Januar 2015

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Liebe Leser_innen,

in den vergangenen Wochen hat sich in Dresden von Montag zu Montag die sogenannte PEGIDA-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) hochgeschaukelt, gipfelnd in einer als „Weihnachtssingen“ betitelten Kundgebung am 22. Dezember mit laut Polizeiangaben 17.500 Teilnehmenden. Am 12. Januar will nun erstmals ein Leipziger Ableger unter dem einfallsreichen Label LEGIDA mit einem „Spaziergang“ vom Sportforum aus durch das Waldstraßenviertel rassistische, islam- und asylfeindliche Positionen auf die Straße tragen.

Verschiedenen Bündnisse rufen bereits dazu auf, das nicht unkommentiert und ungestört zuzulassen (siehe den separaten Newsletterbeitrag zum 12.01.). Wir empfehlen natürlich, sich an diesen Gegenaktivitäten zu beteiligen (nicht nur an denen in Leipzig, sondern weiterhin auch in Dresden und anderswo). Trotzdem gibt es da ein kleines Dilemma: … (bitte nach dem Inhaltsverzeichnis weiterlesen)

Das EnWi-Newsletter-Team wünscht allen Leser_innen ein engagiertes Jahr 2015!

EnWi e.V.
01: Fortsetzung des Editorials
07.01.: Diskurswerkstatt (DiWe): Gramsci im Januar
12.01.-19.02.: Ausstellung "Versagen mit System" in Berlin
Rückblick auf das Landestreffen des Netzwerks "Tolerantes Sachsen" in Schneeberg
Leipzig
03.01: Antira Soliparty im Pöge Haus e.V. Leipzig
07.01.: Hendrik Träger: "Innerparteiliche Basisdemokratie"
08.01.-29.01. Veranstaltungsreihe: Wissen und Handeln im Anthropozän
12.01.: Protest gegen den rassistischen LEGIDA-Aufmarsch
16.01.: Vortrag/Diskussion: "Widerstand und gelebte Utopien"
22.01.-27.02.: Ausstellung: " Kunst und Willkommenskultur zwischen Exil und Verantwortung"
28.01.: Daniel Speich: The Role of Statistics in the History of Decolonization
Rest der Welt
07.01.: Demo "10 Jahre Mord and Oury Jalloh", Dessau
12./13.01: Workshop: "Rassismus(reproduktionen) in der Arbeit mit Geflüchteten", Passau
17.01.: Demonstration: "Wir haben es satt! Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende! ", Berlin
22./23.01.: Vortrag/Workshop: "Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungszusammenarbeit", Göttingen
23.01.(Deadline Anmeldung): Tagung: "Entgrenzter Rechtsextremismus? Internationale Perspektiven und Gegenstrategien", München
23.01.: Deadline CfP: Riots - Arbeitstitel für ein sub\urban Themenheft
29.01-30.01.: Tagung: " Qualifiziert handeln – Flüchtlinge im Gemeinwesen Zusammenleben in Kommunen gestalten", Berlin
30.01. (deadline) CfP: Zeitschrift: FORUMRECHT 02/2015: "Stadt"
Neuerscheinungen
Buch: Bangstad: Anders Breivik and the Rise of Islamophobia
Buch: Haselwanter: Gesellschaft - Bildung - Protest
Buch: Neuhaus, Manfred /Kinner, Klaus (Hrsg.), Ferdinand Lassalle und der ADAV. Beiträge zum historischen Diskurs der Linken, 2014
Buch: Radostin Kaloianov: Kritik und Migration. Eine Studie, 2014.
Buch: Schäfer/Mangold (2014): Vergessene Geschichte - NS-Zwangsarbeit in Leipzig. Zwei Rundgänge durch Connewitz und Lindenau
Zeitschrift: ZAG. Antirassistische Zeitschrift, Nr. 67/2014: "Rechtspopulismus"

01: Fortsetzung des Editorials

Liebe Leser_innen,

in den vergangenen Wochen hat sich in Dresden von Montag zu Montag die sogenannte PEGIDA-Bewegung („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) hochgeschaukelt, gipfelnd in einer als „Weihnachtssingen“ betitelten Kundgebung am 22. Dezember mit laut Polizeiangaben 17.500 Teilnehmenden. Am 12. Januar will nun erstmals ein Leipziger Ableger unter dem einfallsreichen Label LEGIDA mit einem „Spaziergang“ vom Sportforum aus durch das Waldstraßenviertel rassistische, islam- und asylfeindliche Positionen auf die Straße tragen.

Verschiedenen Bündnisse rufen bereits dazu auf, das nicht unkommentiert und ungestört zuzulassen (siehe den separaten Newsletterbeitrag zum 12.01.) Wir empfehlen natürlich, sich an diesen Gegenaktivitäten zu beteiligen (nicht nur an denen in Leipzig, sondern weiterhin auch in Dresden und anderswo). Trotzdem gibt es da ein kleines Dilemma: …

... Nicht so leicht einhegbare Demonstrationen und Kundgebungen, die den gewöhnlichen Ablauf der institutionalisierten Politik unterbrechen, sind aus engagierter, (radikal-)demokratischer Perspektive durchaus zu begrüßen. Und bei Gegenprotesten, zu denen Regierende wie Ministerpräsident Tillich und sein Innenminister Ulbig aufrufen, um den „guten Ruf“ einer Stadt oder eines Bundeslandes zu verteidigen, möchte man sich eigentlich nicht unbedingt einreihen. Zumal gerade konservative sächsische Politiker_innen mit der Forderung nach schnelleren Abschiebungen, mit dem Aufbau einer speziellen Polizeieinheit für „kriminelle Asylbewerber“ oder der Kritik an Winterabschiebestopps in anderen Bundesländern ansonsten gut mit auf der PEGIDA-Welle schwimmen oder dieser vielmehr den Boden bereiten.

Letzteres zeigt, dass sich die selbsternannten „Patriotischen Europäer“ trotz ihrer harten Abgrenzung gegen den offiziellen Politikbetrieb mit ihren Positionen de facto im Einklang mit der etablierten Politik befinden. So erklärte der Vorsitzende der Dresdner CDU und innenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion im sächsischen Landtag, Christian Hartmann, vor kurzem, dass sich viele der am 18. Dezember in einem Positionspapier der PEGIDA veröffentlichten Forderungen auch im CDU-Programm fänden (sichtlich weichgespült im Vergleich zu den Äußerungen bei den Kundgebungen und erst Recht zu denen in sozialen Netzwerken wie Facebook). Es bleibt abzuwarten, ob es der CDU mit solchen Äußerungen gelingen wird, die sich an ihrem Aufregungspotenzial sichtbar ergötzenden Wutbürger_innen wieder einzufangen, oder ob diese vielmehr bei der AfD andocken und mit dieser zusammen die Regierungsparteien weiter vor sich hertreiben.

So oder so handelt es sich bei PEGIDA offenkundig um eine reaktionäre und gleichzeitig konformistische Rebellion: Es wird – wie kratzbürstig auch immer – nach oben gebuckelt und nach unten getreten. Obwohl mit der 89er-Parole „Wir sind das Volk!“ eine Spaltung zwischen „dem Volk“ und „Denen-da-oben“ zu Ausdruck gebracht werden soll, wird tatsächlich vor allem eine Front zwischen dem „Eigenen“ und dem „Fremden“ aufgemacht. Man will wieder „Herr im eigenen Haus“ sein und sich von den Zugezogenen – seien es „Islamisten“ oder Kurd_innen, Asylsuchende oder „Wirtschaftsflüchtlinge“, „Gutmenschen“ oder „Gender Mainstreaming“-Befürworter_innen – nichts mehr sagen lassen.

Trotz mancher Vorbehalte ist es also wichtig, am 12. Januar in Leipzig gegen LEGIDA & Co. auf die Straße zu gehen. Und sei es nur, um deutlich zu machen: Nein – ihr seid nicht „das Volk“. Wir und alle diejenigen, die ihr ausgrenzen wollt, sind es (auch)!

Einzige akzeptable Ausrede: Ihr seid an diesem Montag in Berlin und wohnt dort der Eröffnung der FKR-Ausstellung „Versagen mit System“ im Haus der Demokratie bei ;)

Das EnWi-Newsletter-Team wünscht allen Leser_innen ein engagiertes Jahr 2015!

07.01.: Diskurswerkstatt (DiWe): Gramsci im Januar

Liebe diskussionsfreudige Menschen,

die DiWe trifft sich am 07. Januar 17-19Uhr in der ADI (Georg-Schwartzstr. 19) um die Gramscilektüre voranzutreiben.
Interessierte sind herzlich willkommen!

12.01.-19.02.: Ausstellung "Versagen mit System" in Berlin

Ab Montag, den 12. Januar, bis Donnerstag, den 19. Februar, präsentieren die Kampagne “ausgeschnüffelt” der Humanistischen Union, die Humanistische Union Berlin-Brandenburg, das Forum Informatiker/innen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) und die Bundesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus der Linken die Ausstellung „Versagen mit System“ des Forums für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) über die Skandalgeschichte des Verfassungsschutzes. Sie zeigt auf zwanzig Tafeln die Geschichte und das Wirken des deutschen Inlandsgeheimdienstes.

Die Ausstellung können Sie sich im Haus der Demokratie und Menschenrechte im Foyer des Robert-Havemann-Saals ansehen: Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin.

Im Rahmen der Ausstellung finden folgende Veranstaltungen statt:

Montag, 12. Januar, 19.00 Uhr
Eröffnung der Ausstellung mit Frank Schubert und Anne Mehrer, Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) sowie mit Petra Pau (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Die Linke). Moderation: Norman Bäuerle, Humanistische Union Berlin-Brandenburg.

Mittwoch, 21. Januar, 19.30 Uhr
Vorstellung des Memorandums „Brauchen wir den Verfassungsschutz? Nein!“ mit Till Müller-Heidelberg und Martin Kutscha von der Humanistischen Union. Das Memorandum argumentiert für ein Ende des Inlandsgeheimdienstes. Die Autoren stellen sich den Fragen und der Diskussion des Publikums.

Montag, 2. Februar, 19.00 Uhr
Podiumsdiskussion „Verfassungsschutz: Reformieren, abschaffen oder weiter wie bisher?“ mit

  • Petra Pau, Die Linke (Mitglied im Innenausschuss, Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages)
  • Hans-Christian Ströbele, Bündnis 90/Die Grünen (Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium und im NSA-Untersuchungsausschuss)
  • Dr. Eva Högl, SPD (Mitglied im Innenausschuss und der SPD-Arbeitsgruppe „Strategien gegen Rechtsextremismus“, angefragt)
  • Stephan Mayer, CDU (Sprecher im Innenausschuss für die CDU/CSU-Fraktion, angefragt)
  • Winfriede Schreiber, ehem. Präsidentin des Landesamts für Verfassungsschutz Brandenburg (angefragt)
  • Moderation: N.N., Die Linke

Alle Veranstaltungen finden im Robert-Havemann-Saal im Haus der Demokratie und Menschenrechte statt, Greifswalder Straße 4, 10405 Berlin.

Weitere Informationen gibt es hier.

Rückblick auf das Landestreffen des Netzwerks "Tolerantes Sachsen" in Schneeberg

Am 21./22 November fand in Schneeberg (Erzgebirge) das 14. Landestreffen des Netzwerks "Tolerantes Sachsen" statt. Daran nahmen diesmal 46 Vertreter_innen von rund 25 Mitgliedsorganisationen teil. EnWi ist in Gestalt des Forums für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) seit Anfang an Teil dieses Netzwerks. In den vergangenen drei Jahren wirkten FKR-Mitglieder auch (wieder) im Sprecher_innenrat des Netzwerks mit. Bei dessen Neuwahl auf dem Landestreffen verzichteten die anwesenden FKR-Vertreter_innen auf eine erneute Kandidatur.

Die Tätigkeit des Netzwerks verspricht in diesem Jahr angesichts der neuen Landesregierung und den angekündigten Veränderungen beim Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen" (WOS) sowie der neu geschaffenen Position einer Staatsministerin für Gleichstellung und Integration durchaus wichtig und interessant zu werden. Es hat sich jedoch in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Arbeit im Sprecher_innenrat für rein ehrenamtlich Aktive nicht so einfach zusätzlich zu leisten ist und das Verhältnis von Aufwand und Nutzen nicht immer zufriedenstellend ausfällt. Nicht zufällig wird die Arbeit im Sprecher_innenrat seit langem v.a. von Vertreter_innen größerer Vereine (für sächsische Verhältnisse) mit hauptamtlichen Strukturen geleistet.

Zum Sprecher_innenrat gehören 2014/2015 Vertreter_innen von: NDC Sachsen, NDK Wurzen, Kulturbüro Sachsen, Augen auf Oberlausitz, RAA Sachsen, Vivere aus Plauen, Antidiskriminierungsbüro Sachsen, different people aus Chemnitz sowie trägerverBUNT aus Bautzen. Ihnen viel Erfolg bei der zukünftigen Arbeit!

Die Abschlusserklärung des Landestreffens mit der Überschrift "Rassistische Mobilisierung verlangt deutliche Antwort der Zivilgesellschaft und der politischen Akteure in Sachsen" kann auf der Homepage des Netzwerks "Tolerantes Sachsen" nachgelesen werden.

03.01: Antira Soliparty im Pöge Haus e.V. Leipzig

gute vorsÄtze? - antira soli party
21:00

live:

peanut envy - genderqueer sexpositive hiphop, soundcloud.com/peanutenvymusic

konserve:

jori von morgen - pop

bella cuts - hiphop femme & booty beats,
soundcloud.com/bellacuts

gritpop - elektropop

So erreichen Sie uns
Pöge-Haus, Hedwigstraße 20, 04315 Leipzig
E-Mail
http://neustadtraeume.pöge-haus.de

Mehr Infos hier.

07.01.: Hendrik Träger: "Innerparteiliche Basisdemokratie"

Vortrag im Öffentlichen Kolloquium des Instituts für Politikwissenschaft

Vortragender: Dr. Hendrik Träger (Leipzig)
Titel: "Innerparteiliche Basisdemokratie"
Zeit: 13Uhr
Raum 4.1.15
GWZ, Beethovenstr. 15

08.01.-29.01. Veranstaltungsreihe: Wissen und Handeln im Anthropozän

Dei Fortführung des Programms im Januar in der Autodidaktischen Initiative
DO 08.01. | 20:00 Uhr | Film Leviathan (2012) (english)
FR 09.01. | 19:30 Uhr | Gespräch / Projektvorstellung mit Prof. Henrique M. Pereira (english)
DO 15.01. | 19:00 Uhr | Gespräch mit Dr. Brigitte Schlögl
FR 23.01. | 19:00 Uhr | Gespräch mit Dr. Gabriele Gramelsberger Ort: UNI, wird noch bekanntgegeben
DO 29.01. | 20:00 Uhr | Film The Net: The Unabomber, LSD and the Internet (2003) (english)
(weitere Veranstaltungen im Februar und März)

In den letzten 200 Jahren, einem menschheitsgeschichtlich vergleichsweise kurzen Zeitraum, wurde die Erde gravierend verändert. Landwirtschaft, Industriekultur, Architektur und Eingriffe in Form von Tagebau und Erdölförderung haben Teile der Menschheit zum geologischen Faktor werden lassen. Unter der formalen Definition des Anthropozäns bündeln sich unterschiedliche Diskurse, die die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Natur betrachten. Sie werden von AkteuerInnen der Naturwissenschaften, Politik und Ökonomie derzeit maßgeblich geprägt. Das Anthropozän, vor 10 Jahren von Paul J. Crutzen als neues erdgeschichtliches Zeitalter ausgerufen, begann demnach mit der Industrialisierung. Es würde damit das seit 10.000 Jahren klimatisch relativ stabile Holozän ablösen, innerhalb dessen sich die menschliche Zivilisation entwickelte.

Was bedeutet es für die Menschen, wenn ihre Handlungen ein komplettes Zeitalter definieren?
Welche gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Implikationen ergeben sich daraus? Wie kann damit umgegangen werden, dass die Überproduktion von Wissen zu immer weniger Gewissheit führt? Wie kann eine Einschätzung der gegenwärtigen menschlichen Lage getroffen werden, wenn menschliche Wirklichkeit von Technologien strukturiert wird, mit denen nur eine oberflächliche Interaktion stattfindet?

Die genauen Zusammenhänge dieses Phänomens entziehen sich unmittelbarem, menschlichen Verständnis. WissenschaftlerInnen versuchen die menschliche Zukunft mit extrem spezialisierten Modellen und Prognosen vorherzusagen. Die theoretische Komplexität, die der Wissenschaftsbetrieb hervorbringt, führt immer mehr zu Ohnmacht und Ratlosigkeit, als dass sie zum Handeln ermutigt.

Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, mit den TeilnehmerInnen gemeinsam das Primat der Wissenschaft zu hinterfragen und eigene Perspektiven zu entwickeln. Eine philosophische Reflexion von naturwissenschaftlichen und technologischen Prozessen bietet die Chance, die individuelle und kollektive Handlungsfähigkeit besser einschätzen zu können.

Infos zu den konkreten Veranstaltungen gibt es hier.

12.01.: Protest gegen den rassistischen LEGIDA-Aufmarsch

16.01.: Vortrag/Diskussion: "Widerstand und gelebte Utopien"

16.01.2015, 19:00 Uhr, Leipzig, FraKu-Soziokulturelles Zentrum
Frauenkultur (Windscheidstr. 51, 04277 Leipzig)

Info-Veranstaltung,Diskussions-Veranstaltung: "Widerstand und gelebte Utopien"
Frauenguerilla, Frauenbefreiung und Demokratischer Konföderalismus in Kurdistan

Wir werden die Geschichte und Frauenbefreiungsideologie der kurdischen Frauenbewegung sowie das neue Paradigma der kurdischen Bewegung, den ,Demokratischen Konföderalismus' für den Aufbau einer demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft thematisieren. In diesem Kontext werden die verschiedenen Organisierungsformen und Kämpfe der Frauenbefreiungs-bewegung und die praktische Umsetzung der Demokratischen Autonomie vorgestellt.

Mit einer Aktivistin von CENÎ - Kurdisches Frauenbüro für Frieden e.V.

ZUM NACHLESEN
"Alle Kämpfe beginnen mit Utopien" - Aufruf der Kurdischen
Frauenbewegung zu Vernetzung von Frauenbewegungen weltweit

"Widerstand und gelebte Utopien: Frauenguerilla, Frauenbefreiung und
Demokratischer Konföderalismus in Kurdistan", Mezopotamien Verlag,
September 2012, ISBN-978-3-941012-61-5

Eine Veranstaltung von: Leipziger Solidaritätsgruppe für Rojava
Weitere Infos gibt es hier und hier.

22.01.-27.02.: Ausstellung: " Kunst und Willkommenskultur zwischen Exil und Verantwortung"

Ausstellung - Zakwan Khellow (Aleppo/Syrien)

22.01.2015 - 27.02.2015

Kunst und Willkommenskultur zwischen Exil und Verantwortung

Ein Ausstellungsprojekt zu den Themen Syrien, Flucht und der Rolle der Kunst in politischen Konflikten

Pöge-Haus e.V. in Kooperation mit Ost-Passage-Theater (OPT)

Weitere Infos folgen hier.

28.01.: Daniel Speich: The Role of Statistics in the History of Decolonization

Daniel Speich (Uni Luzern) im öffentlichen Kolloquium des Centre for Area Studies
Title: The Role of Statistics in the History of Decolonization

Veranstaltungsort:
Centre for Area Studies
Seminarraum
Thomaskirchhof 20
Leipzig

Datum und Zeit:
28.01.2014, 17:15-18:45Uhr

Decolonization is usually framed as a process of national liberation and emancipation. But the emergence of new sovereign states in the Global South is only part of the story. Imperial decline also went along with the rise of new international organizations and – eventually – the notion of global governance. At a global level, a new form of political communication took shape that was very strongly based upon expert advice and the promises of scientific rationality. The number of available facts, figures, technical reports and comparative tables of statistical evidence exploded. My paper will look at the history of global economic statistics in the transition from Empires to Nations. The argument is that statistics created a largely fictitious transparency of the globe.

07.01.: Demo "10 Jahre Mord and Oury Jalloh", Dessau

Beginn: 14Uhr am Dessau-Roßlau Bahnhof
von Leipzig aus fährt ein Bus 12:30Uhr nach Dessau.
Tickets für den Bus im el libro (Bornaische Str. 3d) und Vleischerei (Karl-Heine-Straße/ Zschochersche Str.)

Mehr Infos gibt es hier.

12./13.01: Workshop: "Rassismus(reproduktionen) in der Arbeit mit Geflüchteten", Passau

glokal e.V. ist ein Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit, der seit 2006 in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist.

Kontakt: kiesel@glokal.org

Mehr Infos hier.

17.01.: Demonstration: "Wir haben es satt! Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende! ", Berlin

Start: 17. Januar 2015, 12 Uhr

Ort: Potsdamer Platz, Berlin

Demonstration und Kundgebung zur Grünen Woche

Die Agrarindustrie ist weiter auf dem Vormarsch: Wenige globale Großkonzerne untergraben die Saatgut-Vielfalt und fördern die Gentechnik auf dem Acker. Investoren bauen immer neue industrielle Megaställe, in denen Tiere unter qualvollen Bedingungen leiden. Die Mächtigen dieser Welt planen auf dem G7-Gipfel und durch die Freihandelsabkommen TTIP und CETA die globale Industrialisierung der Landwirtschaft.

Wir haben es satt!
Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und TTIP! Für die Agrarwende!

Aufruf zur Demonstration am Samstag, den 17. Januar 2015

Weitere Infos hier.

22./23.01.: Vortrag/Workshop: "Postkoloniale Perspektiven auf Entwicklungszusammenarbeit", Göttingen

glokal e.V. ist ein Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit, der seit 2006 in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist.

In Kooperation mit ifak (Institut für angewandte Kulturforschung e.V.)

Kontakt: kiesel@glokal.org

Mehr Infos hier.

23.01.: Deadline CfP: Riots - Arbeitstitel für ein sub\urban Themenheft

Die Konzentration verschiedener sozialer Ungleichheiten macht urbane Räume auf ganz unterschiedliche Weise zu Schauplätzen sozialer Konflikte. Historisch wie aktuell sind sie Austragungsort für Massendemonstrationen und andere Aktionsformen von Protestbewegungen, und immer wieder auch für sogenannte riots: Jugendaufstände in marginalisierten Vierteln europäischer Metropolen, food riots als Proteste gegen steigende Lebensmittelpreise in Städten des globalen Südens und ritualisierte Kämpfe zwischen linken Gruppierungen und staatlichen Ordnungsinstitutionen sind einige Beispiele hierfür. Trotz der unterschiedlichen Kontexte, in denen riots stattfinden, werden ihnen gemeinhin Charakteristika wie Spontanität, Unorganisiertheit und Gewalt zugeschrieben.

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Protestformen und widerständigen Praktiken ist bisher vor allem in der Sozialen Bewegungsforschung zu verorten. Somit stellen Phänomene oder Ereignisse, die sich nicht mit den gängigen Definitionskriterien für neue soziale Bewegungen erfassen lassen, in diesem Rahmen eine analytische Herausforderung dar. So wird kontrovers diskutiert, ob riots überhaupt als politisch gelten können. Daher bleiben sie als Forschungsobjekte tendenziell ausgeschlossen. Zwar gibt es Analysen, die untersuchen, welche Beweggründe Menschen dazu motivieren, an einem riot teilzunehmen und sich damit für eine bestimmte Art der Artikulation im öffentlichen Raum zu entscheiden. Ebenso ist gefragt worden, wie riots diskursiv verhandelt, repräsentiert, vereinnahmt und in Beziehung zu anderen gesellschaftlichen Konflikten gesetzt werden. Aber es bleibt umstritten, was der Begriff riot umfasst, welchen analytischen Mehrwert er hat, und in welchem Verhältnis er zu Begriffen wie „Revolte“, „Aufstand“ oder „Massenprotest“ steht.

Das geplante Themenheft zu riots möchte diese konzeptuelle Offenheit als Chance begreifen, um sich aus verschiedenen theoretischen Perspektiven dem Phänomen kritisch anzunähern. Folgende Fragenkomplexe sollen hierbei als Denkanstöße fungieren (Auswahl):

  • Inwiefern lässt sich der Gegenstand riots definitorisch fassen? Inwiefern handelt es sich bei gewaltvollen Ausschreitungen, Plünderungen und Brandstiftung um zentrale Charakteristika von riots?
  • Handelt es sich bei riots um abgrenzbare Ereignisse, oder sind sie Teil eines umfassenderen Prozesses? Wie stehen riots mit alltäglichen konfliktiven Verhältnissen in Zusammenhang? Inwiefern lassen sich riots aus einer prozess-orientierten Perspektive mit alltäglichen Formen von Widerständigkeit und Protest erklären?
  • Können spezifische Faktoren als ursächlich für die Entstehung von riots identifiziert werden? Wie lassen sich ggf. die Zusammenhänge zwischen sozialer Benachteiligungen, Marginalisierungs- und Exklusionserfahrungen und individueller sowie kollektiver Motivstruktur der Aufständischen fassen?
  • Welche Relevanz hat die Stadt als Sozialraum für soziale und politische Auseinandersetzungen? Welche Rolle spielen die sich in der Stadt räumlich ausprägenden sozialen Ungleichheiten? Wie trägt Urbanität mit ihrer Infrastruktur und ihrer Pluralität zur Herausbildung von Protesten bei? Welche Rolle spielt etwa die Verfügung über Netzwerke und Ressourcen bei der Entstehung von sozialen Bewegungen oder riots?
  • Wie werden riots in der Öffentlichkeit verhandelt? Welche Bedeutungen werden riots in Medien, Politik und Wissenschaft diskursiv zugeschrieben, und welche Verschränkungen bestehen etwa zu Diskursen über benachteiligte Quartiere, Kriminalität oder öffentlicher Sicherheit? In welchem Verhältnis stehen dabei Selbst-Inszenierungen und Fremdzuschreibungen aller beteiligten Akteure? Welche Auswirkungen haben verschiedene gewaltvolle Ausprägungen von Widerstand auf die öffentliche Wahrnehmung und Verhandlung von Protest und dessen Legitimität? Welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, Alter sowie Ethnizität werden über riots generell und Gewalt im Speziellen (re)produziert?
  • Wer beteiligt sich auf welche Weise an riots und welche sozialstrukturellen Kategorien sind dabei relevant? Was bedeutet die Gewaltförmigkeit eines riots und die soziale Dynamik, die durch Gewalt produziert wird, konkret für den Ein- und Ausschluss von Teilnehmenden, wenn beispielsweise der rechtliche Status, körperliche Befähigung und soziale Kategorien wie Geschlecht mit berücksichtigt werden?
  • Wie lassen sich riots im Spannungsfeld von (progressivem) sozialem Wandel einerseits und der Stabilisierung bestehender Macht- und Herrschaftsverhältnisse andererseits verorten? Können riots als Ausgangspunkt für die politische Subjektwerdung, für Kollektivierungs- und Organisierungsprozesse marginalisierter Bevölkerungsgruppen dienen? Erweitern sie deren politische Handlungsspielräume und den Zugang zum Diskurs, indem sie Forderungen sichtbar machen, oder ist das Gegenteil der Fall?

Wir bitten um die Einreichung von Abstracts (300 – 700 Wörter) für Aufsätze bis zum 23. Januar 2015.

Außerdem bitten wir um Einreichungen für die offene Rubrik „Magazin“. Hier freuen wir uns über Rezensionen, Interviews, photographische Arbeiten, literarische Texte und andere kreative Formate mit Bezug zum Thema riots. Wie in der sub\urban üblich, ist auch eine Debatte geplant, in der mehrere Autor_innen auf einen Text reagieren und dazu Stellung beziehen. Hier soll die Frage diskutiert werden, wie sich der politische Gehalt von riots und urbanen Bewegungen, und deren etwaiges emanzipatives Potenzial fassen lassen können. Wer Interesse hat, sich an der Debatte zu beteiligen, kann sich gerne bei uns melden.

Abstracts sowie Fragen können an folgende Adresse geschickt werden: themenheft_suburban(at)riseup.net

23.01.(Deadline Anmeldung): Tagung: "Entgrenzter Rechtsextremismus? Internationale Perspektiven und Gegenstrategien", München

Rechtsextremismus ist in Europa und Übersee zu einem steten Thema geworden. Beinahe 1.000 aktive Hate Groups existieren derzeit in den USA. In Russland wurden seit 2004 mehr als 500 rassistische Morde sowie Tötungen politischer Gegner begangen. Und bei den Europawahlen 2014 konnten verschiedene rechtsextreme Parteien Mandate gewinnen. Der Referenzrahmen dieser Akteure ist stets der Nationalstaat und doch stehen sie in stetem Austausch mit Gleichgesinnten in anderen Ländern. Existiert hier so etwas wie eine "Braune Internationale"? Diese Frage soll neben Bestandsaufnahmen zur Situation der extremen Rechten in verschiedenen Ländern einen Schwerpunkt der zweitägigen Tagung bilden. Dabei gilt es zu diskutieren, wie dem Rechtsextremismus zu begegnen ist – unterschiedliche Projekte, die seit Jahren aktiv sind, werden ihre Arbeit vorstellen.

Das Programm gibt es hier.

Termin
09.02.2015,11:00 bis 10.02.2015,15:30

Ort
hbw | Haus der Bayerischen Wirtschaft
Max-Joseph-Straße 5
80333 München

Für
Die Tagung richtet sich an politische Bildnerinnen und Bildner mit Schwerpunkt Internationale Politik und/oder Rechtsextremismus; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fachträgern in den Themenfeldern Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus; Akteure aus Initiativen und Bündnissen; Journalistinnen und Journalisten; Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung/bpb

Anmeldung: hier.

Anmeldeschluss ist der 23. Januar 2015.

Der bpb ist die Inklusivität ihrer Veranstaltungen wichtig. Wir achten in den Vorträgen auf deutliche Darstellungen und Präsentationen. Bitte teilen Sie uns daher mit, falls im Rahmen der Veranstaltungsorganisation besondere Bedürfnisse beispielsweise durch eine eingeschränkte Mobilität oder Behinderungen zu berücksichtigen sind und ob Sie Unterstützung in Anspruch nehmen wollen. Ihre Angaben behandeln wir selbstverständlich vertraulich.

Kontakt
Bundeszentrale für politische Bildung
Hanne Wurzel
Leiterin Fachbereich Extremismus
Adenauerallee 86
53113 Bonn
hanne.wurzel@bpb.bund.de

29.01-30.01.: Tagung: " Qualifiziert handeln – Flüchtlinge im Gemeinwesen Zusammenleben in Kommunen gestalten", Berlin

Flüchtlinge brauchen Perspektiven. Mehr als 20.000 Menschen suchen jeden Monat in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung, Kriegs- und Bürgerkriegssituationen.

Die Verantwortung für freundliche Aufnahme und Beheimatung liegt in den Kommunen. Sie setzen sich damit auseinander, Standort einer Flüchtlingsunterkunft zu werden oder wesentlich mehr Menschen aufzunehmen als bisher. Dabei sind logistische Probleme zu lösen, Fragen der kulturellen Identität zu klären, Konflikte zu bereinigen und manchmal Widerstände zu überwinden.

Die Tagung soll Bürgerinnen und Bürgern, Zivilgesellschaft, Politik, Verwaltung und nicht zuletzt den Flüchtlingen selbst aus dem ganzen Bundesgebiet die Möglichkeit geben, sich zu vernetzen, positive und negative Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Ideen für die Verbesserung der Situation von Flüchtlingen in Deutschlands Kommunen zu erarbeiten.

Termin
29.01.2015,10:00 bis 30.01.2015,15:00

Ort
Hotel "Dietrich-Bonhoeffer-Haus"
Ziegelstraße 30
10117 Berlin (Mitte)

Für
Interessierte Bürgerinnen und Bürger; Akteurinnen und Akteure aus der Zivilgesellschaft; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der öffentlichen Verwaltung; Politikerinnen und Politiker; Flüchtlinge

Veranstalter
Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit der »Evangelischen Akademie zu Berlin gGmbh«

Anmeldung
Teilnahmegebühr: 20,– EUR
inkl. Übernachtung und Verpflegung

Optional: 20,– EUR für zusätzliche Übernachtung am 28.1.2015 (bei Anreise von außerhalb)
Zahlbar zu Beginn der Tagung (EC-Kartenzahlung nicht möglich).
Keine Ermäßigung bei teilweiser Teilnahme.
Reisekosten für Teilnehmende aus Initiativen gegen Rechtsextremismus können auf Antrag durch die Bundeszentrale für politische Bildung erstattet werden (Bahnfahrt 2. Klasse, verfügbare Sparangebote sind zu nutzen).

Schriftlich mit der Anmeldekarte oder online unter »www.eaberlin.de« bis eine Woche vor Veranstaltungsbeginn. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Erst mit unserer Bestätigung, die Sie ab 15. Dezember 2014 erhalten, wird Ihre Anmeldung verbindlich.
Anmeldeschluss: 22.01.2015

Anmeldung bei
Evangelische Akademie zu Berlin gGmbh
Charlottenstraße 53/54
10117 Berlin

Kontakt
Evangelische Akademie zu Berlin
Heinz-Joachim Lohmann
Charlottenstr. 53/54
10117 Berlin
lohmann@eaberlin.de

Ausführliches Programm hier.

30.01. (deadline) CfP: Zeitschrift: FORUMRECHT 02/2015: "Stadt"

FORUMRECHT – Autor_innenaufruf
für das Heft 02/15 mit dem Themenschwerpunkt
„Stadt“

Redaktionsschluss: 30. Januar 2015
Ansprechpartner_innen: Julia, Max (stadt@forum-recht-online.de)

Das Leben in der Stadt wird vom Recht geprägt. Unter dem Slogan der Sicherheit und Ordnung werden diverse Maßnahmen getroffen: Obdachlose, Drogenkonsument_innen, Punker_innen oder andere unliebsame Menschen werden vor allem aus den Innenstädten oder aus innenstadtnahen Gegenden vertrieben, es werden Aufenthaltsverbote erteilt, öffentliche wie private Räume werden videoüberwacht, es gibt Funkzellenüberwachung, besetzte Häuser werden geräumt und Unterkünfte für Geflüchtete werden so weit wie möglich entfernt vom Blickfeld von Bewohner_innen und Politik errichtet. In diesem Zusammenhang werden bestimmte Personengruppen als die „gefährlichen Anderen“ konstruiert, gegen die die Polizei besonders vorgehen darf. Dazu gehören beispielsweise „ausländische“ Jugendliche, „Bettelbanden“ oder „Hooligans“. Teilweise werden aber auch ganze Orte als „gefährlich“ gekennzeichnet. Städte sollen heute sicher, sauber und verwertbar sein. Wie spielt das Recht hier mit rein?

Mit Berufung auf das Recht werden auch emanzipatorische Kämpfe ausgetragen, wie sich
beispielsweise an den „Recht auf Stadt“-Bündnissen zeigt.

Die Ausgabe 2/15 der Forum Recht will sich daher dem Thema Recht und Stadt widmen.

Mögliche Themenvorschläge für den Schwerpunkt könnten u.a. sein:

● Das Konzept Recht auf Stadt nach dem französischen Philosophen Henri Lefebvre und
seine heutigen Aktualisierungen.

● Privatisierung von ehemals öffentlichem Raum: Welche Auswirkungen hat dies, nicht nur im politischen Sinne, sondern auch hinsichtlich der Geltung und Ausübung von subjektiven
Rechten wie Grundrechten?

● Aufenthaltsrecht und Residenzpflicht: Inwieweit haben die Veränderungsprozesse in der
Stadt Auswirkungen auf das Leben von Flüchtlingen und illegalisierten Migrant_innen?

● Bettelverbote: Die Bettelverbote sind keine neue Erscheinung, sondern wurden bereits im
Nationalsozialismus restriktiv angewandt. Welche rechtlichen Grundlagen haben heutige
Bettelverbote, wie werden sie angewandt, wer ist betroffen und inwieweit sind sie mit den
Rechten von Stadtbewohner_innen vereinbar?

● Alkoholverbotszonen: Alkoholverbote werden in ganz Deutschland diskutiert und eingeführt. Diverse Gerichte haben bereits zu der Zulässigkeit solcher Verbote judiziert.

● Privatisierung von Sicherheitsdiensten: In vielen Städten werden private Sicherheitsleute
vermehrt im öffentlichen Raum eingesetzt.

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Buch: Radostin Kaloianov: Kritik und Migration. Eine Studie, 2014.

UNRAST VERLAG
Bücher der Kritik

Neuerscheinungen ( Aus der Rubrik: Antirassismus Politik & Gesellschaft )

MigrantInnen in der Sozialforschung zur Kritik ermutigen und befähigen

Radostin Kaloianov
Kritik und Migration
Eine Studie

ISBN 978-3-89771-572-1
Erscheinungsdatum: Oktober 2014
Seiten: 211
Ausstattung: softcover
Preis: 16 €

Kaloianov erarbeitet eine kritisch-theoretische Position für MigrantInnen und zu den Themen der Migration, um damit zwei Aufgaben zu lösen. Die politische Aufgabe, Kritik und Migration ins Verhältnis zu setzen, ergibt sich daraus, dass aktuell Kritik und Migration weit auseinander liegen und aus mehrheitlicher Sicht gar nicht zusammen gehören. Das politische Vorhaben der Untersuchung geht in den wissenschaftlichen Auftrag über, herauszufinden, welche der gegenwärtig verfügbaren und einflussreichen Optionen theoretischer Gesellschaftskritik die Herausbildung einer kritisch-theoretischen Position für MigrantInnen in der Sozialforschung befördern bzw. bremsen könnten.

Die Lösung dieser beiden Aufgaben zeichnet die Kritikposition von MigrantInnen als eine weitgehend ‚atopische’. ‚Atopisch’ pendelt die gesuchte Kritikposition zwischen Disziplinen, theoretischen Traditionen, Theoriesprachen und Themengebieten, um an ebenso ‚atopische’ Forschungsthemen heranzukommen und Fragen aufzuwerfen, die in den wissenschaftlichen und politischen To-do-Listen gar nicht oder nur marginal aufscheinen. Der ‚atopische’ Zuschnitt dieser Erkenntnisperspektive wird zusätzlich durch die ebenso ‚atopische’ Stellung von MigrantInnen als outsider in den wissenschaftlichen und genereller den gesellschaftlichen Opportunitätsstrukturen verstärkt.

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Buch: Bangstad: Anders Breivik and the Rise of Islamophobia

Eine aktuelle Studie zu dem Attentat von Anders Breivik in Norwegen. Breivik wollte mit seinen Attentaten die seiner Meinung nach multikulturalismusversessene politischen Elite und die vermeintliche Islamisierung seines Abendlandes stoppen. Sindre Bangstad stellt Breiviks Taten und Motive als ein gesamtgesellschaftliches Problem für Norwegen dar.
Sindre Banstad
"Anders Breivik and the Rise of Islamophobia"
ISBN: 9781783600076
Erscheinungsdatum: Juli 2014
Seiten: 304
Preis: ca. 19€
Mehr Infos auf der Verlagsseite.

Falls jemand denkt, dass hat doch nichts mit uns zu tun oder lieber auf deutsch liest, sei auf diese Publikation verwiesen:

Regina Wamper, Marc Jacobsen, Ekaterina Jadtschenko (Hg.)
"Das hat doch nichts mit uns zu tun!"
Die Anschläge in Norwegen in deutschsprachigen Medien
ISBN 978-3-89771-759-6
Erscheinungsdatum: November 2011
Seiten: 184
Reihe: Edition DISS Band: 30
Preis: 18€
Mehr Infos auf der Verlagsseite.

Buch: Haselwanter: Gesellschaft - Bildung - Protest

Martin Haselwanter
Gesellschaft – Bildung – Protest. Studentischer Aktionismus in Zeiten der Instrumentalisierung von Bildung: unibrennt!
ISBN: 9783944690292
Seiten: 292
Erschienen: Oktober 2014
Preis: 34,90€

Die im Oktober 2009 beginnenden unibrennt-Proteste gelten als umfangreichstes studentisches Aufbegehren des vergangenen Jahrzehnts. Von Wien ausgehend breitete sich der – gegen das Bologna-System sowie universitäre Unterfinanzierung – auftretende Aktivismus auf ganz Österreich aus. Am Höhepunkt traten weltweit an über 100 Hochschulstandorten HörsaalbesetzerInnen für eine Verbesserung von Bildungsbedingungen ein.
Martin Haselwanter geht in seiner Untersuchung der Frage nach, was der gesellschaftliche und bildungsspezifische Kontext war, in dem die Proteste ihren Ursprung fanden. Grundlegend werden dabei aus einer ideologiekritischen Perspektive die warenförmige Konstitution der Gesellschaft sowie die neoliberale Instrumentalisierung von Bildung als zentrale Protestursachen hervorgehoben. Konträr zur voranschreitenden Instrumentalisierung werden darüber hinaus Fragmente eines zeitgemäß-kritischen Bildungsbegriffs illustriert und auf diesen aufbauend die Verbindung von Protest und Bildung als potentiell befreiend erläutert.

Mehr Infos auf den Verlagsseiten.

Buch: Schäfer/Mangold (2014): Vergessene Geschichte - NS-Zwangsarbeit in Leipzig. Zwei Rundgänge durch Connewitz und Lindenau

Neuerscheinung zum 22. September 2014

Vergessene Geschichte
NS-Zwangsarbeit in Leipzig
Zwei Rundgänge durch Connewitz und Lindenau

Florian Schäfer und Paula Mangold

Über lange Zeit wurden Zwangsarbeiter_innen in der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg ausgeblendet. Deshalb ist das Schicksal von Millionen durch Zwangsarbeit ausgebeuteten Menschen weitgehend unbekannt. Mit ihren Stadtteilrundgängen durch die Leipziger Viertel Connewitz und Lindenau sensibilisieren die Autor_innen Florian Schäfer und Paula Mangold für ein vergessenes Stück lokaler Geschichte. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen nicht nur die funktionalen Aspekte der Lager und Arbeitsstellen, sondern auch die Lebensbedingungen der Arbeiterinnen und Arbeiter. Anhand ausgewählter Orte wird die Versorgung und Unterbringung, das Verhältnis der ausländischen Arbeiter_innen zur deutschen Bevölkerung und ihr Alltag nachgezeichnet. Neben Zwangsarbeit werden auch weitere Aspekte Leipziger NS-Geschichte wie "Arisierung" und Widerstand angeschnitten.

Über die Verfasser_innen:

Florian Schäfer, geb. 1985, Historiker, lebt in Leipzig. Studium der Geschichte und Wirtschaftswissenschaften an der Friedrich- Schiller-Universität Jena und der Universität Leipzig. Abschlussarbeit zum Thema "Zwangsarbeiter und Zwangsarbeit in Leipzig während des Zweiten Weltkrieges".

Paula Mangold, geb. 1989, Kulturwissenschaftlerin, lebt in Leipzig. Studium der Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Abschlussarbeit zum Thema "Zum Prozess der Aufarbeitung von NS-Zwangsarbeit in Deutschland. NS-Zwangsarbeit im kollektiven Gedächtnis". Die Verfasser_innen führen regelmäßig die Stadtteilrundgänge für die Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig durch.

Taschenbuch: 161 Seiten, inkl. 12 Abbildungen
Sprache: deutsch
bookra Verlag, Erstauflage (29.09.2014)
www.bookra-verlag.de
bookra Verlag, Inh.: Florian Illerhaus
Leopoldstraße 16, 04277 Leipzig
ISBN: 978-3-943150-11-7
Ladenverkaufspreis: 9,90 €

Weitere Infos und Bestellung hier.

Zeitschrift: ZAG. Antirassistische Zeitschrift, Nr. 67/2014: "Rechtspopulismus"

Inhalt in Auszügen:

E D I T O R I A L

StaatundNazisHandinHand
Auf dem rechten Auge blind. Und links sehr schnell gereizt.
(ZAG)

A K T U E L L E S

Stichwort Zuckerguss
Ein Lager wird wegdefiniert
(NoLager Halle)

Mare Nostrum
Widerstand von unten zwingt Europa zur Rettung
(Aktive aus den Initiativen und Netzwerken For­schungs­ge­sell­schaft Flucht und Migration, Afrique Europe Interact, Welcome to Europe und transact!)

Watch the Med – Notruftelefon gegen das Sterben-Lassen auf See
Transnationales Netzwerk alarmiert seit Oktober bei Seenot und Rückschiebungen
(Helmut Dietrich)

Schlimmer geht immer
Die australische Flüchtlingspolitik der Abbott-Regierung
(Antje Missbach)

Abschiebungshaft reloaded
Zur grenzenlosen Kreativität des Bundesinnenministeriums in Grenzfragen
(Ursula Müller)

In Riesenschritten
Noch mehr Entrechtung von Asylsuchenden
(Dorothea Lindenberg)

Rassismus und Antisemitismus in der neuen BRD
Das Erbe nach 25 Jahren Mauerfall
(Harry Waibel)

Stilles Schweigen über München
Prozessbeobachtung des NSU-Prozesses in München
(Esya)

Brennendes Desinteresse
Brandanschlag auf die Mevlana-Moschee in Berlin-Kreuzberg
(Bündnis gegen Rassismus)

Auf Wiedersehen!
ALB und Avanti geben ihre Auflösung bekannt
(ZAG)

S C H W E R P U N K T
Alles, was rechts ist

Ausführliches Inhaltsverzeichnis hier.

Buch: Neuhaus, Manfred /Kinner, Klaus (Hrsg.), Ferdinand Lassalle und der ADAV. Beiträge zum historischen Diskurs der Linken, 2014

Geschichte linker Parteien Montag

Ferdinand Lassalle und der ADAV.
Beiträge zum historischen Diskurs der Linken.

Herausgeber: Neuhaus, Manfred /Kinner, Klaus

Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen

Leipzig 2014

74 Seiten.

Zum Inhalt:
Wulf Skaun: Lassalle gehört auch der Linken. Rosa-Luxemburg-Stiftung würdigt 150 Jahre ADAV mit geschichtswissenschaftlicher Konferenz;
Helga Grebing: Der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein 1863 – der Anfang einer sozialen Bewegung oder das Ende einer »sozialliberalen Koalition«?;
Jutta Seidel: Der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein im Spektrum der internationalen Arbeiterbewegung;
Manfred Neuhaus: Zur Archäologie einer Hassliebe. Karl Marx und Ferdinand Lassalle;
Klaus Kinner: Eine neue Wilhelm-Liebknecht-Biografie;
Michael Brie: Der Bruch mit dem Leninismus als System.
Sozialismus und Demokratie – eine historische Tragödie;
Zu den Autoren

Bestellung: per Telefon unter 0341-9608531 oder per E-Mail unter info@rosalux-sachsen.de

Kostenbeitrag: 6 Euro/4 Euro (Mitglieder)

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