November 2015

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Liebe Leserinnen und Leser,

der EnWi-Newsletter kommt diesen Monat ohne ausführliches Editorial aus. Dafür haben wir beinahe für jeden Tag im November eine Veranstaltung in Leipzig aufgelistet.

Viel Vergnügen bei der Lektüre wünscht euch
Euer EnWi-newsletter Team

Leipzig
02.11., 09.11., 16.11. und 30.11.: Öffentliche Ringvorlesung zu Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft
03.11. Seminar: Aktuellen Änderungen im Aufenthaltsrecht
03.11., 10.11., 26.11. Marxexpeditionen, Themen: das revolutionären Subjekt, die Arbeiterklasse, die Care Revolution
03.11.: Einsteigertreffen ATTAC Leipzig
06.11.: Vortrag/Diskussion: "Streiksolidarität. Perspektiven linker Intervention in Arbeitskämpfe"
07.11.: Stadtteilrundgang: Zwangsarbeiter_innen und Zwangsarbeit in Connewitz während des Zweiten Weltkrieges
08.11.: Film: Der letzte der Ungerechten
08.11.: Lesung: "Antifa Gençlik. Eine Dokumentation (1988-1994)"
09.11.: Vortrag/Film/Diskussion: "Medikamenten-Nothilfe für Griechenland und Film "Wer rettet wen?"
12.11.-14.11. Alternative Global Geographies. Imagining and Re-Imagining the World: Late 19th Century – Present Day
12.11.: Vortrag: "Erneuerung geht von unten aus. Neue gewerkschaftliche Organisierungsansätze im Einzelhandel. Das Beispiel H&M"
13.11.: Vortrag/Diskussion: "Zur Geschichte einer anderen ArbeiterInnenbewegung"
14.11.: Diskussionsveranstaltung "Interreligiöser Dialog? Aktuelle Problemlagen und zukünftige Herausforderungen", Mediencampus, Gohlis
14.11.: Rundgang: "Öffentliche Führung durch die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und über das ehemalige HASAG-Gelände"
16.11. Globalisation during the Cold War: Culture, New Geopolitics and Che Guevara
19.11.: Gespräch: "Lokale Erinnerungskulturen im Vergleich"
20.11.: Vortrag/Diskussion: "Kampfsport und Emanzipation"
22.11.: "Menschen wandern. Na und? Perspektiven auf Migration" :: Diskussionsveranstaltung, Mediencampus, Gohlis
24.11.: Film/Zeitzeugengespräch: "Unterwegs als sicherer Ort & Gespräch mit Peter Finkelgruen"
26.11.: Vortrag: "Verbrechen Liebe. Beziehungen zwischen polnischen Zwangsarbeitern und deutschen Frauen"
27.11.: Info-Veranstaltung zum Arbeitskampf “Mall of Shame”
Rest der Welt
03.11. Workshop Refugee Mobilizations, Berlin
06.-08.11.: Tagung: "Good relations - good vibrations. Entwicklungspolitische Tagung 2015", Pirna-Liebethal
1.12. (Deadline Anmeldung): 3.12.: Vortrag/Zeitzeugengespräch: "Antisemitismus – Präsenz und Tradition eines Ressentiments", Berlin
10.11.: Vortrag/Diskussion: "Deutschland im Flüchtlingswahn", Halle
11.11.: Konferenz: "Race and Ethnicity in the United States – Abschied vom Traum einer postrassistischen Gesellschaft?", Berlin
11.11.: Vortrag/Diskussion: "Die nichtbeachtete Diskriminierung - Klassismus", Chemnitz
14./15.11.:Aufbauworkshop: "Weißseinsreflexion: 'Flucht und Weiße Hegemonie', Berlin
15.11.: Workshop: "Vereinsbuchhaltung & Projektabrechnung für gemeinnützige Vereine", Dresden
23.11. (Deadline Anmeldung.): 05./06.12.: Workshop: "Neue Bilder", Berlin
xy.11.: Workshop:"Bilder globaler Ungerechtigkeit neu denken. Workshop für Schwarze Menschen und People of Color", München
Neuerscheinungen
Zeitschrift "movements. Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung"
CfPs und Stellenausschreibungen
CfP deadline 15.12. Powision: "Differenzen"

22.11.: "Menschen wandern. Na und? Perspektiven auf Migration" :: Diskussionsveranstaltung, Mediencampus, Gohlis

Am 22.11.2015 im Mediencampus Villa Ida (Poetenweg 28, 04155 Leipzig) soll die Debatte um Migration geöffnet werden. Menschen wandern – na und? Unter diesem Motto werden verschiedene Perspektiven auf Ein- und Auswanderung eingenommen und vorgestellt. Was bewegt Menschen dazu, sich zu bewegen? Was haben Migration, nationale Identität und Vorurteile miteinander zu tun? Wer will Migration verhindern und um welchen Preis? Wie werden Grenzen gezogen zwischen denen, die dazugehören, und denen, die nicht dazugehören? Wie beeinflussen Staaten einander und ihre Einwanderungspolitiken gegenseitig? Und um welche Gemeinschaften geht es eigentlich: Den Staat, ethnische oder kulturelle Gruppen, die Schulklasse, den Sportverein, den Stadtteil?

In Arbeitsgruppen sind (nicht nur) Gohliser Bürger_innen dazu eingeladen, sich diesen Fragen zusammen mit Wissenschaftler_innen aus Soziologie, Politkwissenschaft, Geographie und Geschichte zu nähern. In einer abschließenden Diskussion sollen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen und die Positionen lokaler Akteure in der Zusammenschau betrachtet und gemeinsame Herausforderungen identifiziert werden.

10.00 Uhr: Einführende Worte und Begrüßung (Peter Niemann, Bürgerverein Gohlis e. V.)
10.15 Uhr: Eröffnungsvortrag mit anschließender Diskussion: „Migration und Integration: Multiple Perspektiven auf ein aktuelles Thema“ (Birgit Glorius, Technische Universität Chemnitz)
11.45 Uhr: Vorstellung der Arbeitsgruppen
12.00 Uhr: Mittagsimbiss
13.00 Uhr: Arbeitsgruppen:

  1. Einfluss von Migrationspolitik auf Einstellungen gegenüber muslimischen Zugewanderten (Alexander Yendell, Universität Leipzig)
  2. Migration und Zugehörigkeit: wer gehört dazu, warum und wohin eigentlich? (Elena Buck, Universität Leipzig/Universität Göttingen)
  3. Geschlossene Grenzen: Zur Geschichte der Frage, wie die Migrationspolitik des einen mit der des anderen Staates zusammenhängt (Christiane Reinecke,Universität Leipzig)

15.00 Uhr: Kaffeeepause
15.30 Uhr: Podiumsdiskussion: Perspektiven auf Einwanderung im Leipziger Norden
17.00 Uhr: Ende der Veransstaltung

Veranstalter: Bürgerverein Gohlis, Projekt "Weltoffene Nachbarschaft". Mehr Informationen unter www.weltoffenesgohlis.de
Gefördert aus dem Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz"

14.11.: Diskussionsveranstaltung "Interreligiöser Dialog? Aktuelle Problemlagen und zukünftige Herausforderungen", Mediencampus, Gohlis

Bei der Veranstaltung unter dem Titel „Interreligiöser Dialog – Aktuelle Problemlagen und zukünftige Herausforderungen“ am 14.11.2015 geht es um die Praxis des interreligiösen Dialogs. Fragen, die die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Bereich der Religionspädagogik und der Religionssoziologie beantworten, sind „Was ist überhaupt interreligiöser Dialog und was kann er leisten, damit verschiedene Religionsgemeinschaften und nicht konfessionell Gebundene friedlich zusammenleben können?“, „Was bringen interkulturelle und interreligiöse Kontakte in Bezug auf die Verbesserung des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen?“, „Wie funktioniert interreligiöser Dialog eigentlich in anderen Städten?“ und „Wie können sich islamische Gemeinden in die Gesellschaft einbringen?“. Hierzu sind Bürgerinnen und Bürger aus Gohlis eingeladen, mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu diskutieren. Abgeschlossen wird die Veranstaltung mit einer Podiumsdiskussion, in der interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit haben, sich mit Vertretern aus Politik, Religion und Wissenschaft kritisch auseinanderzusetzen.

Programm:
10.00 Uhr: Einführende Worte und Begrüßung (Peter Niemann, Bürgerverein Gohlis e. V.)
10.15 Uhr: Eröffnungsvortrag mit anschließender Diskussion: Du siehst etwas, was ich nicht sehe. Interreligiöser Dialog als Mittel gegen beschränkte Perspektiven? (Frank Lütze, Universität Leipzig)
12.00 Uhr: Mittagspause
13.00 Uhr: Kurzvorträge und Diskussion:

  • „Interkulturelle und interreligiöse Kontakte in West- und Ostdeutschland als Chance zum Abbau von Islamfeindlichkeit?“ (Alexander Yendell, Universität Leipzig)
  • „Interreligiöser Dialog in Hamburg: Aktueller Stand, Probleme und Herausforderungen“ (Anna Körs, Akademie der Weltreligionen Hamburg)
  • „Religion im Wohlfahrtsstaat: Soziale Dienste christlicher und muslimischer Gemeinschaften“ (Marc Breuer, Kath. Hochschule NRW, Paderborn)

15.00 Uhr: Kaffeeepause
15.30 Uhr: Vorstellung der Ergebnisse aus den Diskussionsgruppen
16.00 Uhr: Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kann ein interreligiöser Dialog in Leipzig aussehen gelingen?“
17.00 Uhr: Ende der Veransstaltung

Veranstalter: Bürgerverein Gohlis, Projekt "Weltoffene Nachbarschaft", gefördert aus dem Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz

Ort: Mediencampus Villa Ida, Poetenweg 28, 04155 Leipzig

02.11., 09.11., 16.11. und 30.11.: Öffentliche Ringvorlesung zu Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft

Montags, 19:00 - 20:30, Hörsaal 6, Universitätsstraße 3

02.11.2015 Rebecca Pates (Leipzig)
Die gute Zivilgesellschaft und die bösen Rechten?

09.11.2015 Britta Schellenberg (München)
Mügeln – Die Entwicklung rassistischer Hegemonien und die Ausbreitung der Neonazis

16.11.2015 Anne Dölemeyer (Leipzig)
Gute Mitte, gefährliche Ränder - Die Extremismustheorie und ihre Folgen

30.11.2015 Tom Thieme (Chemnitz)
Der Blick über den Tellerrand: Rechtsextremismus in Europa

03.11. Seminar: Aktuellen Änderungen im Aufenthaltsrecht

Ort: Neuen Rathaus, Sitzungssaal, Martin-Luther-Ring 4-6, 04109 Leipzig
Veranstalter: Friedrich-Ebert-Stiftung
Teilnahmegebühr: 10€

Zum 1. August 2015 trat das Gesetz zur Neubestimmung des Bleiberechts und der Aufenthaltsbeendigung in Kraft. Daraus ergeben sich weitreichende rechtliche Änderungen .
Hierzu gehört für den Bereich des Aufenthaltsrechts vor allem eine Neuregelung des Bleiberechts, die Verschärfung des Abschiebehaftrechts sowie eine komplette Neuordnung des Einreise - und Aufenthaltsverbots.
Aktuell gibt es einen weiteren Gesetzesvorschlag für ein Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz, der vor allem den Ablauf des Asylverfahrens, weitere sichere Herkunftsländer und die Neuordnung des Asylbewerberleistungsgesetzes betrifft.
Die aktuelle Situation bei der Aufnahme, Unterbringung und Integration der nach Leipzig kommenden Flüchtlinge bedeutet für Behörden, Beratungsstellen und Ehrenamtliche in der Migrationsarbeit und die Stadtgesellschaft insgesamt eine immense Herausforderung.
Gleichzeitig wachsen die Aufgaben bei der Teilhabe, Beratung und Unterstützung der bereits seit längerer Zeit in der Stadt lebenden Migranten, die aus vielfältigen anderen Gründen in Leipzig wohnen und sich hier einbringen möchten.
Mit diesem Seminar möchten die Friedrich-Ebert-Stiftung und das Referat für Migration und Integration haupt- und ehrenamtlich Tätige, insbesondere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Flüchtlings- und Migrationsberatungsstellen, von Verbänden und Initiativen unterstützen - durch die Vermittlung von Kenntnissen für die Beratungspraxis im Bereich Aufenthaltsrecht und Asylrecht, wobei es hier auch Bezüge zum europäischen Asylrecht und der Dublin III VO geben wird.
Grundkenntnisse im Aufenthaltsrecht werden vorausgesetzt. Ein Seminarskript / Handout für die spätere Praxis zum Nachlesen erhalten Sie am Seminartag.
Weitere Infos und Anmeldung auf den Seiten der FES.

03.11., 10.11., 26.11. Marxexpeditionen, Themen: das revolutionären Subjekt, die Arbeiterklasse, die Care Revolution

Thema: Krisen und soziale Bewegungen
Ort: Hörsaalgebäude (HSG) der Uni Leipzig, Universitätsstrasse 3, Leipzig
Zeit: jeweils 19Uhr

Termine im November:
03.11.2015, Hörsaal 8
Hans-Günter Thien
Zur Frage nach dem revolutionären Subjekt.
"Das revolutionäre Subjekt" - gibt es das denn, kann es das überhaupt geben? - Auf jeden Fall wird es von manchen in regelmäßigen Abständen gesucht, insbesondere in gesellschaftlichen Krisenzeiten scheint das vielen ihrer Kritiker_innen eine zentrale Frage. Hans-Günter Thien untersucht in seinem Vortrag den Zusammenhang von sozialer Realität und Klassenbildungsprozessen: Was ist eine Klasse und welche Faktoren machen aus einer objektiven Klassenlage "an-sich" ein subjektives Klassenbewusstsein "für-sich"? Entlang historisch einflussreicher Klassen- und Revolutionstheorien wird nach der Aktualität und Angemessenheit des Klassenbegriffs für eine Analyse gegenwärtiger Entwicklungen gefragt. Kann das scheinbar überholte Konzept der Klasse dazu beitragen, derzeitige sozioökonomischen Tendenzen und Trends auf den Begriff zu bringen und vielleicht sogar neue Handlungsoptionen aufzuzeigen?
Prof. Dr. Hans-Günther Thien ist Professor für Soziologie an der Universität Münster und Verleger des Verlags Westfälisches Dampfboot.

10.11.2015, Hörsaal 8
Ulrich Brieler
Arbeiterklasse "denken": von Marx bis Negri, mit einigen Zwischenstopps.
Wenig ist scheinbar altmodischer, als über Arbeiterklasse nachzudenken, wo alle Mittelschicht, Prekariat oder Superreiche sind. In der Tradition des westlichen Marxismus ist ständig über diese heute vergessene Gruppe gesprochen worden. Entdeckungen, Abschiede und Wiederentdeckungen halten sich die Waage, je nach Ort, Umständen und geschichtlichem Möglichkeitsraum. Darum dreht sich der Vortrag von Ulrich Brieler: von der Klasse an sich zur Multitude, von Marx zu Negri, mit Zwischenstopps bei Lukács, Adorno, Korsch, Marcuse und Gorz. Was sagt uns das Nachdenken über Arbeiterklasse? Was sagt uns das heutige Schweigen?
Prof. Dr. Ulrich Brieler ist Leiter des Referats Wissenspolitik der Stadt Leipzig und Honorarprofessor am Institut für Philosophie der Universität Leipzig.

26.11.2015, Hörsaal 4
Gabriele Winker
Eine "Care Revolution" als Antwort auf die Krise sozialer Reproduktion
Viele Menschen geraten beim Versuch, gut für sich und andere zu sorgen, an die Grenzen ihrer Kräfte. Was als individuelles Versagen gegenüber den alltäglichen Anforderungen erscheint, ist Folge einer neoliberalen Krisenbearbeitung. Notwendig ist daher ein grundlegender Perspektivwechsel, eine Care Revolution. Gabriele Winker entwickelt Schritte in eine solidarische Gesellschaft, die nicht mehr Profitmaximierung, sondern menschliche Bedürfnisse und insbesondere die Sorge umeinander ins Zentrum stellt. Ziel ist eine Welt, in der sich Menschen nicht mehr als Konkurrent_innen gegenüberstehen, sondern ihr je individuelles Leben gemeinschaftlich gestalten.
Gabriele Winker ist Professorin für Arbeitswissenschaft und Gender Studies an der TU Hamburg-Harburg. Sie ist Mitbegründerin des Feministischen Instituts Hamburg und aktiv im bundesweiten Netzwerk Care Revolution.

Weitere Infos gibt es hier.

03.11.: Einsteigertreffen ATTAC Leipzig

Liebe Freundinnen und Freunde von ATTAC Leipzig,

einige von Euch haben sich in den vergangenen Wochen neu auf unseren Newsletter geschrieben und wir wurden mehrfach gefragt wo und wie man denn bei uns mitmachen kann. An sich geht das recht einfach, indem ihr einfach bei einem unserer Treffen vorbeischaut. Aber um das Kennenlernen und den Einstieg zu erleichtern möchten wir alle Interessierten deshalb gern zu einem lockeren Einsteigertreffen einladen. Dort könnt ihr Fragen loswerden und einen Einblick in unsere Arbeit und Projekte bekommen, - ihr uns und wir euch kennenlernen und miteinander diskutieren.

Das Einsteigertreffen findet am Dienstag, 3.11.2015 um 19 Uhr in der Libelle, Kolonnadenstraße 19 statt (Zentrum-West / Haltestelle Westplatz). Alle die mal reinschnuppern möchten sind herzlich eingeladen!

http://www.attac-leipzig.de/

06.11.: Vortrag/Diskussion: "Streiksolidarität. Perspektiven linker Intervention in Arbeitskämpfe"

19:00 Uhr, Leipzig, Autodidaktische Initiative
(Georg-Schwarz-Straße 19)

Info-Veranstaltung: "ASJ Vortragsreihe: Anarchismus - Utopie und Pragmatismus"
Leipziger Streiksolibündnis: Streiksolidarität. Perspektiven linker Intervention in Arbeitskämpfe. Vortrag mit anschließender Diskussion.

Das Leipziger Streiksolibündnis unterstützt seit Juni 2013 den Arbeitskampf der Leipziger Amazon-Kolleg_innen. Die politische Kontextualisierung und gezielte Verbindung von Arbeits- mit anderen sozialen Kämpfen sind Möglichkeiten, um streikende Belegschaften zu stärken und den Kampf um Arbeitsverhältnisse wieder zum Schauplatz linker Politik zu machen. Gesellschaftlicher Widerstand gegen die Auflösung von tariflichen Bindungen, gegen die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen, gegen die Herrschaftsausübung innerhalb der Betriebe, den Abbau sozialer Rechte – und schließlich auch gegen das Lohnsystem im Ganzen – muss von diesen konkreten Auseinandersetzungen am Arbeitsplatz ihren Ausgang nehmen. Hier wird erfahrbar, dass die eigenen Lebensumstände nicht naturgegeben sind und durch kollektives Handeln verändert werden können. Ein Erfolg in diesen Auseinandersetzungen ist also nicht nur notwendig, um die Interessen der Lohnabhängigen zu verteidigen, sondern auch, um die Idee einer anderen Gesellschaftsordnung überhaupt wieder denk- und durchsetzbar werden zu lassen.

Eine Veranstaltung von: ASJ Leipzig und Leipziger Streiksolibündnis
Weitere Infos unter: http://streiksoli.blogsport.de/
Kontakt: streiksoli@riseup.net

07.11.: Stadtteilrundgang: Zwangsarbeiter_innen und Zwangsarbeit in Connewitz während des Zweiten Weltkrieges

11:00 Uhr, Leipzig, am Werk 2 (Kochstraße 132)
Veranstaltung: "Stadtteilrundgang: Zwangsarbeiter_innen und Zwangsarbeit
in Connewitz während des Zweiten Weltkrieges"
mit Florian Schäfer

Der Stadtteilrundgang stellt sechs ausgewählte Orte vor, an denen sich Lager und Arbeitsstellen von Zwangsarbeiter_innen während des Nationalsozialismus befanden. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht nicht
nur die Erläuterung der funktionalen Aspekte der Lager, sondern auch der Alltag der Zwangsarbeiter_innen: Welche Arbeiten mussten sie verrichten und welchen alltäglichen Bedrohungen waren sie ausgesetzt? Wie wurden sie
versorgt und welche Reaktionen von Seiten der deutschen Bevölkerung auf die Lager und die ausländischen Zwangsarbeiter_innen sind bekannt?

11:00 Treffpunkt im Innenhof des Werk 2 am Connewitzer Kreuz (Dauer ca. 1½ Stunden)
Tram 9, 10, 11, Bus 70, 89, 100, 107 Connewitz Kreuz

Eine Veranstaltung von: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Weitere Infos unter: http://zwangsarbeit-in-leipzig.de

08.11.: Film: Der letzte der Ungerechten

17:00 Uhr, Leipzig, Kinobar Prager Frühling
(Bernhard-Göring-Straße 152)
Film: "Der letzte der Ungerechten" (Lanzmann, 2013)
Filmvorführung mit Einführung

in Kooperation mit dem Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Leipzig

Der Film besteht aus Gesprächen zwischen dem ehemaligen Rabbiner Benjamin Murmelstein und Claude Lanzmann, die 1975 stattfanden. Murmelstein erzählt von der erzwungenen jüdischen Kollaboration mit den Nazis in Form sogenannter Judenräte, die gezielt in die Vernichtungsmaschinerie eingebunden wurden. Die Judenräte sind von Gestapo und SS geschaffene Zwangskörperschaften von Juden und wurden in Ghettos, Konzentrationslagern und in den vom Deutschen Reich besetzen Gebieten eingesetzt. Sie wurden als ohnmächtige Helfer für den Massenmord instrumentalisiert, um so die Widerstandskräfte der Jüdinnen und Juden zu schmälern.

Bereits Lanzmanns „Shoah“ (1985) versuchte die Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden zu fassen. Mit „Der Letzte der Ungerechten“ (2013) ist diesem zentralen Werk eine folgerichtige Ergänzung beigestellt. Murmelstein bezeugt in seiner Erzählung, dass er in der von den Nazis erzwungenen Kollaboration und seiner Einsetzung in deren
eingerichtete Vernichtungsmaschinerie nicht nur opportunistisch den Zielen der Nazis gehorchte, sondern, soweit dies überhaupt möglich, inmitten dessen rational und verantwortlich zu handeln versuchte. Claude Lanzmann wurde auf der Berlinale 2013 mit einer Retrospektive geehrt und erhielt den Goldenen Ehrenbären.

Der Verleger und Autor Jonas Engelmann wird eine kurze Einführung zum Film und der Problematik der Judenräte geben. Er verfasste kürzlich eine Rezension des Filmes in der Zeitung Jungle World.

Eintritt 7,50€, ermäßigt 6,50€.
Kinobar Prager Frühling: Bernhard-Göring-Straße 152 (Haus der Demokratie),
Leipzig-Connewitz
Tram 9, 10, 11, Bus 70, 89, 100, 107 (Connewitz Kreuz)

Eine Veranstaltung von: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Weitere Infos unter: http://zwangsarbeit-in-leipzig.de

08.11.: Lesung: "Antifa Gençlik. Eine Dokumentation (1988-1994)"

19:00 Uhr, Leipzig, Conne Island (Koburger Straße 3)
Lesung: Antifa Gençlik. Eine Dokumentation (1988-1994)

Die Antifa Gençlik wurde 1988 in Berlin an der Schnittstelle migrantischer Vereinskultur, Jugendbanden des Kiez und autonomer antifaschistischer Politik gegründet. Bald bildeten sich Antifa-Gençlik-Gruppen in mehreren deutschen Städten und darüber hinaus. Mitte der 1990er Jahre lösten sich die Strukturen als Folge staatlicher Repression auf. Bis heute stellt die Antifa Gençlik einen einzigartigen Organisationsansatz im Kontext autonomer und antifaschistischer Politik in Deutschland dar.
Das Buch »Antifa Gençlik. Eine Dokumentation (1988-1994)« dokumentiert die theoretischen Grundlagen und die Praxis der Organisation anhand von Artikeln, Diskussionspapieren und Interviews, die von 1988 bis 1994 erschienen. Zusätzlich beinhaltet es den bisher unveröffentlichten Erfahrungsbericht eines ehemaligen Mitglieds sowie Begleittexte zur historischen Verortung und gesellschaftlichen Bedeutung der Antifa Gençlik.
Mit einer Veranstaltung, in dem das Buch vorgestellt wird, soll dessen Anspruch, einen Beitrag zur Dokumentation linker Bewegungsgeschichte zu leisten und Debatten zu antifaschistischem Widerstand, migrantischer Selbstorganisation, linken Bündnissen und antirassistischer Politik anzuregen, nach gekommen werden.

Eine Veranstaltung der Antifa Klein-Paris (AKP).

09.11.: Vortrag/Film/Diskussion: "Medikamenten-Nothilfe für Griechenland und Film "Wer rettet wen?"

19 Uhr im Neuen Schauspiel Leipzig, Lützner Straße 29

Vortrag und Diskussion mit Prof. Anthanassios Giannis (Uni Leipzig) und der Medikamenten-Soli-Kampagne. Thema: "Humanitäre Katastrophe und aktuelle Medizinische Probleme in der Ägäis: Fakten, Hintergründe, Perspektiven". Im Anschluss zeigen wir noch einmal den Film "Wer rettet wen?" (BRD 2014 / 90 min / Leslie Franke und Herdolor Lorenz).
Stell Dir vor, Du bist ein griechisches Kind in Athen, wurdest von einem Auto angefahren und benötigst dringend medizinische Hilfe. Deine Mutter ist wie drei Millionen andere Griechen nicht mehr im Besitz einer Krankenversicherung. Sie kann sich die Policen nicht mehr leisten. Jetzt einen Krankenwagen zu rufen ist zudem ein Glücksspiel, denn ein Großteil der Infrastruktur wurde aus Kostengründen stillgelegt. Aber auch wenn es die Mutter mit ihrem Kind in ein Klinikum schaffen würde, selbst das wie am Spieß schreiende Kind müsste Wartezeiten von bis zu zwölf Stunden in Kauf nehmen, würde dann aber nur behandelt, wenn die Mutter das Geld für die Not-Operation vorab bar bezahlt. In dieser Situation sterben jeden Tag Menschen in Griechenland, während die Troika mit der aktuellen Regierung um weitere Milliarden feilscht, die erst fließen sollen, wenn dem Volk weitere Sparmaßnahmen zugemutet werden. Aber selbst wenn Alexis Tsipras die Troika-Erpressung durch das Parlament bringt, der Bürger hätte nichts von den aktuell angedeuteten rund 80 Milliarden. Das Geld würde nur fließen, damit die Zinsen für die Schulden beglichen werden können. Kein einziger Euro würde in die Infrastruktur oder das Gesundheitswesen investiert werden. Diese Politik kann nur als barbarisch bezeichnet werden, denn sie fordert Opfer. Menschenopfer.

Die neu gegründete Leipziger Initiative möchte die entstandenen Solidaritätskliniken in denen Menschen ehrenamtlich arbeiten von hier aus unterstützen und sucht Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Nach einem Vortrag über den Zustand im Gesundheitssystem in Griechenland werden wir nochmal den Film "Wer rettet wen?" (2015) zeigen und die Medikamenten-Soli-Kampagne zur Unterstützung solidarischer Kliniken in Griechenland vorstellen. Der Eintritt ist frei. Mehr dazu hier:
http://www.globale-leipzig.de/?page_id=155

12.11.-14.11. Alternative Global Geographies. Imagining and Re-Imagining the World: Late 19th Century – Present Day

Ort: Centre for the History and Culture of East-Central Europe (GWZO), Specks Hof (Eingang A), 04109 Leipzig, Germany
Veranstalter: Collaborative Research Project “Socialism Goes Global”

In contrast to public claims of the early 1990s, space and geographies have not lost their central role in defining an ever more globalized world. We still live in territorialized spaces: not only in the narrow sense of states and societies that reside within their borders, but also geographies and spatial formats on regional and world scales. The event aims to bring together scholars from multiple disciplines (e.g., history, sociology, geography, anthropology and others), working on various topics (colonialism, postcolonialism, socialism and radicalism), on different world regions or on a world scale.

Many influential paradigms, often emerging from metropolitan cores or centres of the Cold War, have emerged to make sense of an increasingly interconnected world. These have included Euro- and other “centric” centre-periphery models, the idea of the anglophone or francophone worlds, the tricontinental model, World Systems Theory, or the division of the globe into the First, Second, and Third Worlds, or the “Global North and South”. Such ideas came not only from the academy (in, e.g., geography, area studies, history, economics, anthropology) but also from the work of political, economic, and cultural actors. This conference will explore such attempts to make sense of the world on a regional or global scale, and explore how such ideas have been used to make sense of, and organize, power relations, cultural encounters, and economic connections.

If you are interested, please register under: marung@uni-leipzig.de.
For a preliminary programme, please follow this link.

14.11.: Rundgang: "Öffentliche Führung durch die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und über das ehemalige HASAG-Gelände"

14:00 Uhr, Leipzig, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
(Permoserstraße 15)
Veranstaltung: "Öffentliche Führung durch die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig und über das ehemalige HASAG-Gelände"
Schwerpunkt: Zwangsarbeit und Vernichtung. Die Lager der HASAG im besetzten Polen 1939 - 1944.

In Leipzig-Schönefeld hatte die Hugo-Schneider-Aktiengesellschaft (HASAG), einer der größten Rüstungsproduzenten und Profiteure des nationalsozialistischen Zwangsarbeitssystems, ihren Hauptsitz. Hier mussten ca. 16.000 Menschen, vorwiegend aus Polen und der Sowjetunion, Panzerfäuste, Munition und andere Rüstungsgüter herstellen.

Seit 2001 existiert auf dem Gelände in der Permoserstr. (heute Umweltforschungszentrum) eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung zur Erinnerung an die ehemaligen Zwangsarbeiter_innen.

Der Rundgang beginnt mit einer Einführung in das Thema Zwangsarbeit während des Nationalsozialismus, mit Fokus auf Leipzig und Umgebung. Es wird ein Überblick geboten über die Firmengeschichte und die NS-Verbrechen der HASAG, die Arbeits- und Lebensbedingungen der Zwangsarbeiter_innen sowie über den Umgang mit NS-Zwangsarbeit nach 1945. Darüber hinaus haben einige Rundgänge wechselnde thematische Schwerpunkte. Nach einem kurzen Geländerundgang zu Spuren der HASAG gibt es noch Zeit für die Ausstellung und Gespräche.

Eine Veranstaltung von: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Weitere Infos unter: http://zwangsarbeit-in-leipzig.de

16.11. Globalisation during the Cold War: Culture, New Geopolitics and Che Guevara

WeberWorldCafé with international experts
Date: Monday, 16 November 2015 04:30 pm - 08:00 pm
Location: Literaturcafé im Haus des Buches, Gerichtsweg 28, Leipzig
Organization: Jens Boysen (Deutsches Historisches Institut Warschau, Poland), Steffi Marung (Centre for Area Studies, U Leipzig, Germany), Gesche Schifferdecker (Max Weber Foundation – International Humanities), Forum Transregionale Studien (Berlin, Germany)

How much was today’s world order shaped by the Cold War era and its end? What events represent important caesurae of the East-West conflict besides the year 1989, for instance the founding of the United Nations, the Decolonization starting in the 1960s and the catastrophe of Chernobyl etc.? What role did new social, political, and ecological movements, as well as regional and international organisations play in this? How were literature, the visual and performing arts deployed as salient battlefields in the global Cold War? And which changes are difficult to explain from an European point of view or are not a direct outcome of the end of the conflict? With you, we would like to discuss these and other questions on eight different tables.

The WeberWorldCafé is an interactive, biannual event format that brings together researchers and practitioners from various disciplines and regions who meet and exchange their thoughts in a relaxed, coffeehouse-like atmosphere. To enrich the discussions we particularly invite students, young scholars and the interested public to participate in the talks.

The WeberWorldCafé "Globalisation during the Cold War: Culture, New Geopolitics and Che Guevara" is an event hosted by the Max Weber Stiftung – Deutsche Geisteswissenschaftliche Institute im Ausland and the Forum Transregionale Studien Berlin in cooperation with the Centre for Area Studies Leipzig and the GIGA German Institute for Global and Area Studies Hamburg. It is curated by Jens Boysen (Deutsches Historisches Institut Warschau), Steffi Marung (Centre for Area Studies Leipzig) and Gesche Schifferdecker (Max Weber Stiftung).

Table hosts:
Jens Boysen (Warsaw), Jorge Garzón (Hamburg), Zaur Gasimov (Istanbul), Corinne Geering (Giessen), Beata Hock (Leipzig), Elisabeth Holt (New York), Leslie James (Birmingham), Karena Kalmbach (Berlin), Constantin Katsakioris (Bayreuth), Luc Van Langenhove (Bruges), James Mark (Exeter), Hector Perla Jr. (Santa Cruz), Ned Richardson-Little (Exeter), Quinn Slobodian (Wellesley),
Yang-Wen Zheng (Manchester)

Concept and organisation:
Jens Boysen (DHI Warschau), Steffi Marung (Centre for Area Studies Leipzig) and Gesche Schifferdecker (Max Weber Stiftung).

If you like toparticipate please register by sending your name and affiliation to wwc@maxweberstiftung.de by November 11, 2015.

For more information about the event visit our blog: wwc.hypotheses.org

19.11.: Gespräch: "Lokale Erinnerungskulturen im Vergleich"

19:00 Uhr, Leipzig, Galerie für zeitgenössische Kunst
(Karl-Tauchnitz-Straße 9-11)
Veranstaltung: "Lokale Erinnerungskulturen im Vergleich"
Ein Gespräch mit Carmen Hause und Marco Brenneisen zu Formen der Erinnerung an nationalsozialistische Konzentrationslager zwischen 1945 und 1970

Moderation: Ann-Katrin Düben

Wie schon in der Veranstaltungsreihe „Befreiung und Besatzung. Leipzig 1945“ soll im Rahmen dieses Gesprächs die Nachgeschichte nationalsozialistischer Konzentrationslager im Mittelpunkt stehen. Dabei werden der Umgang mit der NS-Vergangenheit sowie Formen des Gedenkens im lokalen Umfeld ehemaliger Konzentrationslager in den Blick genommen. Im Anschluss an zwei einführende Vorträge zur Entwicklung lokaler Erinnerungskulturen in vergleichender Perspektive sollen folgende Fragen erörtert werden: Welche lokalen und überregionalen Akteurinnen und Akteure traten im Spannungsfeld zwischen Erinnern und Vergessen auf? Welche Geschichtsbilder sind in Mahnmalen und Gedenktafeln vor Ort repräsentiert? Und welchen Konjunkturen folgte die Aushandlung der nationalsozialistischen Vergangenheit in Ost und West?

Carmen Hause promoviert am Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts zum Thema: „Im Schatten Buchenwalds. Mittelbau-Dora als Gravitationspunkt der Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der Region Nordhausen 1945-2010“.

Marco Brenneisen, Doktorand an der Universität Mannheim, untersucht in seiner Dissertation die Rezeption der Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof nach 1945 sowie die Entstehungsprozesse der dortigen Gedenkorte.

Galerie für zeitgenössische Kunst: Karl-Tauchnitz-Str. 9-11 (Leipzig-Zentrum)
Tram 2, 8, 9 / Bus 89 (Neues Rathaus)

Eine Veranstaltung von: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Weitere Infos unter: http://zwangsarbeit-in-leipzig.de

20.11.: Vortrag/Diskussion: "Kampfsport und Emanzipation"

19:00 Uhr, Leipzig, Autodidaktische Initiative
(Georg-Schwarz-Straße 19)

Diskussions-Veranstaltung: "ASJ Vortragsreihe: Anarchismus - Utopie und Pragmatismus"
Kampfsport und Emanzipation

Obwohl Kampfsport nach wie vor als klassische Männerdomäne gilt, da er mit Härte und Gewalt assoziiert wird, erfährt er regen Zulauf von Menschen, die sich selbst nicht als cis-männlich verstehen (d.h. von Menschen, die
sich nicht mit ihrem scheinbar angeborenem männlichen Geschlecht identifizieren können oder wollen). Auf dieser Diskussionsveranstaltung sollen Einblicke gegeben und Fragen beantwortet werden: Welche Motive haben Frauen und Queers, wenn sie einen Sport ausüben, der männlich dominiert wird und welche Erfahrungen machen sie damit? Wird der Kampf um Emanzipation auch im Ring ausgetragen?

Eine Veranstaltung von: ASJ Leipzig
Weitere Infos unter: http://asjl.blogsport.de/
Kontakt: asj-leipzig@riseup.net

24.11.: Film/Zeitzeugengespräch: "Unterwegs als sicherer Ort & Gespräch mit Peter Finkelgruen"

19:00 Uhr, Conne Island (Koburger Straße 3)

Veranstaltung: "Gespräch mit Peter Finkelgruen und Filmvorführung von "Unterwegs als sicherer Ort“"

Der heute in Köln lebende Schriftsteller Peter Finkelgruen wurde 1942 im japanisch besetzten Shanghai geboren, wohin seine Eltern vor den Nazis geflohen waren. Diese konnten die verbündete Achsenmacht Japan von der "Endlösung der Judenfrage" überzeugen, woraufhin 1943 ein Ghetto für staatenlose Ausländer - überwiegend Juden und Jüdinnen - eingerichtet wurde. Peter Finkelgruens Vater kam dort ums Leben, die Mutter starb wenige Jahre später in Prag an den Folgen ihres KZ-Aufenthalts.

Der Dokumentarfilm "Unterwegs als sicherer Ort" (Dietrich Schubert, 1997, 92 min) zeigt die wichtigstens Stationen von Peter Finkelgruens Lebens. Im Anschluss zum Film wird es eine Gespräch mit Peter Finkelgruen geben.
Eine Veranstaltung von: Initiative "Geschichte vermitteln"

Infos hier.

26.11.: Vortrag: "Verbrechen Liebe. Beziehungen zwischen polnischen Zwangsarbeitern und deutschen Frauen"

19:00 Uhr, Leipzig, Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen
(Harkortstraße 10)
Veranstaltung: "Verbrechen Liebe. Beziehungen zwischen polnischen Zwangsarbeitern und deutschen Frauen"
Vortrag von Thomas Muggenthaler

„Ich habe ihn geliebt“, sagt Helene Wimmer aus Niederbayern über Kazimierz Rafalski, einen polnischen Zwangsarbeiter. Doch solche Beziehungen waren in der NS-Zeit streng verboten. Deshalb wurden beide auf Anordnung der Gestapo in Konzentrationslager verschleppt, sie nach Ravensbrück, er nach Flossenbürg. Einige Polen bezahlten ihre Liebe mit dem Leben. Sie wurden in der Nähe der Dörfer hingerichtet, in denen sie gearbeitet hatten. Im Staatsarchiv Amberg stieß der Journalist Thomas Muggenthaler auf Akten, die die Hinrichtung von über zwanzig polnischen Zwangsarbeitern in Niederbayern und der Oberpfalz dokumentieren. Er ging diesen Zeugnissen nach und konnte mit manchen betroffenen Frauen sprechen. Oft liegt aber sowohl an den Orten als auch in den Familien noch heute eine dicke Decke des Schweigens über diesen Ereignissen.

Der Vortrag geht der Frage nach, wie der Kontakt zwischen Zwangsarbeiter_innen und der deutschen Mehrheitsbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs aussah. Welche Vorschriften und Kontaktverbote gab es, und wie wurden diese umgesetzt? Welche Strafen wurden verhängt? Wie war es möglich, dass Hinrichtungen für alle sichtbar im öffentlichen Raum durchgeführt werden konnten? Und (wie) ist dieses Thema im kollektiven Gedächtnis präsent?

Thomas Muggenthaler (Regensburg) ist Journalist und Autor zahlreicher zeitgeschichtlicher Dokumentationen zur NS-Zeit für Hörfunk und Fernsehen des Bayerischen Rundfunks. Ein Schwerpunkt ist die Geschichte des KZ Flossenbürg. Im lichtung verlag erschienen 2003 „Wir hatten keine Jugend – Zwangsarbeiter erinnern sich an ihre Zeit in Bayern“ und 2010 „Verbrechen Liebe: von polnischen Männern und deutschen Frauen: Hinrichtungen und Verfolgung in Niederbayern und der Oberpfalz während der NS-Zeit.“ Im Januar 2015 sendete der Bayerische Rundfunk den Film „Verbrechen Liebe“, der mit dem Bayerischen Fernsehpreis „Blauer Panther“ ausgezeichnet wurde.

Der Film ist in der Mediathek der ARD verfügbar.

Rosa-Luxemburg-Stiftung: Harkortstr. 10 (Leipzig-Zentrum)
Tram 2, 8, 9, 14 (Neues Rathaus)

Eine Veranstaltung von: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen
Weitere Infos unter: http://zwangsarbeit-in-leipzig.de

27.11.: Info-Veranstaltung zum Arbeitskampf “Mall of Shame”

19:00 Uhr, Leipzig, Eisenbahnstraße 127

Info-Veranstaltung: "ASJ Vortragsreihe: Anarchismus - Utopie und Pragmatismus"
FAU Berlin: Info-Veranstaltung zum Arbeitskampf “Mall of Shame”

Die „Mall of Berlin“ ist mittlerweile ein bekanntes Symbol für die gängige Ausbeutung migrantischer Arbeiter_innen. Systematisch wurden hier Menschen hingehalten und Versprechungen hinsichtlich der Bezahlung nicht eingelöst, wobei die mangelnden Deutschkenntnisse gezielt ausgenutzt wurden und es auch zu Gewaltandrohungen gegenüber den Arbeitern kam. Im Herbst 2014 jedoch entschlossen sich rumänische Arbeiter der „Mall of Berlin“ für ihre Löhne zu kämpfen. Unterstützt werden sie dabei bis heute von der FAU Berlin, die von ihren Erfahrungen,von Rückschlägen und Erfolgen der letzten Monate berichten wird.

Eine Veranstaltung von: ASJ Leipzig, FAU Berlin
Weitere Infos unter: http://berlin.fau.org/
Kontakt: faub-kontakt@fau.org

12.11.: Vortrag: "Erneuerung geht von unten aus. Neue gewerkschaftliche Organisierungsansätze im Einzelhandel. Das Beispiel H&M"

18:00 Uhr, Leipzig, 2Eck (Zweinaundorfer Str 22)
Diskussions-Veranstaltung: "Erneuerung geht von unten aus. Neue
gewerkschaftliche Organisierungsansätze im Einzelhandel - Das Beispiel
H&M"
Vortrag von Markus Rhein

Krisen- und Erneuerungsdiagnosen über Gewerkschaften liegen im Trend. In nahezu allen Diskussionen gilt Organizing als Wundermittel, um die Krise zu bewältigen. Strategien von betrieblichen Aktiven und deren Reaktionen auf veränderte Kontrollformen im Unternehmen geraten dabei allerdings aus dem Blick, deren Potenziale und Probleme bleiben unbeachtet.
In der Studie „Erneuerung geht von unten aus. Neue gewerkschaftliche Organisierungsansätze im Einzelhandel - das Beispiel H&M“ werfen wir einen kritischen Blick auf Organizing und die Debatten darum. Anhand des Beispiels der Betriebsratsarbeit bei H&M wollen wir Suchprozesse nach einer anderen, erneuerten Gewerkschaftsbewegung diskutieren.
In der Veranstaltung wollen wir unsere Thesen zur Diskussion stellen und gemeinsam mit Euch überlegen, welche Konsequenzen sich daraus für eine inner- und außergewerkschaftliche Praxis ergeben.

| Eine Veranstaltung von: Streiksolibündnis Leipzig |
Weitere Infos unter: http://streiksoli.blogsport.de

13.11.: Vortrag/Diskussion: "Zur Geschichte einer anderen ArbeiterInnenbewegung"

19:00 Uhr, Leipzig, Eisenbahnstraße 127

Veranstaltung: "ASJ Vortragsreihe: Anarchismus - Utopie und Pragmatismus"

Vortrag der IWW Wien: Zur Geschichte einer anderen ArbeiterInnenbewegung

Parteikommunismus und Sozialdemokratie sind für gewöhnlich die beiden
großen Strömungen mit denen die ArbeiterInnenbewegung assoziiert wird. In
diesem Vortra mit anschließender Diskussion wird sich jedoch auf
anarchistische und syndikalistische Kämpfe aus den letzten 100 Jahren
konzentriert. Wie funktionierten basisdemokratische Gewerkschaften? Gibt
es heute noch eine internationale ArbeiterInnenorganisation? Und
schlussendlich: Welche Strategien von damals sind heute noch nutzbar?

| Eine Veranstaltung von: ASJ Leipzig | IWW |
Weitere Infos unter: http://wobblies.de/
Kontakt: leipzig@wobblies.de

15.11.: Workshop: "Vereinsbuchhaltung & Projektabrechnung für gemeinnützige Vereine", Dresden

Sonntag, 11.00-18.00 Uhr

Vereinsbuchhaltung & Projektabrechnung für gemeinnützige Vereine
Mit Rico Knorr
WIR-AG, Martin-Luther-Straße 21, 01099 Dresden

Im Vordergrund steht dabei die Vermittlung der Fähigkeiten um selbst als Schatzmeister_in einen Verein zu managen oder bei der Projektarbeit die Vereins- und steuerrechtlichen Fallstricke zu umgehen.
Inhaltlich wird folgendes auf dem Programm stehen:
- Was ist ein Verein?
- Satzung, Vereinsregister, Gemeinnützigkeit- Steuern bei Vereinen
- Vereinsbereiche- Ideeller Bereich, Zweckbetrieb, Vermögensverwaltung, Wirtschaftlicher Geschäftsbetrieb
- Grundlagen der Buchhaltung, wie sieht ein guter Buchhaltungsordner aus?
- Buchen / Dokumentation der Buchhaltung
- Übliche Zahlungsvorgänge- Fahrtkosten, Honorare, Auslagenerstattung, Spenden,
- Mitgliedsbeiträge- Finanzakquise / Projektabrechnung
Der Fokus wird dabei auf (finanziell) kleinen, eingetragenen, gemeinnützigen Vereinen liegen. Wenn Ihr Interesse habt, meldet Euch bis zum 6.11. unter prinzessin@linxx.net an. Es entstehen keine Kosten für Euch.

Mehr Info hier.

11.11.: Vortrag/Diskussion: "Die nichtbeachtete Diskriminierung - Klassismus", Chemnitz

Mittwoch, 19.00 Uhr
Vortrag und Diskussion
Die nichtbeachtete Diskriminierung - Klassismus
Mit Andreas Kemper, Soziologe
Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen in Kooperation mit der Volkshochschule Chemnitz
Volkshochschule Chemnitz, Raum 407, dasTietz, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz

Mit dem Begriff „Klassismus“ wird die Klassen- und Diskriminierungstheorie zusammengebracht. Er bezeichnet die Unterdrückung und Benachteiligung aufgrund der sozialen Herkunft und Position. Beispiele für Klassismus sind die Benachteiligung von Arbeiterkindern im Bildungsbereich oder Obdachlosen- und Arbeitslosenfeindlichkeit. Im Vortrag werden die verschiedenen Bereiche von Klassismus dargestellt und diskutiert, wie der Begriff sinnvoll verwandt werden kann.

Mehr Info hier.

1.12. (Deadline Anmeldung): 3.12.: Vortrag/Zeitzeugengespräch: "Antisemitismus – Präsenz und Tradition eines Ressentiments", Berlin

Vortrag und Zeitzeugengespräch mit Wolfgang Benz und Peter E. Kalb
Ort
Berlin, Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Ort der Information, Cora-Berliner-Straße 1, 10117 Berlin
Veranstalter
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
Datum
03.12.2015
Bewerbungsschluss
01.12.2015

In Frankfurt am Main standen ab 1963 Täter aus Auschwitz vor Gericht, ihre Opfer legten Zeugnis ab. Peter E. Kalb, damals Student der Soziologie, gehörte zu den Freiwilligen, die den traumatisierten Überlebenden beistanden.

Programm

Begrüßung und Einführung
Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Vortrag
Prof. Dr. Wolfgang Benz, Historiker und Sprecher des Beirats der Stiftung Denkmal
Gespräch
Prof. Dr. Wolfgang Benz mit Peter E. Kalb
Kontakt
Jenifer Stolz
Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Georgenstraße 23, 10117 Berlin

+ 49 (0)30 – 26 39 43 – 11

info@stiftung-denkmal.de

03.11. Workshop Refugee Mobilizations, Berlin

Date: 3 November 2015, 9.15 a.m – 6.30 p.m.
Venue: Franz-Mehring-Platz 1, Berlin-Friedrichshain

The workshop “Refugee Mobilizations” goes back to a collaboration of the Institute for Protest- and Social Movement Studies, the Working Group Social Movements within the German Political Science Association, and the Research Area Social Movements, Technology, and Conflict at the Center for Technology and Society (TU Berlin).

We invite scientists and knowledge activists to a one-day workshop on the latest wave of refugee mobilizations throughout Europe. Scholars, activists, and activist scholars have systemativally gathered a great deal of knowledge about these mobilizations – in research projects, discussion groups, and publications.

We organize this workshop to connect people active in this field and to facilitate the discussion about:

  • the challenges and problems of collecting information on refugee mobilizations in a systematic way,
  • the role that scholars assume and the position they choose when they engage in research activities,
  • the visibility of refugee mobilizations both within the academy and in the wider public,
  • options for a sustained network of scholars and knowledge activists,
  • research methods suitable to address central questions related to refugee mobilizations.

We are very happy that Imogen Tyler of Lancaster University, co-editor of “Immigrant protest” (2014) and “Protesting Citizenship” (2014), will join us for the workshop. The proposed schedule is:

09.15-09.30 Welcome and introduction
09.30-10.30 Input by Imogen Tyler and discussion
10.30-10.45 Break
10.45-12.30 Presentation of research projects (à 5 minutes) and comments
12.30-02.00 Lunch break
02.00-04.15 World Café discussion: Challenges of research | role of scholars | visibility | networking | methods
16.15-16.45 Coffee break
16.45-18.30 Plenary discussion

Participation: If you are interested in participating in the workshop, please contact Simon Teune (teune(at)ztg.tu-berlin.de)

06.-08.11.: Tagung: "Good relations - good vibrations. Entwicklungspolitische Tagung 2015", Pirna-Liebethal

Studierende aus aller Welt treffen entwicklungspolitisch Aktive aus Sachsen:
Die einen suchen nach einem Projekt, die anderen suchen Engagierte. Die einen wollen was lernen, die anderen was besser machen.
So auch bei der diesjährigen Entwicklungspolitischen Tagung!

06.-08.11.2015, Pirna-Liebethal (1h von Dresden entfernt)
"Good relations - good vibrations"
Entwicklung kritisch betrachten, Projekte voranbringen, aktiv werden Kooperation zwischen dem Studienbegleitprogramm (STUBE) und dem ENS

Anreise ab 17 Uhr, Beginn: 18 Uhr.
Freitagabend:
Kennenlernrunde und Initiativen stellen sich vor
Samstag:
Inputs von Jürgen Kunze (DAFRIG) zur Geschichte von Entwicklung und Elizabeth Nabanja-Makumbi (Uganda/BRD) zu "human situation - education - relationships"

Workshops:

  • Wie gründe ich eine NGO?
  • Fördertöpfe für Auslandsprojekte
  • 20 Jahre und wie weiter? Entwicklungspolitische Arbeit in Sachsen
  • people-led development
  • Erfahrungsaustausch über Projektarbeit in der EZ
  • praktisches Fair-werten
  • Bilder der EZ

Sonntag:
Podiumsdisdussion mit Bundestagsabgeordnetem, NGO-Vertreter und Geldgebernüber die Fragen: Wie müsste Entwicklung aussehen? Welche Stellschrauben sind aus Sicht der TN zu drehen? Welche Grenzen und Möglichkeiten, aktiv zu werden,
gibt es?

+ Wanderung durch den Liebethaler Grund

+ interkulturelle Party mit Euren Beiträgen

Ende: Sonntag, 13:00 Uhr!
Fahrtkosten können erstattet werden! Übernachtung und Verpflegung inklusive!
TN-Beitrag Studis/ermäßigt: 10€
TN-Beitrag Standard: 25€
TN-Beitrag Solidarität: 40€

Anmeldung unter anmelden@einewelt-sachsen.de
Wir freuen uns auf euch!
Good relations - good vibrations!
Antonia Mertsching und Barbara Irmer

10.11.: Vortrag/Diskussion: "Deutschland im Flüchtlingswahn", Halle

19:00 Uhr, Halle (Saale), Melanchthonianum (Universitätsplatz)
"Deutschland im Flüchtlingswahn"
Vortrag und Diskussion mit Frank Kucharsky und Harald Finke

Zwischen Bäcker, Kiosk und M­ensa, seit Wochen scheint es für die Bundesbürger nur ein Gesprächsthema zu geben: Die Flüchtlingskrise. In Radio und Fernsehen folgen auf Berichte über hysterische Menschen, die jeden neuen Migranten mit Applaus, Äpfeln und Altkleidern frenetisch willkommen heißen, als wären sie die Geretteten, die ihre Retter empfangen, Meldungen über angezündete Flüchtlingsheime und randalierende Neonazis, die zuweilen an die frühen Neunzigerjahre erinnern. Begleitet werden die Nachrichten von ständig aktualisierten Zahlenprognosen über die erwarteten Flüchtlinge. Haben Einschätzungen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge den Bundesinnenminister Thomas de Maizière noch von 800.000 Asylsuchenden sprechen lassen, mit denen bis Jahresende zu rechnen sei, erhöhte wenig später Vizekanzler Siegmar Gabriel bereits auf eine Million. Jüngst erklärte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier, dass er mit bis zu 1.5 Millionen Flüchtlingen rechne, nachdem Bild die Zahl in Umlauf gebracht hatte. Die Zeitung kolportierte zudem, dass über 6.5 Millionen Menschen ihren geflohenen Familienangehörigen nachreisen könnten. Deutschland befindet sich offensichtlich längst im Flüchtlingswahn und probt den Ausnahmezustand.

Bei der Veranstaltung soll es um die Beweggründe hinter der gewaltigen Mobilisierung von Manpower und Sachspenden gehen, die derzeit zu beobachten ist. Woher kommt der massenhafte Wunsch zu helfen, der selbst Menschen zu überkommen scheint, die nicht für Mitgefühl bekannt sind (bspw. Til Schweiger). Wie ist es um die bundesdeutschen Verhältnisse bestellt, wenn inzwischen fast alle Medien, wie die Antideutschen vor zehn Jahren, von Dunkeldeutschland sprechen, wenn sie über Freital und Heidenau berichten? Gleichzeitig stellt sich die Frage, was es mit der – zwischenzeitlich für unwahrscheinlich gehaltenen – Wiederkehr des militanten Fremdenhasses auf sich hat, der sich zwar hauptsächlich im Osten der Republik austobt, aber auch längst im Westen zu beobachten ist. Handelt es sich tatsächlich nur um ein Ostproblem, um das Comeback eines an sich antiquierten Phänomens? Und woher kommt das merkwürdige Nebeneinander von Hetze und Hilfe, mit denen man hierzulande auf die Flüchtlingskrise reagiert?

| Eine Veranstaltung von: AG Antifa |
Weitere Infos unter: http://antifa.uni-halle.de

11.11.: Konferenz: "Race and Ethnicity in the United States – Abschied vom Traum einer postrassistischen Gesellschaft?", Berlin

Ort
Berlin, Französische Friedrichstadtkirche, Gendarmenmarkt 5, 10117 Berlin
Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit dem John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikastudien.
Datum
11.11.2015

Die Stimmen, die nach der Wahl des Afro-Amerikaners Barack Obama vom endgültigen Beginn einer postrassistischen Gesellschaft sprachen, sind in den vergangenen Jahren leiser geworden. Die jüngsten Fälle von Polizeigewalt, die auf sie folgenden Unruhen in Baltimore oder Ferguson, aber auch die Debatte um die Konföderierten-Flagge zeigen, dass das Thema in den Vereinigten Staaten weiterhin aktuell ist. Auch die wirtschaftliche Gleichberechtigung ist ein halbes Jahrhundert nach der Bürgerrechtsbewegung noch nicht Realität. Besonders deutlich trat dies beim Wiederaufbau der Stadt New Orleans zutage, die vor zehn Jahren durch den Hurrikan Katrina schwer verwüstet wurde. Von den Hilfsgeldern und Wiederaufbauprogrammen profitierten mehrheitlich gut situierte Weiße, während viele afro-amerikanische Bürgerinnen und Bürger aus d

Gleichzeitig regt sich Widerstand gegen institutionelle Maßnahmen, die der Diskriminierung von Minderheiten entgegenwirken sollen. Während eine Mehrheit der US-Amerikaner einer aktuellen Gallup-Studie (August 2015) zufolge solche Affirmative Action-Programme für Afro-Amerikaner, Latinos und anderen Minoritäten befürwortet, wird auch Kritik an dieser gezielten Förderung zur Erhöhung der Chancengleichheit laut. Der Oberste Gerichtshof der USA bestätigte vergangenes Jahr ein Gesetz Michigans, das die bevorzugte Zulassung von Minderheiten zum Studium an öffentlichen Universitäten verbietet. Bürgerrechtsorganisationen kritisierten die Entscheidung als Rückschritt im Versuch, die Gleichberechtigung von benachteiligten Bevölkerungsgruppen auf diese Weise zu verbessern, während andere Affirmative Action als diskriminierende Praxis einstufen.

Angelegt als Town Hall Discussion – welche die Partizipation des interessierten Publikums in den Mittelpunkt stellt – wirft die Veranstaltung einen Blick auf aktuelle Diskurse aus verschiedenen Perspektiven.

Durch den Abend führen werden die deutsch-amerikanischen Journalisten Dr. Melinda Crane (Deutsche Welle) und Dr. Christoph von Marschall (Der Tagesspiegel).

Bei der Veranstaltung handelt es sich um die mittlerweile dritte Ausgabe der Vortragsreihe "What's up, America?" der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb
Kontakt
lab concepts GmbH i.A. der Bundeszentrale für Politische Bildung/bpb
america@lab-concepts.de
Mehr Infos hier.

xy.11.: Workshop:"Bilder globaler Ungerechtigkeit neu denken. Workshop für Schwarze Menschen und People of Color", München

Workshop im November 2015 in München.

Bei der Darstellungen der durch Kolonisierung und Ausbeutung entstanden globalen Ungleichheit werden in der Spendenwerbung meist diskriminierende und rassistische Bilder verwendet um potenziele Spender_innen zu erreichen. Schwarze Menschen und People of Color werden überwiegend als Projektsflächen für rassistisch geprägte Phantasien missbraucht wohingegen weiße Menschen als rettenden Helfer*innen dargestellt werden. Die reduzierte Darstellung der Beziehung zwischen dem Globalem Norden und Globalem Süden, die ausschließlich aus der Perspektive des Norden geschieht, ist geprägt vom “guten weißen Helfer” und vom “hilfebdürftigen” PoC. Gleichzeitig bleiben die Ausbeutungsverhältnisse sowie strukturelle Ursachen für Armut und Reichtum unerwähnt und finden folglich keinen Weg in die entwicklungspolitische Bildpolitik.

Der Kreativ-Workshop richtet sich an Schwarze Menschen und People of Color. Gemeinsam werden neue, nicht diskriminierende Bilder angedacht, diskutiert und produziert.

Trainer*innen: Tahir Della (ISD, glokal) und N.N.
Der Workshop ist noch in Planung, findet im November 2015 in München statt. Das genaue Datum und ausführliche Informationen gibt es aus Anfrage (della@glokal.org).

Alle Veranstaltungen sind Teil des 1,5 jährigen Projektes "(De-)Koloniale Bilderwelten", das von der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V. und glokal e.V. durchgeführt wird.

14./15.11.:Aufbauworkshop: "Weißseinsreflexion: 'Flucht und Weiße Hegemonie', Berlin

mit Lawrence Oduro-Sarpong

Adresse
PANGEAHAUS
Trautenaustr. 5
10717 Berlin

Im Rahmen des Projekts "Warum wir hier sind!?" laden wir zu einem Aufbauworkshop Weißseinsreflexion mit Anti-Rassismus Trainer Lawrence Oduro-Sarpong ein. Die Flüchtlingsthematik ist zu einem der am meisten diskutierten und polarisierendsten Themen in Deutschland geworden. Im Workshop wird eine Verbindung zwischen Flucht- und Migrationsursachen und weißer Hegemonie hergestellt.

Der Workshop bietet außerdem eine tiefergehende Fortsetzung des Dekolonialisierungsprozesses des weißen Selbst an. Dabei geht es um die Schärfung der Wahrnehmung des eigenen Weißseins, sowie die Schärfung des Bewusstseins der Bedeutung von Weißsein in alltäglichen Begegnungen mit Nichtweißen. Der Workshop verläuft interaktiv.

Voraussetzung für die Teilnahme ist eine vorherige Teilnahme an einem mindestens eintägigen Anti-Rassismus oder „Critical Whiteness“ Workshop, bei dem weiße Privilegien sowohl auf der strukturellen als auch auf der individuellen Ebene thematisiert wurden.

Termin: Samstag 14. November 10:00-18:00 Uhr und Sonntag 15. November 10:00-16:00 Uhr
Teilnahmegebühr: 50 Euro (ermäßigt 35 Euro)
Anmeldung erbeten an Nyat Mebrahtu: n.mebrahtu@africavenir.org
weiter Informationen und Anmeldung hier.

23.11. (Deadline Anmeldung.): 05./06.12.: Workshop: "Neue Bilder", Berlin

Kreativworkshop: Neue Bilder am 5.& 6. Dezember 2015 in Berlin-Kreuzberg

„Ist die beste Subversion nicht die, Codes zu entstellen statt sie zu zerstören?“ (Roland Barthes)

In Darstellungen von globaler Ungerechtigkeit greift die entwicklungspolitische Spendenwerbung in den meisten Fällen auf diskriminierende und rassistische Bilder zurück. Schwarze Menschen und People of Color werden dabei häufig entwürdigt während weiße Menschen als Helfer*innen dargestellt werden. Hilfe scheint häufig die einzige Beziehung zwischen Globalem Norden und Globalem Süden, während Ausbeutungsverhältnisse sowie strukturelle Ursachen für Armut und Reichtum keinen Eingang in die entwicklungspolitische Bildpolitik finden.

Inspiriert von kurzen Inputs zu Dekolonisierung und Rassismuskritik sowie einer Einführung in Subvertising, Adbusting und Kommunikationsguerilla bietet der Workshop einen kreativen Raum sich mit vorhandenen Bildern auseinanderzusetzen, diese weiterzuentwickeln, zu ergänzen und zu verändern und neue Bilder zu entwickeln.

Der Workshop wird gestaltet von Tahir Della (ISD, glokal) und Timo Kiesel (glokal, whitecharity).

5. Dezember: 11-21 Uhr & 6. Dezember: 11-15 Uhr

Teilnahmebeitrag nach Selbsteinschätzung zwischen 5 und 25 Euro.

Anmeldung bitte bis zum 23.11. an anmeldung@glokal.org

Der Workshop finden in den Räumen des Migrationsrates Berlin-Brandenburg in Berlin Kreuzberg statt.

Mehr Info hier.

Zeitschrift "movements. Journal für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung"

http://movements-journal.org

Die Ausgabe erscheint unter dem Titel "Kämpfe der Migration als Un-/Sichtbare Politiken". Der Sommer 2015 hat erneut gezeigt, wie sich Migrationsbewegungen, allen Versuchen der Kontrolle zum Trotz, Mobilität, Teilhabe und Rechte aneignen. Dabei knüpfen sie auch an vorherige Kämpfe der Migration an. Mit Fußmärschen, Platzbesetzungen, Hungerstreiks, Aufständen in Lagern und Abschiebegefängnissen sowie anderen politischen Praktiken haben sich Geflüchtete und Undokumentierte in den letzten Jahren in verschiedenen Ländern eine eigene Sprechposition erkämpft: Sie fordern politische und soziale Rechte ungeachtet ihres Status ein. In der aktuellen Ausgabe von movements wird der Frage nachgegangen, was diese Protestbewegungen ausmacht, welche Formen migrantische Kämpfe annehmen, welche Akteure, Subjektivitäten und Protestformen dabei entstehen und welche politischen Ergebnisse und Effekte durch diese vielfältigen und translokalen Bewegungen erzielt werden.

Die Programmatik von movements, als Plattform für wissenschaftliche, aktivistische und künstlerische Wissensproduktionen, beschreibt das Editorial der ersten Ausgabe: http://movements-journal.org/issues/01.grenzregime/01.editorial.html

CfP deadline 15.12. Powision: "Differenzen"

„[...] scientifically there is nothing to be learned from “them” unless it is already “ours” or comes from “us”.” (Mudime, The Invention of Africa, S. 15)
In den letzten Jahren lässt sich ein Erstarken von Gruppierungen beobachten, die sich in Diskursen gegenüber Migration und Europa ablehnend positionieren und Begriffe wie „Islamisierung”, „Überfremdung” und „Volk” verwenden. Was aber ist gemeint, wenn Menschen auf die Straße gehen und deklarieren „Wir sind das Volk!”? Vor allem: Wen meinen sie damit nicht und warum?

Im Fokus der Postcolonial Studies stehen, seit Edward Saids Orientalism, Prozesse der Differenzierung, die nicht nur wissenschaftlich erfasst werden, sondern darüber hinaus dekonstruiert werden sollen. Auch nach positiver und negativer Dialektik, Jacques Derridas Begriff der Différance und mannigfaltigen Formen der Diskursanalyse, bleibt Wissenschaft unbewusst oder gewollt durch die Schaffung von Differenzen geprägt. Die Frage nach eben diesen Differenzen ist dabei häufig auch eine Frage nach Gegensätzen: Nature vs. Nurture, Bourgeoisie vs. Proletariat, Europa vs. Nicht-Europa, Mann vs. Frau, die-da-oben vs. die-da-unten u.s.w.
Selbst dort, wo Differenzen keinen Kampf symbolisieren, sondern als harmonische Vielfalt dargestellt werden – kann eine Vielfalt ohne Hegemonie auskommen und wie ist diese zu bewerten?
Im Diskurs um Gender – ebenso wie um „Rasse“, „Klassenzugehörigkeit“, „Herkunft/Nationalität?“ etc. – werden die diskriminierenden Auswirkungen dichotomer Normen sichtbar. Es zeigt sich, wie binäre Kategorien nicht-eindeutig Zugeordnetes oder Verortbares ausschließen, seien es nun Trans*menschen, aus-dem-„sozialen-Netz“-Gefallene oder „Staatenlose“. Und doch misst, wiegt, erfragt und beobachtet die medizinische, psychologische oder sozialwissenschaftliche Forschung weiter absolute Unterschiede, erhebt „Andersartigkeit“ und postuliert Differenzen – eben nicht erst im Ergebnis, sondern schon als Grundlage.
Die Fragen, die eine Untersuchung der Schaffung von Differenzen und „Alltäglichkeiten“ aufwirft, sind vielfältig: Warum hat die Suche nach (kollektiven) Identitäten nach wie vor solche Relevanz? Wie wird das „Gleiche“ definiert und konstituiert? Welche Konsequenzen ergeben sich aus einer Definition von „normal“ und „anders“? Wer definiert dies überhaupt?
In Ausgabe 18 der Powision wollen wir deswegen nicht bei zweigeteilten Weltsichten stehen bleiben, sondern kritische Analysen von Differenzierungsmechanismen neben neue Formen des (Nicht-)Unterscheidens stellen. Wer schafft Differenzen und wem nutzen sie? Wann institutionalisieren sich Unterscheidungen? Welche Hierarchien werden produziert? Welche Beispiele gibt es, in denen Empowerment über Differenzierung erreicht wurde? Wie kann sich Wissenschaft in diesen Debatten positionieren?
Die Artikel sollten ca. 10.000 Zeichen (inklusive Leerzeichen und Fußnoten) lang sein unddie Harvardzitierweise nutzen. Geschlechtergerechte Sprache ist ausdrücklich erwünscht. Weitere Hinweise zu Form und zum Magazin finden sich auf www.powision-magazin.de. Redaktionsschluss ist der 15. Dezember 2015. Gerne stehen wir für weitere Nachfragen zur Verfügung und schicken auf Wunsch auch ein PDF der letzten Ausgabe zu.

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