche Regierung betrachtet werden!

Eine Veranstaltung von: Rojava Soli Bündnis

Weitere Infos unter: http://rojavasolibuendnisleipzig.blogsport.eu/
Kontakt: rsb@riseup.net

28.11.-08.12.: Medienwoche "Courage leben - Gegen Rassismus und Antisemitismus"

Seit über 15 Jahren ist die Medienwoche „ Courage leben - Gegen Rassismus und Antisemitismus “ nicht mehr aus der Bildungs- und Kulturlandschaft Leipzigs wegzudenken. Das Thema „Courage leben“ und die Sensibilisierung dafür sind essenzielle Aspekte gesellschaftlichen Zusammenlebens. Rassismus, Antisemitismus und andere Diskriminierungen/Abwertungsreflexe, egal ob von Nazis oder „besorgten Bürgern“, ob im persönlichen Umfeld oder politischem Handeln, bedrohen das gesellschaftliche Zusammenleben und müssen daher kritisiert und bekämpft werden.

Der Landesfilmdienst Sachsen für Jugend- und Erwachsenenbildung e.V. bietet im Rahmen dieser Medienwochen allen Interessierten, speziell jedoch Schülerinnen und Schülern dazu erneut eine Plattform. Mit zahlreichen ausgewählten Filmveranstaltungen, Filmgesprächen, verschiedenen Workshops, Lesungen und Vorträgen wird ein breites Spektrum an Möglichkeiten geboten, sich mit gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen. Demokratischer Streit auf Basis der Menschenrechte, politisch-historischer Wissenserwerb oder der gemeinsame Erfahrungsaustausch stehen dabei im Mittelpunkt. Der Zugang zu allen Veranstaltungen ist barrierearm, bei speziellen Bedürfnissen sprechen Sie uns gern an.

Das Programm findet sich im Bild der Veranstaltung, mehr Informationen unter:
https://couragewoche.jimdo.com/

29.11.: Vortrag/Diskussion: "Gefahrengebiete, gefährliche Orte & Kontrollbereiche. Zur Praxis

Im Zuge der Inwertsetzung städtischer Räume wird der Ruf nach Sicherheit lauter. Auf diesen antworten Politik und Polizei häufig mit einer verstärkten Kontrolle vermeintlich Verdächtiger an bestimmten Orten und Plätzen, einer intensivierten Überwachung und der Ausweitung polizeilicher Befugnisse. Der Vortrag wird diesen Zusammenhang zwischen dem Bedürfnis nach Sicherheit sowie der polizeilichen Praxis an sog. gefährlichen Orten und in Kontrollbereichen genauer untersuchen. Vortrag mit Roman Thurn (M.A.)

Galerie kub

29.11.: Vortrag/Diskussion: "'Hinter verschlossenen Türen'. Halbierte Demokratie?"

MittwochsATTACke am 29.11. 18 Uhr Schaubühne Lindenfels, K.-Heine-Str. 50

Was ist Demokratie und warum befindet sie sich in einer Krise? Ist ein autoritärer Staat in Sicht oder kann mehr Demokratie geschaffen werden?

Demokratie wird gefeiert und issbraucht. Sie befindet sich gleichzeitig in einer tiefen Krise. Aber was ist eigentlich Demokratie? Die Veranstaltung gibt einen Überblick über Ansprüche an die Demokratie und kontrastiert sie mit der Wirklichkeit der Repräsentation in den »westlichen« kapitalistischen Ländern. Einerseits gilt das parlamentarische System als eine Form der Herrschaft, andererseits wird gefordert, dass Demokratie zum Abbau von Herrschaft führen soll.

Sind Demokratie und Kapitalismus vereinbar oder muss die Spaltung zwischen Arm und Reich zwangsläufig zu ihrer Zerstörung führen?

Prof. Dr. Andreas Fisahn (Uni Bielefeld, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat von Attac)

- Eintritt frei -

Eine Veranstaltung von: Attac Leipzig
Weitere Infos unter: http://www.attac-leipzig.de

30.11.: Info-Veranstaltung: "Hey there! I am using…"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40))

Vortrag und Diskussion zum richtigen Umgang mit Messenger-Diensten

WhatsApp, Telegram, Threema und andere Messenger gehören seit Jahren zum Alltag in unserer Kommunikation. Text- und Sprachnachrichten, Bilder, Videos und Links werden tagtäglich via mehr oder weniger gut verschlüsselter Kommunikation durchs Netz geschickt.
Spätestens durch die Strukturermittlungen und Telefonüberwachungsmaßnahmen im Rahmen eines §129-Verfahrens in Leipzig ist die Sicherheit von Telekommunikation eine relative. Im Sommer beschloß der Bundestag außerdem die sogenannte »Quellen-TKÜ«, um analog zum Abhören von klassischen Telefongesprächen auch codierte Nachrichten und Gespräche im Rahmen einer »Online-Durchsuchung« mitzulesen.
Die rechtliche Grundlage für das Auslesen unserer Telefon-Daten ist also gegeben, doch wie funktioniert das Ganze technisch? Gibt es so etwas wie »sicheres kommunizieren« überhaupt? Wie greifen Behörden auf unsere Daten zu? Welche Gefahren gibt es für User von Messenger-Diensten? Die Veranstaltung soll über die Fallstricke der Messenger-Kommunikation aufklären, ohne in Panik zu verfallen. Eure Fragen zum Thema könnt ihr gerne loswerden.

Eine Veranstaltung von: "Rassismus tötet!" - Leipzig
Weitere Infos unter: http://www.rassismus-toetet-leipzig.org

09.11.: Podiumsdiskussion: "Geh sterben du Opfer - Wer Wie Was Hate Speech"

Veranstaltungsort:
Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien
Ferdinand-Lassalle-Straße 21
04109 Leipzig

Datum:
09.11.2017, 17:00 - 19:30 Uhr

Teil 3: SLM im Gespräch - Medienkompetenz & Hate Speech

Die abschließende Veranstaltung am 09.11.2017 in dem Format »SLM im Gespräch« widmet sich dem Feld der Medienpädagogik sowie der Medienkompetenz der »Digital Natives«. Fragen rund um die Sensibilisierung und Aufklärung von Kindern und Jugendlichen in Zeiten der Digitalisierung sind hierbei zentral und werden mit Experten und Expertinnen aus der Kinder- und Jugendarbeit diskutiert. Unter anderem werden die Medienkompetenzprojekte »GIF me 5…« und »SPRACHE.MACHT.BILDUNG« vorgestellt, welche durch die SLM im Rahmen der Ausschreibung »Gegen Hass im Netz! Medienkompetenz als Werkzeug gegen Hate Speech, Manipulation und Stimmungsmache in Sozialen Medien« gefördert werden.

Auf dem Podium:
Jördis Dörner (KF Education UG, Leipzig), Marcell Heinrich (HeroSociety, Leipzig), Judith Hoffmeier (mediaLEpraxis e.V.), Prof.in Dr.in Sonja Ganguin (Universität Leipzig)

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien statt.

www.gleichstellung.uni-leipzig.de/HateSpeech

Leitung:
Georg Teichert

06.11.: Podiumsdiskussion: "Was macht die Bundeswehr in Mali?"

Veranstaltungsort:
Hörsaalgebäude
HS 8
Universitätsstraße 1
04109 Leipzig

Datum:
06.11.2017, 17:15 - 18:45 Uhr

Podiumsdiskussion mit Gunnar Domke, Bundeswehr; Philipp M. Goldberg, Friedrich-Ebert-Stiftung; Baz Lecocq, Humboldt Universität Berlin; Andrea Ostheimer, Konrad-Adenauer-Stiftung

Leitung:
Prof. Dr. Katja Werthmann

Mehr Info hier.

02.11.: Podiumsdiskussion: "Superwahljahr 2017 - Wohin treibt Europa?"

Veranstaltungsort:
Universität Leipzig
Alter Senatssaal
Ritterstraße 26
04109 Leipzig

Datum:
02.11.2017, 18:00 - 20:00 Uhr

Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung zu den Wahlen in Deutschland, Tschechien, Frankreich, Österreich, Großbritannien und ihren Folgen für Europa. Mit: Dr. Lukàš Novotný (J. E. Purkyně Universität in Ústí nad Labem), Jean-Christophe Tailpied (Institut français Leipzig), Gesandter Mag. Andreas Somogyi (Österreichische Botschaft Berlin), Nick Leake (Britische Botschaft Berlin), Prof. Dr. Astrid Lorenz (Universität Leipzig).
Moderation: Andreas Tietze
Studierende, WissenschaftlerInnen, MitarbeiterInnen, u. w. Gäste sind willkommen.

Leitung:
Prof. Dr. Astrid Lorenz

Mehr Info hier.

15.11.: Film: "Die immer noch vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges"

19-21 Uhr

Die immer noch vergessenen Justizopfer des Kalten Krieges. Ein verdrängtes Kapitel westdeutscher Frühgeschichte

Film- und Themenabend begleitend zur Ausstellung "Vergessene Geschichte" - Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland / Vortrag, Kurzfilm (Ein Staat sah rot) und Diskussion mit Dr. Rolf Gössner (u.a. Internat. Liga für Menschenrechte). Eine gemeinsame Veranstaltung von Attac Leipzig und dem SDS Leipzig.

Die Veranstaltung findet begleitend zur Ausstellung "Vergessene Geschichte" statt. Einerseits soll es um eine historische Betrachtung der Repressionen des Staates gegenüber Oppositionellen gehen: In der kurzen Film-Dokumentation kommen beispielsweise Frauen und Männer zu Wort, die wegen ihrer Mitgliedschaft in der KPD teilweise bereits in der Nazi-Zeit und als Überlebende nach der Befreiung unter Adenauer noch vor, meist nach dem KPD-Verbot vom 17. August 1956, erneut zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Andererseits sollen aber auch die Parallelen zur heutigen Situation gezogen werden und darauf eingegangen werden, weshalb uns dieses Thema heute, bei einem Staat der seinen Überwachungs- und Repressionsapparat stetig ausbaut, beschäftigen sollte.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 13. - 24.11. im Foyer des Neuen Augusteum der Universität Leipzig.

http://www.globale-leipzig.de/?page_id=783

Wo: Universität Leipzig (Hörsaal 12), Universitätsstraße 1

10.11.: Film: "Im Inneren Kreis"

20-23 Uhr

BRD / 2017 / 83 min / Claudia Morar und Hannes Obens. / dt. Anschließend Diskussion mit den Filmemacher/innen Claudia Morar und Hannes Obens. * * * Danach ab 23 Uhr: GlobaLE Soli-Party * * *

Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte staatlicher Undercover-Einsätze in der linken Szene aus unterschiedlichen Perspektiven. Iris P. führte enge Freundschaften und ging intime Beziehungen mit Menschen ein, die sie zugleich ausspionierte. Als Verdeckte Ermittlerin "Iris Schneider" forschte sie jahrelang die linke Szene und die "Rote Flora" in Hamburg aus. Nach ihrer medienwirksamen Enttarnung im Jahr 2014 flogen innerhalb von 18 Monaten zwei weitere Verdeckte Ermittlerinnen in Hamburg auf. Auch sie arbeiteten mit ähnlichen Methoden und waren viele Jahre undercover in der linken Szene unterwegs.

Auf der einen Seite schildern Menschen aus dem Umfeld der Roten Flora in Hamburg sowie ehemalige Studierende der Heidelberger Universität die Auswirkungen der Überwachung, auf der anderen Seite begründen die staatlichen Verantwortlichen die verdeckten Einsätze. Der Film fragt: Welche Folgen hat Überwachung für den Einzelnen und für die gesamte Gesellschaft? Wie frei können überwachte Menschen sein?

Wo: Neues Schauspiel Leipzig (Lützner Straße 29)

Mehr Info bei GlobaLE.

09.11.: Film: "Code of survival - Das Ende der Gentechnik"

20-22.30 Uhr

BRD / 2017 / 90 min / Bertram Verhaag / dt. Anschließend Diskussion mit dem Filmemacher Bertram Verhaag.

Millionen Tonnen von Monsantos „Roundup“, mit seinem Hauptwirkstoff Glyphosat, werden Jahr für Jahr weltweit auf Felder ausgebracht. Diese Giftwaffe wird jedoch stumpf, denn die Natur bildet resistente Unkräuter, die sich in biblischen Ausmaßen vermehren und nun ein Superwachstum an den Tag legen, das Nutzpflanzen überwuchert und abtötet.

Dieser Form der zerstörerischen Landwirtschaft setzen wir drei nachhaltige Projekte entgegen: Die Teeplantage AMBOOTIA in Indien, in der überwältigenden Landschaft von Darjeeling/Himalaya. In 2000m Höhe erleben wir, wie nachhaltige ökologische Landwirtschaft eine ganze Region rettet. Die ökologische Anbauweise verhindert das Abrutschen der durch den Kunstdüngereinsatz erkrankten Teegärten. Das Projekt SEKEM des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, der vor 40 Jahren inmitten der Wüste seine biologische Farm gründete. SEKEM beweist eindrücklich, wie man Wüste in fruchtbaren Boden verwandeln kann und wir zeigen wie es funktioniert.

Wo: Schaubühne Lindenfels, Grüner Salon, 1.Etage (Karl-Heine-Straße 50)

Mehr Info bei GlobaLE.

02.11.: FIlm: "Wovon träumt das Internet?"

20-22.30 Uhr

USA / 2016 / 98 min / Werner Herzog / original mit dt. UT Anschließend Diskussion mit Aktivist/innen vom Chaos Computer Club.

Mit derselben Neugier und demselben Einfallsreichtum mit denen er sich vorher der Erde und ihren Bewohnern widmete, wendet sich Werner Herzog nun dem Internet zu, erzählt von dessen Anfängen und erkundet das World Wide Web bis in den letzten Winkel.

In Zusammenarbeit mit NetScout Systems, einem Anbieter für Sicherheitsprogramme und Service Assurance, zeigt der Dokumentarfilm durch augenöffnende Gespräche mit Fachleuten überall auf der Welt, wie das Internet unsere Welt verändert hat. Denn das Web ist aus unserem Alltag mittlerweile nicht mehr wegzudenken und beeinflusst so verschiedene Bereiche wie Entwicklung, Handel, Erziehung, Ausbildung, Gesundheitswesen, Technologie und sogar die persönlichen Beziehungen der Menschen.

Wo: Galerie KUB, (Kantstraße 18)

Mehr Info bei GlobaLE.

13.11.: Ausstellungseröffnung: "'Vergessene Geschichte' - Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland"

19-21 Uhr

Ausstellungseröffnung: "Vergessene Geschichte" - Berufsverbote - Politische Verfolgung in der Bundesrepublik Deutschland / Vortrag und Vorstellung der Ausstellung und Diskussion mit Cornelia Booß-Ziegling und Rolf Günther. Eine gemeinsame Veranstaltung von Attac Leipzig und dem Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverband Leipzig (SDS).

Die Ausstellung über Berufsverbote stellt ausführlich den sog. Radikalenerlass mit seinen insbesondere innenpolitischen Folgen und Langzeitauswirkungen dar. Er wird eingeordnet in die deutsche Geschichte, die seit dem Kaiserreich über die Weimarer Republik und die Nazi-Diktatur bis zur Bonner Republik gekennzeichnet ist durch Repressionen gegen linke Oppositionelle. Ebenso wird kritisch Bezug genommen auf die parallel dazu verlaufene Entwicklung der Inlandsgeheimdienste – z. B. auch des sog. Verfassungsschutzes –, die durch Bespitzelung den Behörden jeweils die Grundlagen für Kriminalisierung, Verfolgung und später dann auch die Berufsverbote geliefert haben.
Die Ausstellung will Menschen – vor allem der jüngeren Generation – über den sog. Radikalenerlass informieren und dieses unrühmliche Kapitel bundesdeutscher Nachkriegsgeschichte vor dem Vergessen bewahren. Sie möchte anregen zu einer Auseinandersetzung in unserer Gesellschaft über Grund- und Menschenrechte wie z. B. Meinungsfreiheit und – damit in Zusammenhang stehend und ganz aktuell – Rolle und Nutzen von Inlandsgeheimdiensten.

Die Ausstellung ist zu sehen vom 13. - 24.11. im Foyer des Neuen Augusteum der Universität Leipzig.

Wo: Universität Leipzig (Hörsaal 2), Universitätsstraße 1

Mehr Info bei GlobaLE.

23.11.: "Rote Couch: Was bleibt? Oktoberevolution – Kritik – Politische Praxis?"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig)

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Zum Abschluss unserer Reihe zu 100 Jahren Russische Revolution möchten wir in einer Podiumsdiskussion fragen: Was ist ihre Aktualität, was bedeutet das fundamentale Scheitern einer emanzipatorischen Umwälzung der Produktionsverhältnisse für diejenigen politischen Bewegungen, die sich mit dem Elend der kapitalistischen Produktionsverhältnisse bis heute nicht abfinden wollen? Ist Revolution überhaupt noch ein anzustrebendes Ziel, wer soll die machen, und wo soll es dann überhaupt hingehen? Welche Lehren muss eine revolutionäre Bewegung unbedingt aus der Vergangenheit ziehen, damit eine Verkehrung und damit auch Diskreditierung ihrer Ideen, die eigentlich einmal auf die Befreiung der Menschen von den Zwängen des Kapitals und der demokratischen Verfügung über das von ihm hervorgebrachte Potential zielten, nie wieder geschieht? Dafür möchten wir Leipziger und andere Gruppen einladen die sich mit diesen Fragen heute beschäftigen und mit ihnen diskutieren.

Eine Veranstaltung von: Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

20.11.: "Hannes Gießler Furlan: Von der Oktoberrevolution zum Stalinismus – die ursprüngliche Akkumulation"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig)

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Die sogenannte ursprüngliche kapitalistische Akkumulation bestand wesentlich darin, dass die Produktionsmittel der Gesellschaft auf Seiten der Kapitalisten akkumuliert und die Kleinproduzenten (mehrheitlich Bauern) enteignet und proletarisiert wurden. Der Sozialismus in der jungen Sowjetunion brauchte auch eine ursprüngliche Akkumulation. Denn Sozialismus setzt zweierlei voraus: Erstens, dass die Produktionsmittel nicht mehr in den Händen von Privatproduzenten sind, zweitens, dass die Produktionsmittel akkumulieren in dem Sinne, dass eine Industrie samt Landwirtschaftsindustrie heranwächst, mit der der Reichtum der Gesellschaft gemehrt werden kann. Die junge Sowjetunion aber war eine Agrargesellschaft, in welcher Abermillionen Bauern die Produktionsmittel besaßen. Sie mussten enteignet, die Landwirtschaft vergesellschaftet werden. Lenin stieß diese ursprüngliche Akkumulation des Sozialismus an, Stalin vollendete sie – zum Leidwesen von vielen Millionen Bauern. Zu den grauenhaftesten Mitteln dieser Reorganisation der Produktionsverhältnisse gehörten die Gulag-Lager. Hannes Gießler wird den Hergang der ursprünglichen Akkumulation in der Sowjetunion dargestellen und folgende Fragen erörtern: Was hatte die ursprüngliche Akkumulation des Sozialismus mit der des Kapitals gemein und was unterscheidet beide? Warum lief die ursprüngliche Akkumulation in der Sowjetunion auf Verstaatlichung der Produktionsmittel und nicht auf Vergesellschaftung hinaus? Inwieweit war diese ursprüngliche Akkumulation die Urszene des Realsozialismus? Wie haben sich Engels, Marx, Kautsky u. a. Vordenker des Kommunismus die Landwirtschaft bzw. die landwirtschaftlichen Maßnahmen nach der Revolution vorgestellt?

Eine Veranstaltung von: Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

15.11.: "Philipp Eichhorn: 'Wir haben einen Abgrund an Landesverrat im Lande.' Antikommunismus als Vergesellschaftung der BRD"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig)

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischerRezeption der Oktoberrevolution

Kaum begann das „Gespenst des Kommunismus“ im 19. Jahrhundert in Europa seine Kreise zu ziehen, sah es sich einer „heiligen Hetzjagd“ gegenübergestellt, die bis zur heutigen Zeit anhält: dem Geist des Antikommunismus. Dieser Antikommunismus als Reaktion auf kommunistische/ sozialistische Ideen und Utopien, hat als politische Strategie im Laufe der Zeit seine handgreiflichen und medialen Ausdrucksformen gewandelt, seinen Kern – die Denunziation und Einschüchterung kommunistischer Versuche und ihrer Akteur*innen – aber konsequent beibehalten. Wie sich die ideologischen Hintergründe des Antikommunismus vor allem durch den Nährboden der Geschehnisse 1917 und ihre Folgen entwickelt haben, welche Projektionsfläche der Kommunismus bietet und welche anti-emanzipatorischen Ängste sich hinter seiner Ablehnung verbergen soll ebenso Inhalt dieser Veranstaltung sein wie die Frage, welchen Zweck der Antikommunismus in der BRD und in den Debatten der heutigen Zeit erfüllt.

Eine Veranstaltung von: Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

14.11.: "Olaf Kistenmacher: 'Stille Pogrome'? Judenfeindschaft in Russland nach der Oktoberrevolution"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig)

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

In der kommunistischen Gesellschaft sollte Judenfeindschaft verschwunden sein. Nach der Revolution 1917 stellte die Bolschewiki Antisemitismus unter Strafe. Trotzdem gab es aus den Reihen der Kommunistischen Partei Russlands judenfeindliche Äußerungen, wie z.B. die Anarchistin Emma Goldman berichtet, und nicht nur die Weißen Garden, sondern auch die Rote Armee verübte während des Bürgerkriegs Pogrome. An dieses Erbe konnte, schreibt Leo Trotzki 1937 in dem Text „Thermidor und Antisemitismus“, in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre Josef Stalin anknüpfen, um seine innerparteilichen Gegnerinnen und Gegner mit subtilen Andeutungen als „jüdisch“ zu markieren. Trotzki war 1937 einer der ersten Marxisten, die versuchten, das Phänomen eines Antisemitismus der „neuen, der sowjetischen Spielart“ systematisch zu erklären.
Olaf Kistenmacher ist Historiker und Journalist. Veröffentlichungen zum Thema:
Kritik aus den eigenen Reihen. Alexandra und Franz Pfemfert, Alexander Berkman und Emma Goldman, Leo Trotzki, in: Hans-Joachim Hahn/Olaf Kistenmacher (Hg.): Beschreibungsversuche der Judenfeindschaft. Zur Geschichte der Antisemitismusforschung vor 1944, Berlin/München/Boston 2015, S. 360–384. Zum Teufel mit Stalin. Antisemitismus in der Sowjetunion, in: Jungle World 22 (2014).

Eine Veranstaltung von: Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future is unwritten

Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

08.11.: Info-Veranstaltung: "Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!"

20:00 Uhr, Leipzig, Pöge Haus (Hedwigstraße 20)

Die Rote Hilfe Deutschlands im antifaschistischen Widerstand ab 1933

Vortrag mit Silke Makowski (Hans-Litten-Archiv)

Die Rote Hilfe Deutschlands war schon in der Weimarer Republik eine große linke Solidaritätsorganisation, die Ende 1932 fast eine Million Mitglieder umfasste. Trotz ihrer engen Verbindung zur KPD unterstützten Menschen aus verschiedenen Spektren der ArbeiterInnenbewegung ebenso wie linke Prominente die Hilfe für die politischen Gefangenen und ihre Familien oder einzelne Kampagnen der Roten Hilfe.

Nach dem Verbot im Frühjahr 1933 arbeiteten viele RHD-AktivistInnen in der Illegalität weiter – teils in losen Zusammenhängen, teils in gut vernetzten Kleinzellen, die mit dem Zentralvorstand und den zuständigen Bezirksleitungen in Austausch standen. Für die zahllosen KZ-Häftlinge und ihre Angehörigen wurden Spenden gesammelt, verfolgte AktivistInnen und untergetauchte FunktionärInnen mussten mit illegalen Quartieren versorgt oder heimlich über die Grenze ins Exil gebracht werden. Im benachbarten Ausland organisierten Büros der RHD Schlafplätze und materielle Hilfe für die EmigrantInnen und unterstützten die konspirativen Gruppen im Reichsgebiet mit Druckschriften und Geld.

Die Widerstandsgruppen der Roten Hilfe erstellten Zeitungen und verteilten Flugblätter, die zum Protest gegen den NS-Terror aufriefen und die praktische Solidaritätsarbeit propagierten.

Im antifaschistischen Untergrund ab 1933 waren auffallend viele Frauen aktiv, die nach den Verhaftungen prominenter – meist männlicher – RHD-Mitglieder zentrale Funktionen in der Organisation übernahmen, aber auch „unauffällige“ Hintergrundarbeit leisteten. Selbst nach der offiziellen Auflösung der Roten Hilfe Deutschlands im Jahr 1938 führten dezentrale Strukturen die Unterstützung für die Verfolgten fort.

Insbesondere in Leipzig und den umliegenden Orten gab es noch über lange Zeit hinweg gut organisierte RHD-Strukturen. Mit dem Vortrag soll der heute fast vergessene Widerstand der Roten Hilfe gegen den NS-Terror in Erinnerung gerufen werden.

Die Referentin ist Verfasserin der im September 2016 erschienenen Broschüre „‚Helft den Gefangenen in Hitlers Kerkern!‘ – Die Rote Hilfe Deutschlands in der Illegalität ab 1933“, in der das Thema erstmals ausführlich behandelt wird.

Eine Veranstaltung von: Rote Hilfe

Weitere Infos unter:
http://antirepression.noblogs.org/post/2017/10/03/08-11-vortrag-helft-den-gefangenen-in-hitlers-kerkern/

07.11.: "Felix Klopotek: Mit Marx gegen Lenin - Das Verhältnis des Rätekommunismus zur Oktoberrevolution"

19:00 Uhr, Leipzig, IfZ (An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig)

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischerRezeption der Oktoberrevolution

Die Rätekommunistinnen waren eine der wichtigsten frühen Kritikerinnen des Bolschewismus und der Oktoberrevolution. Mit ihrer Absage an den autoritären Führungsstil und der vermeintlichen Erkenntnis des „objektiven Interesses“ der Arbeiterklasse durch die „Avantgarde“, der bolschewistischen Partei zeichneten sie schon früh eine Kritik am Staatssozialismus vor, dessen Wahrheit sich mit der Entwicklung zum Stalinismus vollends beweisen würde. Ihre Betonung der Subjektivität der Arbeiterklasse, ihre nüchternen Ideen zur Rolle der Intellektuellen in der Revolution und ihre Konzepte zur revolutionären Umgestaltung der ökonomischen Struktur der Gesellschaft können getrost als das Ambitionierteste gelten, das die revolutionäre Arbeiterbewegung Anfang des 20 Jhd. zu bieten hatte. Was können wir heute noch von den Rätekommunistinnen lernen, was ist ihre Aktualität und – viel wichtiger noch – warum waren es nicht sie die zur dominanten Strömung der Arbeiterbewegung im frühen 20. Jhd. avancierten? Denn so weitsichtig und richtig ihre Kritiken und Ideen heute erscheinen, sind auch sie gescheitert, indem in Deutschland Reformismus und später Nationalsozialismus und in Russland der Staatssozialismus siegte. Diesen Fragen möchten wir in dem Vortrag nachgehen, zu dem wir Felix Klopotek einladen möchten.

Eine Veranstaltung von: Kulturraum e.V.; Sassulitsch Gruppe; the future
is unwritten

Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

04.11.: Seminar: "Lektürekurs: Linke Kritik am Bolschewismus"

10:00 Uhr, Leipzig, Translib. Communistisches
Labor (Goetzstraße 7 / Lütznerstraße 30, 04177 Leipzig )

„Vorwärts und nicht vergessen“ – Zu Folgen, Aktualität und kritischer Rezeption der Oktoberrevolution

Anmeldung unter: sassulitsch@gmx.de

Die Bolschewisten gehörten in ihrer Anfangszeit zu einer der radikalsten Gruppierungen der internationalen kommunistischen Bewegung. Insbesondere ihre konsequente Haltung gegen den Ersten Weltkrieg und ihr revolutionärer Maximalismus beeindruckten auch die radikalen Teile der ArbeiterInnenbewegung im Westen. Wenige Jahre nach der Oktoberrevolution begannen jedoch linke und antiautoritäre KommunistInnen eine Kritik am Bolschewismus zu formulieren. Unter anderem Rosa Luxemburg und in ihrer Nachfolge die deutsch-holländischen RätekommunistInnen wollten diese Kritik selbst in einer marxistisch-materialistischen Theorie fundiert wissen. Die Unterdrückung der partei-internen Opposition, der rigide Zentralismus, die Aufgabe bzw. bloß instrumentelle Einsetzung des Räte-Gedankens, die Übertragung des russischen Modells auch auf die westlichen Arbeiterparteien innerhalb der KomIntern, letztlich der „staatskapitalistische“ Charakter des Sowjet-Regimes … – das waren Kritikpunkte, die aus Reihen des linken Kommunismus angebracht wurden. Im Lektürekurs wollen wir uns näher mit einiger dieser Kritiken beschäftigen: Rosa Luxemburgs Text „Zur Russischen Revolution“, Hermann Gorters offener Brief an Lenin und die „Thesen über den Bolschewismus“ der Gruppe Internationale Kommunisten / Holland stehen in der engeren Textauswahl.

Zur Veranstaltungsreihe:
Im Jahr 2017 jährt sich die Oktoberrevolution zum hundertsten Mal. Für das bürgerliche Feuilleton und den Kulturbetrieb ist dieses Jubiläum ein Anlass für zahlreiche Veröffentlichungen und Ausstellungen. Dabei zeichnen sich zwei Tendenzen ab: Einerseits wird eine Schreckensgeschichte gezeichnet, die von der "kommunistischen Idee" bis ins Gulag führt. Andererseits wird die Oktoberrevolution in das Feld der Kultur überführt: Man findet diese oder jene Formensprache interessant und bleibt dabei unverbindlich. Demgegenüber wollen wir in einer Veranstaltungsreihe eine andere Auseinandersetzung führen. Als Menschen, die die gegenwärtige Gesellschaftsform in Frage stellen, setzen wir uns mit einem Teil der Geschichte der kommunistischen Bewegung auseinander. Unabhängig davon, wie man selbst zum Bolschewismus und zur Sowjetunion steht: Wer sich als Kommunistin bezeichnet wird mit ihnen in Verbindung gebracht. Wenn wir versuchen, selbst zu einer Einordnung der Oktoberrevolution zu kommen, sind für uns folgende Fragen relevant: Welche Analysen und Theorien legten die Revolutionäre jener Zeit ihrem Handeln zu Grunde? Mit welchen materiellen Bedingungen waren sie konfrontiert und vor welche Probleme waren sie gestellt? Welche Konfliktkonstellationen waren für diesen historischen Abschnitt kennzeichnend? Welche Interessen machten sich innerhalb der kommunistischen Bewegung geltend und inwiefern waren diese zum Teil selbst widersprüchlich? Wie stellte sich das Verhältnis von revolutionärer und konterrevolutionärer Gewalt dar? Diese und ähnliche Fragen wollen wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe mit euch diskutieren. Wir werden sie sicherlich nicht abschließend beantworten können - die Auseinandersetzung mit der Geschichte und der Aktualität des Kommunismus wird ohnehin nicht mit dem Jubiläumsjahr 2017 abgeschlossen sein.

Eine Veranstaltung von: Sassulitsch Gruppe
Weitere Infos unter: http://vorwaertsundnichtvergessen.wordpress.com/

06.11.: "Gesprächsangebot von Out of Action"

19:00 Uhr, Leipzig (Eisenbahnstr. 125)

Out of Action ist eine Gruppe von Aktivist_innen, die über die psychischen Folgen von Repression und Gewalt im Kontext von linkem politischen Widerstand informiert. Wir bieten emotionale erste Hilfe für betroffene Einzelpersonen und Gruppen an und unterstützen einen solidarischen Umgang miteinander auch durch Informationsveranstaltungen. Am ersten Montag jeden Monats bieten wir ein Gesprächsangebot in der Eisenbahnstraße 125 an. Andere Termine für Gespräche können (verschüsselt) per Mail vereinbart werden.

Für ein solidarisches Miteinander!

Eine Veranstaltung von: Out of Action
Weitere Infos unter: http://outofaction.blackblogs.org/?page_id=142
Kontakt: outofaction-leipzig@nadir.org

03./04.11.: Konferenz: "Genug für alle? Entwicklungspolitische Konferenz", Chemnitz

Zeit: Freitag (3.11.) von 17-20 Uhr und Samstag (4.11.) von 9-18 Uhr

Ort: Das Tietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

Der Kuchen, den wir weltweit backen, wird immer größer. Und eigentlich ist doch genug für alle da: genug Nahrung, Wasser, Kleidung, Baumaterial, Arbeit, Gesundheit und Glück. Aber für manch einen fällt nicht mal ein Krümel von der Torte ab.
Der Kuchen, den wir backen, hat zudem einen faden Beigeschmack, denn die Ausbeutung von Mensch und Umwelt nimmt weiter zu. Mit den globalen Nachhaltigkeitszielen oder dem Pariser Klimaschutzabkommen hat die Weltgemeinschaft ein nachhaltiges Rezept erstellt – aber das Blech müssen wir hier in den Ofen schieben.

Wie kriegen wir ein reiches Buffet für alle hin und wie müssen wir in Sachsen ansetzen, damit alle Menschen satt werden?

Programm, Anmeldung und mehr Info hier.

07.-15.11.: "MOVE IT! Filmfestival für Menschenrechte und Entwicklung", Dresden

www.moveit-festival.de <http://www.moveit-festival.de/>

Das MOVE IT! Filmfestival
ist ein Projekt des Akifra e.V. <http://www.akifra.org/>

11.11.: Symposium: "Der Staat und die Linke", Chemnitz

Samstag, 11.00 - 14.00 Uhr

Mit Prof. Dr. Alex Demirovic (Rosa-Luxemburg-Stiftung) und Dr. Nadja Rackowitz (Geschäftsführerin des Vereins demokratischer Ärztinnen und Ärzte)

Eine Veranstaltung der RLS Sachsen und des Student_innenrates der TU Chemnitz

Altes Heizhaus, TU Chemnitz, Straße der Nationen 62, 09111 Chemnitz

Wie sehen linke Bewegungen und Parteien den Staat, seine Rolle und seine Funktion? Muss linke Politik einfach über parlamentarische Mehrheiten die Macht erlangen, um sich dem Staat als neutrales Instrument bedienen zu können? Könnten wir so von oben den Kapitalismus abschaffen? Oder folgt der Staat als komplexes Gewebe vermachteter Apparate eigenen inneren Funktionslogiken und -mechanismen, die wir verstehen und immer wieder aufs Neue hinterfragen müssen, wenn wir eine umfassende Demokratisierung von Staat und Wirtschaft erreichen und die gesellschaftlichen Verhältnisse hin zu Emanzipation, Solidarität und sozialer Gerechtigkeit, also in Richtung demokratischem Sozialismus, verändern wollen? Fragen, denn wir uns bei diesem Symposium stellen wollen.

Wir bitten um Anmeldung: chemnitz@rosalux-sachsen.de

Teilnahmebeitrag: 10 Euro, ermäßigt 5 Euro (inkl. Pausenversorgung)
Wir bitten aus organisatorischen Gründen um eine Anmeldung. Als Ermäßigungsgründe gelten üblicher Weise der Status als Student*in, Schüler*in, Erwerbslosigkeit. Darüber hinaus wissen wir um prekäre Einkommenssituationen auch bei Freiberuflichkeit. Wir setzen auf eine solidarische Selbsteinschätzung!
GENERELL GILT: Teilnahmebeiträge dürfen keine Barriere für die Teilnahme an politischen Bildungsveranstaltungen darstellen.

17./18.11.: Qualifizierungsreihe für (migrantische) Referenten: "Projektförderung und Antragsübersicht", Chemnitz

ENS: Modul 6: Qualifizierungsreihe 2017 in Chemnitz

Zeit: 17.11. 17- 20 Uhr, 18.11. 10-16 Uhr
Ort: Chemnitz

Modul 6 der 6-teiligen Qualifizierungsreihe für (migrantische) Referenten

Projektförderung und Antragsübersicht, Förderungsmöglichkeiten auf Bundes-, Landes und Kommunale Ebene

ReferentInnen: Herr Walter Hättig (Stiftung Nord-Süd-Brücken und Frau Narangarav Nyamsuren (Integrationsgemeinschaft ausländischer Erwerbstätiger e.V.)

Kontakt: Narangarav Nyamsuren, ed.neshcas-tlewenie@nerusmayn.varagnaran

http://www.einewelt-sachsen.de/archives/8136

17./18.11.: "RENN.tage Berlin 2017"

Vom 17. bis 18. November 2017 findet die erste bundesweite Konferenz der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) in Berlin statt. Die Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) wurden 2016 auf Anregung des Rates für Nachhaltige Entwicklung eingerichtet und werden vom Bund u?ber eine Dauer von fünf Jahren gefördert. Sie sollen Nachhaltigkeitsaktivitäten auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene ausbauen und vernetzen. Dazu haben sie die RENN.tage Berlin ins Leben gerufen - ein interaktives Konferenzformat fu?r NachhaltigkeitspionierInnen aus ganz Deutschland.

Sie sind für Ihr Engagement für eine nachhaltige Entwicklung in ju?ngster Zeit besonders ausgezeichnet worden und wir wu?rden gerne mehr über Ihre Ideen und deren Umsetzung erfahren. Genau deshalb gilt diese Einladung auch nur fu?r Sie persönlich, der Teilnehmerkreis ist geschlossen. Egal ob Verein, Start-up, Kommune oder Bildungseinrichtung. Lernen Sie sich kennen, tauschen Sie sich aus. Erfahren Sie Neues aus Politik und Wissenschaft, nutzen Sie Coaching- und Mitmachangebote. Denken Sie quer und denken Sie weiter. Das ist es, was wir Ihnen während der zwei Tage ermöglich wollen.

Die RENN.tage Berlin 2017 finden vom 17.-18. November 2017 in der Kalkscheune Berlin statt.

Anbei finden Sie erste Informationen, was Sie während der zwei Tage erwarten können, das genaue Programm befindet sich noch in der Ausarbeitung.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme haben, können Sie sich jetzt u?ber das online-Anmeldetool unserer Veranstaltungsagentur registrieren: https://lcem.lab-concepts.de/registration/rne-renntage-berlin-2017 Nehmen Sie sich dafür ein bisschen Zeit. Je konkreter Sie ihre Ideen und Anregungen eintragen, desto besser können wir die Veranstaltung auf Ihre Bedürfnisse zuschneiden.

Wir können Ihnen die Fahrtkosten (Deutsche Bahn, 2. Klasse) erstatten, falls eine Abrechnung u?ber Ihren Arbeitgeber nicht möglich ist. Außerdem verfu?gen wir über ein begrenztes Hotelkontingent, das wir Ihnen kostenfrei zur Verfu?gung stellen. Die Zimmer vergeben wir nach Reihenfolge der Anmeldungen.

Mit den besten Grüßen

Sabine Gerhardt
Rat für Nachhaltige Entwicklung
RENN-Leitstelle

Geschäftsstelle c/o GIZ GmbH
Potsdamer Platz 10
10785 Berlin
Deutschland

I www.nachhaltigkeitsrat.de; www.renn-netzwerk.de

22./23.11.: Fachtagung: "Polizei und Rechtsextremismus – zur Vermessung eines schwierigen Feldes", Tutzing

Spätestens seit den 1990er Jahren ist nicht nur der Rechtsextremismus, sondern auch "Polizei und Rechtsextremismus“ ein Dauerthema. Die Fachtagung möchte die unterschiedlichen Aspekte der Debatte in den Blick nehmen.

SEK-Beamte, die von Reichsbürgern erschossen werden. Rechtsextreme Demonstrationen, die von Beamtinnen und Beamten geschützt werden müssen. Antisemitische Sprechgesänge in Fußballstadien … die Liste der Berührungspunkte von Polizei mit Rechtsextremismus ist lang. Die Fachtagung "Polizei und Rechtsextremismus – zur Vermessung eines schwierigen Feldes", die in Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung, der Akademie für politische Bildung Tutzing und der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin durchgeführt wird, will diese Punkte in den Blick nehmen. Expertinnen und Experten aus den Bereichen Polizei, Wissenschaft, Politik und Praxis widmen sich den unterschiedlichen Aspekten dieses konfliktbeladenen Themengebietes. In Vorträgen und Workshops werden Aspekte des Rechtsextremismus sowie die Problemlagen wie die Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrundes", aber auch Lösungsansätze wie "Diversity Management“ und der Dialog zwischen Polizei und Zivilgesellschaft präsentiert.

Vorläufiges Programm und Anmeldung unter: www.apb-tutzing.de/programm/tagung/47-5-17

22.11.2017,09:30 bis 23.11.2017,12:30

Ort
Akademie für Politische Bildung Tutzing
Buchensee 1
82327 Tutzing

Für
Die Fachtagung richtet sich vor allem an Beamtinnen und Beamte der Landespolizeien und der Bundespolizei, an zivilgesellschaftliche Akteurinnen und -akteure sowie an politische Bildnerinnen und Bildner.

Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Akademie für politische Bildung Tutzing

Mehr Info zur Anmeldung hier.

24./25.11.: "Herbst_LiMA", Berlin

Am 24. und 25. November wird es eine zweitägige Herbst_LiMA im Rahmen der Jahrestagung des Instituts für Protest- und Bewegungsforschung geben. Der Ticketshop ist geöffnet. Neben einer Reihe von Seminaren gibt es spannende Diskussionen, zu denen der Eintritt frei ist.

Thematisch geht es rund um Fragen zu Medienaktivismus und Medienkritik und welche Möglichkeiten es gibt, sich jenseits von Verschwörungstheorien und Fake News zu positionieren.

Heute ist das Projekt Media Residents, ein Co-Working Space für geflüchtete Journalist*innen und Medienmacher*innen, gestartet.

Mehr Info: linkemedienakademie.de

24.11. (deadline).: Fachtagung: "Grenzenloser Salafismus - Grenzenlose Prävention?", Mannheim

Radikalisierung, politische Bildung und internationale Ansätze der Prävention. 04./05.12.2017

2015 wird die Ausreise in den sogenannten "Islamischen Staat" (IS) unter Strafe gestellt. Knapp ein Jahr später ereignet sich der erste Terroranschlag des IS auf deutschem Boden. Es werden Vereinsverbote verhängt, die nachrichtendienstliche und polizeiliche Überwachung wird ausgeweitet, die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden ausgebaut. Gleichzeitig sinken die Ausreisezahlen sowohl nach Syrien als auch in den Irak und der IS verliert Stellungen. Man könnte 2017 schlussfolgern, dass der Mythos des "Kalifats" erloschen ist und die Radikalisierungsprävention zu den Akten legen. Ein beliebiges Gespräch mit Schulen, Jugendarbeit oder Verwaltung zu den Stichworten Salafismus und Radikalisierung zeigt jedoch: Der Bedarf nach Präventionsprojekten und neuen Formaten der politischen Bildung ist weiterhin hoch.

[...]

Manche sehen in einer einheitlichen nationalen Präventionsstrategie den Schlüssel zu erfolgreicher Prävention. Andere halten in Zeiten, in denen es noch keine unangefochtenen Ansätze gibt, zunächst föderale Experimentierfelder für vielversprechender, auch um regionalen und lokalen Herausforderungen differenziert begegnen zu können. Was bei diesen Diskussionen manchmal untergeht: Andere europäische Länder stehen nun schon seit einigen Jahren vor denselben Herausforderungen und machen eigene Präventionserfahrungen. Dabei zeigen sich durchaus verheißungsvolle Resultate und – für die Konzeption von Maßnahmen mindestens ebenso wichtige – Beispiele des Scheiterns gut gemeinter Projekte im Praxistest.

Klar ist: Während der Salafismus als Ideologie keine Ländergrenzen kennt, verharren die Präventionsansätze meist in den Nationalstaaten. Die Fachtagung nimmt eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen vor, fördert die internationale Vernetzung und regt den fachlichen Austausch an. So stärkt sie die Präventionslandschaft in Deutschland und Europa.

Ort
Congress Center Rosengarten
Rosengartenplatz 2
68161 Mannheim

Für
Haupt- und ehrenamtliche Fachkräfte aus den Bereichen politische Bildung, Schule, Jugendhilfe, Sozialarbeit, Sicherheitsbehörden, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Wissenschaft, die in ihrer Arbeit mit dem Phänomen des Salafismus konfrontiert sind.

Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg

Bitte melden Sie sich bis zum 24.11.2017 an.

Die Teilnahmegebühr richtet sich nach der Anzahl der Übernachtungen und ist inkl. Verpflegung.
ohne Übernachtung: 30 Euro
eine Übernachtung (4.-5.12.17) im Doppelzimmer*: 50 Euro
eine Übernachtung (4.-5.12.17) im Einzelzimmer*: 75 Euro

  • Eine Übernachtung am Vortag ist prinzipiell möglich. Allerdings muss aufgrund der öffentlich bezuschussten Übernachtungskosten gesondert begründet werden, warum eine Anreise am 4. Dezember 2017 (Montag) unzumutbar ist. Ein triftiger Grund ist beispielsweise eine notwendige Abfahrt von der Wohnung aus vor 6.00 Uhr. Bitte wählen Sie in diesem Fall in der Anmeldemaske die einfache Übernachtung im Einzel- oder Doppelzimmer aus und richten Sie eine zusätzliche Mail an die Teilnehmer/-innenorganisation. Die Teilnahmegebühren betragen bei zwei Übernachtungen (3.-5.12.2017) im Doppelzimmer: 75 Euro im Einzelzimmer: 120 Euro.

Reisekosten können nicht erstattet werden. Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung, die durch eine Absage bzw. Nichtanreise entstehen, müssen wir Ihnen leider in voller Höhe in Rechnung stellen. Die Rückerstattung der Teilnahmegebühr ist nicht möglich. Die Teilnahmegebühr wird jedoch auf die Kosten für die Stornierung der Hotelunterbringung angerechnet.

Mehr Info hier bei der bpb.

Neue Ausgabe des Forschungsjournals NSB: Neue Normalität? Der aufhaltsame Aufstieg des Rechtspopulismus

Mit einem Sonderschwerpunkt „Privatheit und Demokratie“

Alter Wein in neuen Schläuchen?

War die Beschäftigung mit dem Rechtspopulismus in Deutschland lange ein Rand- oder Teilaspekt verschiedener Forschungsfelder, so ist er jetzt ins Zentrum der akademischen und politischen Aufmerksamkeit gerückt. Auch in Deutschland, das lange eine Ausnahme war und inzwischen ein Nachzügler unter den Heimatländern des Phänomens ist, kommt man nicht mehr um das Thema herum.

So kann der sogenannte Brexit künftig als Beispiel dafür gelten, wie Rechtspopulisten selbst in einem für sie durch Mehrheitswahlrecht und politische Kultur unwirtlichen politischen System eine geschichtsprägende Entscheidung in ihrem Sinne beeinflussen konnten. Aber gerade diejenigen, die sich der Bewegungsforschung in ihren zahlreichen Facetten verbunden fühlen, müssen am deutlichsten vor etwaigen Entwarnungen abraten, sofern sie sich als Gegner des Rechtspopulismus verstehen.

Auch in der Aktuellen Analyse das Thema Rechtspopulismus

Die „Aktuelle Analyse“ passt diesmal zum Themenschwerpunkt: Knut Bergmann, Matthias Diermeier und Judith Niehues analysieren Befunde der Meinungsforschung zu den politische Ansichten der AfD-Anhänger im Längsschnitt. Im Kern der Analyse steht dabei die Frage, ob es sich in der Gründungsphase vor allem um eine dezidiert wirtschaftsliberale Klientel handelte, die in der Folge zunehmend von Anhängern des rechtskonservativen Rand abgelöst wurde. Thomas Leif analysiert die auf systematischen Tabubrüchen beruhende Medien- und Aufmerksamkeitsstrategie der AfD.

Zusätzlicher Sonderschwerpunkt

Thema des Sonderschwerpunkts sind die Ergebnisse eines DFG-Sonderforschungsprojektes zu "Privatheit und Demokratie", verantwortet von Sandra Seubert und Paula Helm (beide Universität Frankfurt). Galt Privatheit lange Zeit als Blackbox und Raum individueller Freiheiten im Sinne eines besitzindividualistischen Freiheitsverständnisses, so gerät Privatheit hier als Ort der Konstitution demokratischer Persönlichkeiten, Haltungen und Werte in den Blick. Eine republikanische Theorie der Privatheit setzt sich das Ziel, das Verhältnis von Privatheit und Demokratie als wechselseitige Bedingung zu analysieren. Privatheit ist nicht ohne Demokratie und Demokratie nicht ohne Privatheit zu schützen. Hoch anschlussfähig sind die hier vorgetragenen demokratietheoretischen Überlegungen zu den neueren Akzentsetzungen der Engagementforschung: Dort werden Nachbarschaften, informelles Engagement und soziale Bewegungen mittlerweile stärker beachtet.

Und als Spezial gibt es auf unsere Internetseite

unter anderem Beiträge zur Bedeutung von Emphatie und Emotion in der digitalen Kultur (Karim Fathi/ Anja Osswald), mit einer Analyse zu den Reichsbürgern (Yasemin Désiree Krüger) und einen online-Sonderschwerpunkt „Rechtspopulismus“ mit Beiträgen von Beate Küpper, Dieter Rucht, vom Autorenteam Wolfgang Schroder/Bernhard Weßels/ Alexander Berzel/ Chrisdtian Neusser sowie einen sehr lesenswerten Beitrag von Hans Hütt zur Entzauberung des Rechtspopulismus.

Mehr Infos hier.

Publikation: "No Humboldt 21! Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum"

Die Publikation "No Humboldt 21! Dekoloniale Einwände gegen das Humboldt-Forum" ist jetzt erhältlich!

Die Publikation vereint Texte, Interviews, Kollagen und Bilder, die im Rahmen der von AfricAvenir mitgetragenen Kampagne entstanden sind und nun erstmalig in deutscher Sprache vorliegen. Hier finden ältere und neuere Beiträge zusammen und bilden ein Panorama des Insistierens über die letzten vier Jahre.

198 Seiten, 14 Euro zzgl. Versandkosten

Mehr Info bei Africavenir.

Sozial.Geschichte online #21 erschienen

Sozial.Geschichte Online #21 ist soeben als PDF auf DuEPublico erschienen und kann dort kostenlos heruntergeladen werden. Die neue Ausgabe, die es neben der sonst üblichen Onlineversion diesmal auch in einer limitierten gedruckten Fassung geben wird, enthält einen Forschungsbeitrag von Andreas Peglau zur Rolle des Psychoanalytikers Wilhelm Reich in der österreichischen Linken zwischen 1925 und 1930, einen Beitrag von Wulf D. Hund zum Rassismus des Politologen Eric Voegelin, Diskussionsbeiträge von Peter Birke zur Debatte um Didier Eribons Rückkehr nach Reims, von Gerhard Hanloser zu französischen Erklärungsversuchen der gegenwärtigen Schwäche der Linken — ebenfalls eine Auseinandersetzung mit Eribon sowie mit Luc Boltanski / Ève Chiapello und Jean-Claude Michéa — und eine „Spurensuche im Medialen“ vom selben Autor, die in Filmanalysen die widersprüchliche Wiederkehr der Proletarität ins Auge nimmt. Weiterhin bringt das Heft einen Diskussionsbeitrag von Wolfgang Hien über Körper und Arbeit - die Schattenseiten des Wirtschaftswunders in Deutschland und Österreich und den ersten Teil von Karl Heinz Roths Auseinandersetzung mit dem Griechenlandhistoriker Heinz A. Richter. Nikolai Hukes Beitrag zum Zeitgeschehen schließlich untersucht die Politik der ersten Person. Chancen und Risiken am Beispiel der Bewegung 15-M in Spanien. Zudem kommentiert die Redaktion die Ereignisse beim G20 Gipfel in Hamburg ausführlich im Editorial.

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Zeitschrift: iz3w 363: "Gegen sexualisierte Gewalt. Schreit auf!"

Sexualisierte Gewalt im Kontext von Kriegen, Flucht und Migration ist in den letzten Jahren immens angestiegen. Extreme Ausformungen sind Feminizide in Lateinamerika, „korrektive“ Vergewaltigungen von Lesben in Südafrika oder Foltergefängnisse für Schwule in Tschetschenien. Es zeigt sich: Wer von der (patriarchalen) Norm abweicht und Rollenzuschreibungen ablehnt, ist weltweit ein potentielles Opfer von sexualisierten und geschlechterbasierten Gewaltausübungen.

Der Themenschwerpunkt fokussiert sexualisierte Gewalt als eine Form von Machtmissbrauch. Es handelt sich dabei nicht ausschließlich um physische, sondern auch um psychische Übergriffe wie sexuelle Belästigung, Drohungen oder Zwangsverheiratung Minderjähriger. Wir fragen uns: Was sind die spezifischen Hintergründe dieser Gewalt? Wie äußert sie sich konkret? Und nicht zuletzt: Was kann dagegen getan werden?

Mehr Info hier.

Zeitschrift: APuZ 42-43: (Anti-)Faschismus

Unter dem Namen Fasci italiani di combattimento (Italienische Kampfbünde) trat ab 1919 eine Gruppe öffentlich auf, die sich einem Führer - Benito Mussolini - unterordnete, dem nationalistischen Lager entstammte und ihren Antimarxismus auch gewaltsam zeigte. Diese Bewegung sollte zum Namensgeber für das globale Phänomen Faschismus werden, die skizzierten Charakteristika sind der kleinste gemeinsame Nenner faschistischer Bewegungen.
Das weltweite Erstarken nationalistischer, autoritärer und gegen Minderheiten gerichteter Strömungen hat neues Interesse am (Anti-)Faschismus geweckt. Reaktionäre Bewegungen mit breiter Basis hatte es in vielen Ländern jahrzehntelang nicht gegeben. Ab wann ist es gerechtfertigt, rechtsgerichtete Bewegungen und Regierungen als faschistisch zu bezeichnen? Wie real ist die Gefahr des Faschismus heute, wer sind seine Gegner?

Das komplette Heft können Sie unter www.bpb.de/257678 bestellen und als PDF oder EPUB für E-Reader herunterladen.

Die nächste Ausgabe zum Thema "Wandel des Politischen?" erscheint am 30. Oktober.

Bundeszentrale für politische Bildung
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Fax +49 (0)228 9910 515-585
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Zeitschrift: Südlink 181: "Soziale Ungleichheit: Wenn die Reichen immer reicher werden"

In fast allen Ländern der Welt steigt die soziale Ungleichheit, auch in Deutschland, wo die Armut seit Jahren wächst. Ein Skandal – und kein Sachzwang, wie manche gerne behaupten. Denn es gibt Länder, die Armut erfolgreich abbauen.

„Acht gegen drei Milliarden“ könnte eine Kurzformel zur Beschreibung der Welt lauten: Laut einer Studie der Entwicklungsorganisation Oxfam besitzen die acht reichsten Menschen zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung; Das sind mehr als drei Milliarden Menschen.

Die Agenda 2030 der Vereinten Nationen fordert den Abbau der Ungleichheit zwischen Arm und Reich – innerhalb und zwischen den Ländern. Dazu bedarf es keiner Zauberei. Die Instrumente sind bekannt, sie müssen nur umgesetzt werden.

Lesen Sie mehr dazu im neuen Südlink 181. Dieser Südlink hat 44 Seiten und kann für 3,80 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellt werden.

Mehr zum Inhalt hier.

Zeitschrift: Tsveyfl #1: "Anarchismus & Menschenrechte"

ISSN: 2567-1545 | 10,-€

Bestellung beim Syndikat-A

Erik Hagedorn – Die Unmöglichkeit von Internationalen Beziehungen und Menschenrechten

Frederik Fuß – Der anarchistische Ruf nach dem gerechten Staat

Max Schnetker – Vom Tyrannenmord zum Menschenrecht. Rechtstheorien in der spanischen Spätscholastik angesichts der Gräuel der Conquista

Thomas Lassner – Die Grenzen der Egalität – falsche Versprechungen und partikulare Universalität

Vincent Heßelmann – Menschenrechte als interkommunales Recht der befreiten Gesellschaft? Ein Rettungsversuch

Frederike Hildegard Schuh – Wider das Elend der Religionskritik

Max Schnetker – Herrschaft in Zeiten sozialer Medien

Matheus Hagedorny – „Satan verbreiten“ Carl Schmitts Blick auf den Anarchismus

Frederik Fuß – Zum Elend insurrektionalistischer Knastkritik

Spencer Sunshine – Nietzsche und die Anarchisten

15.11. (deadline): WiMi 50% u.a. im Bereich antimuslimische Rassismusforschung

An der Akkon-Hochschule für Humanwissenschaften Berlin sind in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsverbund „Das Bedrohungsszenario des islamistischen Terrorismus aus den Perspektiven von Politik, Medien und muslimischen Communities. Eine empirische Studie“ (Fördermaßnahme „Geistes und Sozialwissenschaften“ im Förderbereich „Zusammenhalt stärken in Zeiten von Krisen und Umbrüchen“) in einem Teilprojekt vorbehaltlich der Mittelbewilligung,zum 1.01.2018 zwei Stellen zu besetzen.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin/Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Beschäftigungsumfang: 50 %

Erwartet werden :
Voraussetzung ist ein einschlägiges,abgeschlossenes Master Studium

  • Kenntnisse in der antimuslimischen Rassismusforschung
  • Kenntnisse in der sozialpsychologischen Vorurteilsforschung
  • Kenntnisse der Medienanalyse (orientiert an Stuart Hall)
  • Kenntnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
  • Erfahrung mit qualitativen Methoden der Sozialforschung, insbesondere mit Gruppendiskussionen und Interviews
  • Erfahrung mit MaxQDA
  • Kenntnisse bzw. Erfahrungen in der politischen Bildungsarbeit
  • gute Englischkenntnisse.

Wir bieten:

  • das Arbeitsverhältnis ist auf 36 Monate befristet
  • die Eingruppierung erfolgt je nach Qualifikation bis Entgeltgruppe 13 TV-H

Die Akkon-Hochschule Berlin ist eine familiengerechte Hochschule, die für Chancengleichheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie eintritt. Sie fordert Frauen mit entsprechenden Qualifikationen ausdrücklich zur Bewerbung auf. Menschen mit Behinderung (i. S. § 2 Abs. 2 und 3 SGB IX) werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt.

Inhaltliche Fragen zur Stelle beantwortet Ihnen Herr Prof. Dr. Andreas Bock, Akkon-Hochschule Berlin, Telefon: 030/8092332 – 14, E-Mail: andreas.bock@akkon-hochschule.de.

Ihre digitale Bewerbung mit aussagefähigen Unterlagen richten Sie bitte per Mail unter Angabe der o.a. Kennziffer bis zum 15.11.2017 an

Bewerbungsfrist: 15.11.2017

CfP (deadline: 01.12.2017): "Uncanny Futures: Speculative Ecologies of Waste"

Workshop in Bremen/Delmenhorst, March 15 th -16 th 2018

In recent years waste has become an increasingly contemplated issue in the humanities and social sciences, as made evident by a plethora of related conferences and an increasing number of books, edited issues, volumes etc. (i.e. for the German-speaking context: Kersten 2016 and Lewe et al. 2016). What counts as waste is highly contested and not evident at all. Dependent on both attributions and allocations as well as material properties, nearly everything can turn into waste and back into something of use. Building upon that broad consensus, we want to use waste as an entry point to ask more encompassing questions, pointing to fundamental issues at stake. In this way, waste, or rather: litter, garbage, debris might serve as a lens to zoom into past_ current_ future issues and questions of life in the Anthropocene: How can we make decisions when faced with uncertainty (Murphy 2006)? How does dirt and pollution challenge the concept of reversibility? How to cope with not knowing how different materials behave in the future (Hird 2012), e.g. atmospheric fallout of polyester fibres? What are the consequences of “burying & forgetting” wastes (especially harmful refuses), respectively of maintaining their memory? How do we rethink environmentalism without playing off the environment against waste? How is it that ideas of pollution change over time “from ‘matter out of place’ (Douglas) to allowable limits” (Liboiron 2016)? How can we responsibly challenge recycling as a panacea solving all waste problems to come? And how does recycling serve to de-politicize the handling of waste through pushing individual responsibilities? How do waste and affiliated practices challenge ideas of linearity (Lepawsky and Mather 2011)?

Finally, what are the roles of sociotechnical imaginaries (Jasanoff and Kim 2015) in handling waste, such as cleaning up large amounts of ocean plastics? And how can we link these projects to trans/national efforts of managing and regulating waste and its related issues?
The workshop is part of the research project “Knowing the Seas as Naturecultures” ( http://www.kultur.uni-bremen.de/en/research/projects/project-3.html ) that addresses anthropogenic marine litter not only as waste (that could get separated easily from the water) but something that yet becomes part of the environment. Therefore, we are looking for proposals that engage with or move beyond the strong connection between waste and the (human and non-human) environment. We also invite researchers who tackle related issues.
As we wish the workshop to be a small and focused “discussion-environment”, we are looking forward to contributions and proposals for discussions and more uncommon formats! Nonetheless, short paper-inputs (approx. 10 min.) are welcome as well. The proposals can cover but are not limited to one of the following topics: - Scaling, (dis-)location, linearity vs. complexity - Concepts of pollution - Not in my body: environmental and/or health issues? - Waste vs. the environment and other dilemmas - Waste, environmental justice and the postcolonial - Micro- and nanoplastics in the oceans - Litter and debris as habitats for biological life-forms - Micro-biopolitics of degradation: bacteria and waste - Toxics: the uncanny valley of micro-waste & emissions - Individualization vs. collectivization of responsibility - Temporalities, slow violence and deep time - The paradoxes of recycling and technospheric mining - Technological fixes: solutions as part of the problem?

Due to the workshop-size/-format, the number of participants is limited. Abstracts should not exceed 300 words and be submitted (together with a short bio) no later than 01.12.2017 in English or German to s.bergmann@uni-bremen.de . We will decide on the workshop language due to the composition of the participants. We will notify you about acceptance by the end of December.
Travel expenses may be covered partially in accordance to the workshop-budget and according to access to own resources of participants.
Organization: Sven Bergmann, Department of Anthropology and Cultural Research, University of Bremen Yusif Idies, Institute for Geography, Münster University Franziska Klaas, Department of Anthropology and Cultural Research, University of Bremen

10. Januar (deadline): 4 Promotionsstipendien der FES zur "„Erforschung der sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen. Historischer Wandel, gegenwärtige Effekte und Perspektiven für die Zukunft“

Ziel des Promotionsprogramms:
Motiviert durch die wissenschaftlichen, politischen und öffentlichen Debatten anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der deutschen Sozialdemokratie 2013 legt die Promotionsförderung der Friedrich-Ebert-Stiftung ein eigenes Promotionsprogramm auf, das innovative historische und zeitgeschichtliche Forschungen (18. bis 21. Jahrhundert) zu
Geschichte, Wandel und Zukunftsperspektiven der Sozialen Demokratie in der deutschen Wissenschaftsgemeinde anregen soll. Vor diesem Hintergrund möchte die FES Doktorand_innen mit einem Stipendium fördern, die sich mit Blick auf aktuelle Problemlagen neu und innovativ mit der Erforschung der Sozialen Demokratie(n) und ihrer Bewegungen unter besonderer Berücksichtigung des Historischen Wandels und seiner gegenwärtige Effekte analytisch-kritisch befasst sind und auch Perspektiven für die Zukunft mit in den Blick nehmen.
Forschungsleitend können Fragen an die Geschichte sozialer Bewegungen in ihren politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten sein. Auch Fragen über den Wandel und die Organisierung moderner Arbeitsgesellschaften und die Inklusion migrantischer und anderer sozialer Lebenswelten sind ebenfalls denkbar. Nicht zuletzt sind auch Prüfungen kritischer Thesen willkommen, wie die der „postdemokratischen Gesellschaft“ als Gegenentwurf zu den traditionellen sozialen Bewegungen oder auch den rasanten Aufstieg rechtspopulistischer Kräfte in Europa. Forschungsleitend könnten
beispielsweise dabei auch Fragen zur modernen Demokratiegeschichte sein, gedacht als Erforschung der Sozialen Demokratie(n) in der politischen Praxis. Dabei sollten verschiedene gesellschaftspolitische Dimensionen beleuchtet werden.

Gefördert werden Promotionen verschiedener gesellschaftswissenschaftlicher Disziplinen, in denen historischer Wandel mit gegenwärtigen Problemen in Beziehung gesetzt oder auch diskursive, mediale oder kulturelle Fragen reflektiert werden.

CfP: kritische berichte 3/2018: „Vakanz: Ästhetiken und Semantiken architektonischen Leerstands“

Im Leerstand verfehlt Architektur ihre Bestimmung. Dennoch wurde der Leerstand einer im weitesten Sinne architektonisch gestalteten Umwelt im Laufe der Geschichte immer wieder bildlich in Szene gesetzt: Das motivische Spektrum reicht vom leeren Grab Christi bis zu den fotografischen Trophäenjagden der Urban Exploration-Community, von intakten oder ruinierten, privaten oder öffentlichen Herrschafts- und Nutzarchitekturen über Fabrik- und Ausstellungshallen bis hin zu leeren Plätzen, Straßen oder zur exponierten Leere einzelner Fenster, Türen oder Möbel.
Heft 3/2018 der kritischen berichte möchte das Bildsujet der architektonisch gefassten Leere in seinen Ursachen, Funktionen und Ästhetiken diskutieren und über den Begriff der Vakanz insbesondere den Umstand fokussieren, dass entsprechenden Bildern gemeinhin ein transitorischer Charakter und eine doppelte Appellstruktur innewohnt: Leere Architekturen verpflichten ihre Betrachter auf die Rekonstruktion einer ihrem gegenwärtigen Zustand vorangegangenen Bestimmung und Geschichte einerseits und auf die Imagination einer dem Ort gemäßen Zukunft andererseits. (...)
Textvorschläge können in Form eines Exposés (max. 2500 Zeichen auf Deutsch oder Englisch) mitsamt einer Kurzbiografie bis zum 8. Dezember 2017 (Julian.Blunk@fu-berlin.de) eingereicht werden. Ausgewählte BewerberInnen werden bis zum 5. Januar 2018 informiert. Abgabefrist für die vollständigen Beiträge (max. 25.000 Zeichen) ist der 15. Juni 2018. Willkommen sind neben Beiträgen aus benachbarten Disziplinen insbesondere auch solche zur vormodernen Kunst.

Mehr Info hier.

CfP: "Degrowth Economies as Transitional Geographies?"

Global Conference on Economic Geography, July 24 – 28, 2018, Cologne

Chair: Bastian Lange (Universität Leipzig)

Co-Chair: Benedikt Schmid (Université du Luxembourg)

Recently, a lively debate within the discourse on alternative economic geographies centres on so-called open workshops, creative hubs (Schmidt / Brinks et al 2014), FabLabs (Fleischmann / Hielscher et al 2016), repair cafés, etc. as sites of open collaborative processes. Contrary to the prevailing growth paradigm of numerous regional economic approaches, these micro-spaces open up a lively, transdisciplinary debate about the acquisition of alternative, decentralized, and coproducing concepts. As a practical consequence, these spaces demonstrate insights how manufacturing, repairing, mobility, urban farming, cloth making characterize the city as fabrication plant (Jabareen 2014, Petschow 2016).

Economic geography as a discipline has been invited by different scholars (Smith/Voss/Grin 2010, Truffer 2013) to shed light on so-called transitional geographies. The discipline could contribute in more detailed ways to overcome static e.g. multi-level-perspectives and multi-level theories (Coehnen et al. 2012) within the discourse of transition economies and sustainability goals.

The task of the session is to invite papers to better understand the rapidly growing field of “grassroots innovation movements” (Smith 2017). The session will be a platform that seeks to discuss current empirical, conceptual and case-study contributions analysing occurrences of experimental urban transformations (Färber 2014). Potential topics are welcomed, but are not limited to the following thematic sub-fields:

- Upscaling and professionalization in grassroots economies

- Urban commons and experimental spaces

- Makerspaces and flexible cooperation between different stakeholders

- Values and category building in grassroots movements

- The role of intermediaries, NGOs, and supportive governance policies

- Digital infrastructures as modes of stabilization

- Space-making of innovation, co-production and knowledge-sharing

- The urban fabric as background and resource for decentralized industries

- local manifestations of degrowth economies

- organizing for post-growth economies / post-growth organization(s)

- Shifting meanings of work and economic practice

Please submit your abstract through the conference website between November 15th2017 and March 15th 2018: https://www.gceg2018.com. For further inquiry feel free to contact Bastian Lange (bastian.lange@uni-leipzig.de) or Benedikt Schmid (benedikt.schmid@uni.lu).

CfP: Zeitschrift: PROKLA 191: "Zur (neuen) Wohnungsfrage"

Heft 2, Juni 2018

Nachdem die Große Koalition im November 2013 mit viel rhetorischem Tamtam die Mietpreisbremse verkündete, befürchtete der Verband der Haus- und Grundbesitzer das Schlimmste: Die Neuvermietungsmieten auf maximal 10 Prozent über den ortsüblichen Vergleichsmieten zu begrenzen, sei ein Angriff auf Grundrechte des Eigentums und der Vertragsfreiheit, Neuinvestitionen in den Wohnungsbau würden radikal abgewürgt und bezahlbare Mieten in Ballungsgebieten so auch nicht erreicht. Zumindest beim letzten Punkt sollte der Verband recht behalten, wenn auch aus anderen Gründen, als er sie annahm. Denn während die Investitionen in Wohnbauprojekte keineswegs zurückgingen und der Bau von (hochpreisigen) Eigentumswohnungen neue Höhenflüge erlebte, stiegen die Immobilienpreise und Mieten weiter – unter anderem deshalb, weil Neubauten ohne Regulierung nicht zu leistbaren Mieten führen und die zahnlose Mietpreisbremse nicht nur schwer zugänglich ist, sondern auch zahllose Schlupflöcher aufweist. Dieser erfolglose Versuch einer punktuellen und halbherzigen Reform zeigt beispielhaft zum einen, dass die bereits von Friedrich Engels gegen Ende des 19. Jahrhunderts diskutierte „Wohnungsfrage“ wieder ein Thema der Politik geworden ist; zum anderen, dass diese grundlegende Probleme berührt, die nicht durch eine partielle Preisregulierung zu lösen sind.

Denn unter kapitalistischen Verhältnissen erfolgt die Versorgung mit Wohnraum in der Regel vermittelt über Marktmechanismen und eingebunden in – zunehmend globale – Prozesse der Kapitalzirkulation. NutzerInnen einer Wohnung müssen, sei es als MieterInnen oder als KreditnehmerInnen, über ausreichende Zahlungsfähigkeit verfügen, um die profitable Verwertung des in der Wohnimmobilie investierten Kapitals sicherzustellen. Die Verwertungsprozesse im Wohnungssektor stehen daher immer wieder im Widerspruch zu den Erfordernissen einer ausreichenden Reproduktion der Klasse der Lohnabhängigen wie auch der kleinen Selbstständigen. Angesichts dieses gesellschaftlich eingerichteten Widerspruchs haben staatliche Akteure seit Beginn des 20. Jahrhunderts in allen kapitalistischen Ländern jeweils abhängig von den gesellschaftlichen Kräfteverhältnissen sowie der historisch spezifischen Gesellschaftsformation mit diversen Instrumenten in Marktmechanismen interveniert, um die Bezahlbarkeit des Wohnens sicherzustellen.

Insbesondere im Anschluss an die globale Finanzkrise von 2008 lässt sich an vielen Orten weltweit erneut eine Verschärfung der städtischen Wohnungsfrage beobachten. Steigende Mieten und Wohnungspreise führen zu einer Situation, in der es für Haushalte mit geringen und selbst für solche mit mittleren Einkommen immer schwieriger wird, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Ermöglicht wurde eine derartige Zuspitzung der Wohnungsfrage durch die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse und stagnierender Einkommen bei einer gleichzeitig einsetzenden Neoliberalisierung der Wohnungspolitik ab Mitte der 1980er Jahre. Kennzeichen dieses Wandels in der Wohnungspolitik sind u.a. eine Deregulierung des Mietrechts, die Abschaffung der Wohnungsgemeinnützigkeit und der Rückzug aus dem sozialen Wohnungsbau sowie die Privatisierung kommunaler Bestände, die Not leidenden Kommunen als vermeintlicher Rettungsanker zur Haushaltskonsolidierung erschien. Eine entscheidend neue Qualität hat die Wohnungsfrage aber vor allem dadurch bekommen, dass Investitionen in Immobilien als vermeintlich sichere Kapitalanlagen zur Entstehung spezifischer Finanzprodukte (z.B. REITs oder REPE-Fonds) geführt hat, was Spekulationen auslöst und den Gebrauchswert von Wohnungen weiter in den Hintergrund treten lässt.

Mittlerweile treten die Widersprüche eines neoliberalen Regimes der Wohnraumversorgung deutlich hervor und dank zunehmender sozialer Proteste ist ein partielles Umdenken zu diagnostizieren. Sozialpolitische Interventionen in Marktmechanismen erleben in Gestalt von städtebau- und mietrechtlichen Regulierungen oder der Ausweitung der öffentlichen Wohnbauförderung zumindest in Ansätzen eine Renaissance. Auch traditionelle Formen der Selbstorganisation wie Wohnungsbaugenossenschaften haben einen deutlichen Aufschwung erfahren. Umstritten ist jedoch die tatsächliche Durchschlagskraft solcher Neuerungen, da es mehr als fraglich bleibt, ob sie eine dauerhafte Wirkung auf steigende Boden- und Immobilienpreise sowie das Niveau der Mieten entfalten können.

Vor diesem Hintergrund laden wir dazu ein, empirische Beiträge sowie theoretischer Reflexion einzureichen, die sich mit den politökonomischen Gründen für die Wiederkehr der Wohnungsfrage im Kontext von Finanzialisierung, Neoliberalisierung und einer globalen Überakkumulation von Kapital befassen. Insbesondere wünschen wir uns Artikelvorschläge zu folgenden Fragen:

Klassiker revisited: Marx’ Theorie der Grundrente und der Bodenpreise sowie Engels’ Schrift Zur Wohnungsfrage
Entwicklungen, (Kapital-)Interessen und Blasen auf den Immobilienmärkten – weltweit, national und lokal
Zeigt ein Rückblick auf die letzten Jahrzehnte (z.B. in Deutschland) eher Kontinuitäten der Vermarktlichung eines Grundbedürfnisses auf, oder sind hier Brüche durch Schübe neoliberaler Deregulierung und Marktpraktiken festzustellen: in den 1980er Jahren, bzw. seit dem Ausbruch der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008?
Welche institutionalisierten Möglichkeiten zur Intervention gibt es auf der Ebene des Steuerrechts, der Bodenpolitik und der Kommunen (wie Erbbaurechte, Wohnungsgemeinnützigkeit, Rekommunalisierung), und welche Erfahrungen werden damit gemacht?
Mit welcher Wirkmächtigkeit gelingt es sozialen Bewegungen in Städten weltweit, die Wohnungsfrage erneut auf die politische Agenda zu setzen und auf eine Dekommodifizierung der Wohnraumversorgung im Interesse von mittleren und niedrigen Einkommensschichten hinzuwirken?
Inwiefern sind staatliche Apparate verhärtet oder offen gegenüber wohnungspolitischen Forderungen „von unten“? Welche positiven oder negativen Erfahrungen gibt es dazu?
Welche strukturellen Gründe und machtvollen Gegenkräfte stehen einer sozial gerechteren Wohnraumversorgung entgegen? Welche Rolle und Interessen haben Immobilienkonzerne und -fonds, staatliche Stellen auf verschiedenen Ebenen?
Haben (neue) Praktiken der Vergesellschaftung von Wohnraum jenseits von Markt und Staat ein transformatorisches Potenzial oder bleiben sie Insellösungen? Welchen gesellschaftlichen Gruppen dienen sie und welche bleiben davon möglicherweise ausgeschlossen?

Die Redaktion lädt zur Einsendung von Exposés von 1-2 Seiten bis zum 6. November 2017 ein. Die fertigen Artikel sollen bis zum 1. März 2018 vorliegen und einen Umfang von 45.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen, Fußnoten und Literaturverzeichnis) nicht überschreiten. Zusendung bitte als word-, RTF- oder ODT-Datei mit Angabe des AutorInnennamens an:

PROKLA-Redaktion: redaktion@prokla.de
Dorothea Schmidt: dorothea.schmidt@hwr-berlin.de‎
Sandra Sieron: s.sieron@outlook.com
Sebastian Schipper: s.schipper@geo.uni-frankfurt.de
Inga Jensen: inga.felicitas.jensen@uni-weimar.de

Save the date: "10. Doktorand*innen-Workshop Ethnografische Forschung", Freiburg

2./3./4. März 2018 in Freiburg

SAVE THE DATE!

Die Jubiläumsausgabe von EthnoDoks findet vom 2. bis 4. März 2018 in Freiburg im Breisgau statt. Save the date!

Alle weiteren Infos folgen im Herbst 2017. Das Anmeldefenster wird voraussichtlich im Dezember geöffnet.

Mehr Info hier.

Wir möchten darauf hinweisen, dass alle Einträge in den Rubriken (außer "EnWi") auf Fremdinformationen basieren. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität dieser Informationen. Wir sind stets bemüht, ein möglichst vielseitiges Angebot an Informationen zu bieten. Der Newsletter kann jederzeit über die Homepage von EnWi e.V. abgemeldet werden (über die Startseite, rechte Spalte: Box "EnWi Newsletter").