Februar 2018

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Liebe Leserinnen und Leser,

anstatt eines langen Editorials empfehlen wir, die Pressemitteilung von chronik.LE zu Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig zu lesen. In dem Text geht es um den erschreckenden Rassismus in unserer Gesellschaft. Der Angriff auf Geflüchtete am 12. Januar in Wurzen und die darauf folgendne Entwicklungen sind leider ein weiteres Ereignis, welches chronik.LE wohl in ihrem Bericht für 2018 aufnehmen müssen und das für uns alle Anlass sein sollte uns (weiter) gegen diese gesellschaftlichen Entwicklungen zu engagieren.

Trotzdem wünscht euch viel Vergnügen bei der Lektüre des Newsletters Euer,

EnWi-Newsletterteam

EnWi e.V.
Informationen und Einschätzung zu den Übergriffen in Wurzen
Aufruf zur Dokumentation des Naziüberfalls auf Connewitz vor 2 Jahren
Bericht zu Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig (chronik.LE)
Leipzig
31.01.: Vortrag: "Paradise Papers im historischen Kontext"
01.02.: Podiumsdiskussion: "Recht und Rechtskritik bei und nach Karl Marx"
01.02.: Podiumsdiskussion: "Recht und Rechtskritik bei und nach Karl Marx"
06.02.: Film: "Free Lunch Society"
09.02.: Benefiz: "Antirepressionsparty"
15.02.: Buchvorstellung: "Mit Linkspopulismus gegen Eliten und Rechte"
16./17.02.: Konferenz: "Globale Ungleichheiten diskutieren"
17.02.: Verleihung des Wissenschaftspreises RSL Sachsen
Ausstellung: "Leipziger Antifaschisten und ihre Abschiedsbriefe"
Fotoausstellung: „Gesichter, Schicksale und Orte von Galiläa bis Leipzig“
Rest der Welt
02.-04.02.: "We`ll Come United und Solidarity Cities Treffen", Kassel
05.02. (Deadline): CfP für Kolloquium „Die Mitte ist ein Ort in der Hölle“ in Dresden
17.02.: Demonstration gegen die NATO-Sicherheitskonferenz, München
Spendenaufrauf für die Betroffenen aus Wurzen für Unterbringung und rechtlichen Beistand
Neuerscheinungen
Buch: Ganz, Kathrin: Die Netzbewegung
CfPs und Stellenausschreibungen
09.04-20.11.: Bildungsprogramm 2018 „Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma“
1.03. (Deadline): Promotionsstipendien im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe »Rechtsextreme Gewaltdelinquenz und Praxis der Strafverfolgung: Taten, TäterInnen und Reaktionen« an der Ruhr-Universität Bochum
14.02. (Deadline): Wiss. Koordinator_in "Widerstand - Demokratie - Internationalität"
15.04. (Deadline): Ausschreibung Graduiertenkolleg zum Thema Rechtspopulismus
5.02. (Bewerbungsschluss) Geschäftsführer_in in Teilzeit, Berlin
CfP (deadline: 15.03): "Degrowth Economies as Transitional Geographies?"
Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. sucht engagierte und qualifizierte Mitarbeiter*innen für ein Projekt zur politischen Bildung
Stellenausschreibung für eine_n Projektkoordinator_in des Netzwerkes Tolerantes Sachsen | Wurzen

Informationen und Einschätzung zu den Übergriffen in Wurzen

Die EnWi-AG chronik.LE hat dieser Tage ihren Abschlussbericht für ein Projekt zum Thema „Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig“ veröffentlicht (siehe Newsletterbeitrag). Regionale Schwerpunkte der Erhebung waren im vergangenen Jahr wieder die Städte Grimma und Wurzen. Wie zur Bestätigung kam es am 12. Januar in Wurzen zu einer Hetzjagd auf Geflüchtete und einem Angriff auf ein von Migrant_innen bewohntes Haus (Infos in den Medien dazu hier und hier). An der Attacke von etwa 30 Neonazis und rechten Jugendlichen war auch ein 16-Jähriger beteiligt. Weil er bei dem Übergriff selbst verletzt wurde, äußerte er wenig später auf einer „Mahnwache“, dass er in Zukunft nicht mehr selbst angreifen wolle, sondern „nur noch die eigenen Leute verteidigen!“ Aus seiner rassistischen Einstellung macht der Lehrling keinen Hehl: Er habe halt etwas gegen Ausländer, weil die „auf unserem Geld sitzen und nicht arbeiten gehen.“ (Mehr dazu in den Medien hier und hier)

In der Folge gab es in Wurzen eine Antifa-Kundgebung, in deren Umfeld sich die örtlichen Neonazis mal wieder von ihrer besten Seite - vermummt und bewaffnet - zeigten (siehe hier, hier und hier). Am Auto eines lokalen Linke-Politikers, der sich in Interviews zur Situation in der Stadt äußerte, wurde Radmuttern gelockert und Bauschaum in den Auspuff gesprüht. In der örtlichen Politik und Verwaltung herrscht jetzt große Ratlosigkeit, es wird nach mehr Polizei und Jugendarbeit gerufen. Als wahren Übeltäter hat der SPD-Oberbürgermeister allerdings ausgerechnet das zivilgesellschaftliche Netzwerk für Demokratische Kultur (NDK, siehe deren Pressemitteilung hier) ausgemacht. Der Verein habe den Vorfall vorschnell als rassistisch motiviert eingestuft und damit zur Stigmatisierung der Stadt als „braunes Wurzen“ beigetragen (siehe dazu den Medienbericht auf tag24.de und die Mitteilung der Stadt Wurzen).

Mit diesem „Nestbeschmutzer“-Vorwurf schlägt der OBM die deutlichen Ratschläge des Politikwissenschaftlers Hajo Funke in den Wind. Dieser hatte in der LVZ kurz zuvor eine klare Positionierung der Politik auf kommunaler und Landesebene angemahnt: „Auch die muss sagen – ja, wir haben ein Problem. Und wir gehen es an. Auch wenn es zunächst das Image noch einmal verschlechtern möge: Wir stellen uns dem Problem und tun alles, um mit den Kräften in der Stadt und der Polizei des Landes klarzustellen, dass eine Grenze erreicht ist. Wenn man den Ernst der Lage verkennt, dann ist kein Halten mehr. Das ist die große Gefahr, die ich auch für Wurzen sehe. Schon nach den letzten Eskalationen konnte man sich weitere Gewaltsteigerungen vorstellen und dann ist die Sache außer Kontrolle.“ (Quelle LVZ)

Weitere Informationen zu der Siutation können beim MDR, Spiegel, und der LVZ eingeholt werden.

Aufruf zur Dokumentation des Naziüberfalls auf Connewitz vor 2 Jahren

Vor zwei Jahren feierte Legida in der Leipziger Innenstadt sein einjähriges Bestehen. Parallel verabredeten sich ca. 250 Neonazis, um den Stadtteil Connewitz anzugreifen. Bei der Ausführung des Angriffs waren die Neonazis vermummt und bewaffnet. Personen wurden körperlich attackiert. Sie richteten auf der Wolfgang-Heinze-Straße einen sechstelligen Sachschaden an, zerstörten Schaufenster und Geschäfte.

Wir wollen Perspektiven von Betroffenen, Augenzeug_innen und Anwohner_innen sammeln. Aus unserer Sicht ist eine solche Dokumentation wichtig um individuelle Perspektiven auf das Geschehen sichtbar zu machen. Genau diese Perspektiven werden in den anstehenden Gerichtsprozessen vermutlich zu wenig Beachtung finden. Wir wollen mit der Dokumentation dazu beitragen, dass der Überfall und die Täter_innen nicht in Vergessenheit geraten.

Dabei ist es euch überlassen, in welcher Form diese Dokumentation stattfindet. Uns interessieren die verschiedenen Perspektiven, die sich nach dem Angriff ergeben haben. Wie lief der Abend des 11. Januars bei euch ab? Was und wie habt ihr vom Angriff in Connewitz mitbekommen? Wie war die Reaktion im Viertel? Könnt ihr Eindrücke von den Aufräumarbeiten und den Soliveranstaltungen berichten? Was bedeutet aus eurer Sicht der Angriff auf Connewitz für das Viertel, aber auch allgemein für das Leben in Leipzig? Ob als kurzes Statement oder ausführlicher Ereignisbericht, wir interessieren uns für jede Form der Erinnerung.

Die gesammelten Perspektiven werden wir in geeigneter Form anonymisiert veröffentlichen.

Eure Perspektiven und Schilderungen könnt ihr uns per mail (chronik.le@engagiertewissenschaft.de) oder über unser Kontaktformular (https://www.chronikle.org/ereignismelden) auf unserer Website zukommen lassen. Bitte gebt dabei eine Mail-Adresse an, damit wir ggf. noch Rückfragen klären können.

Die bisher noch ausstehenden juristischen Prozesse werden wir außerdem versuchen zu begleiten und zu dokumentieren. Genauere Informationen dazu folgen.

Infos zu dem Thema können im Radiomitschnitt einer Veranstaltung hier und hier nachgehört werden.

Bericht zu Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig (chronik.LE)

Pressemitteilung vom 30.01.2018: Dokumentationsprojekt chronik.LE veröffentlicht Bericht zur Situation 2017 im Landkreis Leipzig

Leipzig, den 30.01.2017: Das Dokumentationsprojekt chronik.LE des Vereins Engagagierte Wissenschaft e.V. hat im vergangenen Jahr mit Unterstützung der Lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig ein Projekt mit dem Titel „Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig“ durchgeführt. Dazu wurde jetzt ein 36-seitiger Abschlussbericht veröffentlicht. Dieser kann unter www.chronikle.org heruntergeladen werden. Auf Anfrage werden auch Druckexemplare zugesendet.

„Insgesamt haben wir im Jahr 2017 im Landkreis Leipzig 53 rechte Ereignisse dokumentiert“, sagt chronik.LE-Sprecher Steven Hummel. 2016 waren es noch 86 solcher Vorfälle. „Der Rückgang ist vor allem durch weniger rassistische Mobilisierungen in Form von Demonstrationen und Kundgebungen auf der Straße zu erklären. Von einer Entspannung ist aber dennoch nicht zu sprechen. Das zeigen gerade die jüngsten Vorfälle in Wurzen – der Angriff auf Geflüchtete am 12. Januar und das Auftreten von bewaffneten und vermummten Neonazis im Umfeld einer antifaschistischen Kundgebung am 20. Januar.“

Regionale Schwerpunkte rechter Ereignisse im Landkreis sind weiterhin die Städte Grimma und Wurzen, in denen 14 bzw. 11 Vorfälle registriert wurden. Einen deutlichen Rückgang gab es in Borna: Wurden hier 2016 noch 20 Vorfälle dokumentiert, waren es 2017 nur noch fünf. Darunter war allerdings ein Angriff mit Steinen auf die Räumlichkeiten des Vereins Bon Courage, der sich u.a. für Geflüchtete engagiert. Einen ähnlichen Vorfall hatte es bereits 2016 gegeben. Mutmaßliche Neonazis gehen offensichtlich immer wieder gezielt und heftig gegen engagierte Initiativen vor.

Die Bandbreite der dokumentierten Ereignisse reicht dabei von Hakenkreuzschmierereien über rechte (Musik-)Veranstaltungen bis hin zu körperlichen Angriffen. Die Mehrheit der Ereignisse hat dabei einen den Nationalsozialimus verherrlichenden oder aber rassistischen Hintergrund (42 und 32%).

Im Bericht findet sich eine ausführliche Statistik zu den dokumentierten Ereignissen. Weiterhin beschäftigt sich der Bericht mit den Ergebnissen der Bundestagswahl im Landkreis Leipzig, der Entwicklung der AfD und deren Abspaltung "Die Blaue Partei" sowie Beschreibungen zur Situation in Borna, Wurzen und Grimma.

"Glücklicherweise gibt es in vielen Orten im Landkreis eine engagierte Zivilgesellschaft. Diese setzen sich tagtäglich für ein lebenswertes und demokratisches Miteinander ein." Hummel weiter: "Wir wollen mit unserem Bericht eine Grundlage für eine tiefergehende Auseinandersetzung mit Neonazismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit im Landkreis Leipzig bieten. Denn diese Tendenzen stehen den Bestrebungen vieler Engagierter entgegen."

chronik.LE ist ein ehrenamtliches Projekt des Vereins Engagierte Wissenschaft e.V. Auf der Website www.chronikle.org werden seit 2008 faschistische, rassistische und diskriminierende Ereignisse und Aktivitäten in der Stadt Leipzig sowie den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen dokumentiert.

Das Projekt „Rassismus, Neonazismus und rechte Gewalt im Landkreis Leipzig“ wurde 2017 im Rahmen der Lokalen Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Leipzig durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, den Landespräventionsrat Sachsen und den Landkreis Leipzig gefördert. Die Maßnahme wurde mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenenn Haushaltes. Die Veröffentlichungen stellen keine Meinungsäußerung des BMFSFJ bzw. des BAFzA dar. Für inhaltliche Aussagen tragen die Autor_innen die Verantwortung.

Für Rückfragen:
Steven Hummel
chronik.le@engagiertewissenschaft.de

Der Abschlussbericht ist steht als PDF zum Download bereit.

31.01.: Vortrag: "Paradise Papers im historischen Kontext"

18 Uhr, MittwochsATTACke: "Paradise Papers im historischen Kontext - Was wir aus 50 Jahren De-Regulierung und Re-Regulierung gelernt haben"

Referentin: Marina Popzov (Transparency International)
Ort: Schaubühne Lindenfels, Karl-Heine-Straße 50

Die "Paradise Papers" haben erneut ein Schlaglicht auf milliardenschwere Steuertricks von multinationalen Konzernen und Superreichen geworfen. Entgegen des Verfassungs-Grundsatzes "Eigentum verpflichtet" weigern sich Unternehmen wie Amazon, Apple & Co. einen angemessenen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig ächzen Kommunen unter klammen Kassen, Menschen unter fortschreitendem Sozialabbau. Angesichts des Problems stellen sich die Fragen: Wie sind existierende Regulierungslücken entstanden? Wie können Steuer- und Verschleierungsoasen ausgetrocknet werden?...

Der Flyer: http://www.attac-leipzig.de/allg/material/2018/flyer-2018-01-31.pdf

01.02.: Podiumsdiskussion: "Recht und Rechtskritik bei und nach Karl Marx"

18:00 Uhr, Leipzig, Institut fuer Zukunft (An den Tierkliniken 38, Kohlrabizirkus, 04103 Leipzig)

200 Jahre Marx: Klassische Kontroversen, aktuelle Debatten

Eine Podiumsdiskussion mit Anne-Kathrin Krug (Berlin) und Benno Zabel (Bonn). Moderation: Philipp Lorig (Leipzig) und Elisabeth Niekrenz (Leipzig).

Marx hat zum Themenkomplex "Recht und Staat" keine umfassende Theorie ausgearbeitet. Dennoch gibt es vereinzelt Stellen, an denen sich Marx mit rechts- und staatstheoretischen Fragen befasst. So kritisiert beispielsweise der junge Marx die bestehenden Gesetze mittels eines Ideals des Rechts, das der Vernunft, der menschlichen Natur und dem Prinzip der Gerechtigkeit entsprechen soll. In der Auseinandersetzung mit Hegel verwirft Marx diese Art der idealistischen Rechtskritik und konzentriert sich fortan auf Analyse und Kritik der Ökonomie. Das bürgerliche Recht erscheint jetzt als juristischer Ausdruck der kapitalistischen Produktionsweise. Die universelle Durchsetzung des bürgerlichen Rechts, so ließe sich der späte Marx zuspitzen, ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems kapitalistischer und staatlicher Herrschaftsverhältnisse.

In der Veranstaltung wird zunächst auf den Unterschied zwischen der frühen und der späten Rechtskritik von Marx eingegangen. Mit Bezug auf den sowjetischen Rechtstheoretiker Eugen Paschukanis soll dann die Frage geklärt werden, wie im Kapitalismus ökonomischer Zwang und politische Freiheiten miteinander verschränkt sind: Welche Rolle spielen Freiheit, Gleichheit und Eigentum für die Reproduktion von Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen? Und warum benötigt eine Analyse der kapitalistischen Produktionsweise überhaupt einen Begriff des bürgerlichen Rechts? Im Anschluss daran wird nach aktuellen Positionen einer kritischen Rechtsphilosophie gefragt, die über Marx und Paschukanis hinausgehen. Zum Abschluss soll es auch um die Frage gehen, inwiefern ein "Jenseits des Rechts" möglich und wünschenswert ist: Sind postkapitalistische Gesellschaften rechtsfreie Räume?

Eine Veranstaltung von www.marx-expedition.de. In Kooperation mit Kulturraum e.V. - KreV und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.. Grafik von Lea Pauline Kolling.

Facebook: https://www.facebook.com/events/1915246952070261/

| Eine Veranstaltung von: MarxExpedition |
Weitere Infos unter: http://www.Marx-Expedition.de

01.02.: Podiumsdiskussion: "Recht und Rechtskritik bei und nach Karl Marx"

18:00 Uhr, Leipzig, Institut fuer Zukunft (An den Tierkliniken 38, Kohlrabizirkus, 04103 Leipzig)

200 Jahre Marx: Klassische Kontroversen, aktuelle Debatten

Eine Podiumsdiskussion mit Anne-Kathrin Krug (Berlin) und Benno Zabel (Bonn). Moderation: Philipp Lorig (Leipzig) und Elisabeth Niekrenz (Leipzig).

Marx hat zum Themenkomplex "Recht und Staat" keine umfassende Theorie ausgearbeitet. Dennoch gibt es vereinzelt Stellen, an denen sich Marx mit rechts- und staatstheoretischen Fragen befasst. So kritisiert beispielsweise der junge Marx die bestehenden Gesetze mittels eines Ideals des Rechts, das der Vernunft, der menschlichen Natur und dem Prinzip der Gerechtigkeit entsprechen soll. In der Auseinandersetzung mit Hegel verwirft Marx diese Art der idealistischen Rechtskritik und konzentriert sich fortan auf Analyse und Kritik der Ökonomie. Das bürgerliche Recht erscheint jetzt als juristischer Ausdruck der kapitalistischen Produktionsweise. Die universelle Durchsetzung des bürgerlichen Rechts, so ließe sich der späte Marx zuspitzen, ist nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems kapitalistischer und staatlicher Herrschaftsverhältnisse. In der Veranstaltung wird zunächst auf den Unterschied zwischen der frühen und der späten Rechtskritik von Marx eingegangen. Mit Bezug auf den sowjetischen Rechtstheoretiker Eugen Paschukanis soll dann die Frage geklärt werden, wie im Kapitalismus ökonomischer Zwang und politische Freiheiten miteinander verschränkt sind: Welche Rolle spielen Freiheit, Gleichheit und Eigentum für die Reproduktion von Ausbeutungs- und Herrschaftsverhältnissen? Und warum benötigt eine Analyse der kapitalistischen Produktionsweise überhaupt einen Begriff des bürgerlichen Rechts? Im Anschluss daran wird nach aktuellen Positionen einer kritischen Rechtsphilosophie gefragt, die über Marx und Paschukanis hinausgehen. Zum Abschluss soll es auch um die Frage gehen, inwiefern ein "Jenseits des Rechts" möglich und wünschenswert ist: Sind postkapitalistische Gesellschaften rechtsfreie Räume?

Eine Veranstaltung von www.marx-expedition.de. In Kooperation mit Kulturraum e.V. - KreV und der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e.V.. Grafik von Lea Pauline Kolling.

Facebook: https://www.facebook.com/events/1915246952070261/

Weitere Infos unter: http://www.Marx-Expedition.de

06.02.: Film: "Free Lunch Society"

19:00 Uhr, Leipzig, Cinémathèque in der naTo (Karl-Liebknecht-Str. 46, 04275 Leipzig)

Mit Diskussion

Im Anschluss Diskussion mit Hanna Ketterer vom Kolleg
Postwachstumsgesellschaften der Universität Jena.

BRD/Österreich 2017, OmU, Dok, 100 min, Regie: Christian Tod

Sprache: Englisch mit deutschen Untertiteln
Language: English with german subtitles

Was würdet Ihr tun, wenn für Euren Lebensunterhalt gesorgt wäre?Das Bedingungslose Grundeinkommen galt vor wenigen Jahren noch alsHirngespinst. Heute ist diese Utopie denkbarer denn je - intensivdiskutiert in allen politischen und wissenschaftlichen Lagern.FREE LUNCH SOCIETY vermittelt Hintergrundwissen zu dieser Idee und suchtnach Erklärungen, Möglichkeiten und Erfahrungen zu ihrer Umsetzung.

Weitere Infos hier.

09.02.: Benefiz: "Antirepressionsparty"

20:00 Uhr, Leipzig, G 16 (Gieszerstr. 16)

Hip-Hop gegen Repression

Am 09. Februar geht's uns um Hip-Hop und um Solikohle natürlich... Beginnen wollen wir mit dem zweiten Teil unseres Punchline-Quiz. Es wird über 30 Fragen geben und die Möglichkeit euer Hip-Hop-Wissen auf die Probe zu stellen. Fette Preis inklusive! Danach gibt's auf die Ohren, aber nicht den ewig homophoben, sexistischen Dreck, sondern ein paar erfrischen Töne live aus dem Boxen von den Versagern. Die Versager bestehend aus VLW (MC) und My hoodie is my castle (DJ) hauen oldschoolige boom-bap Beats raus und berichten von einem Leben mit Hartz4, ner menge Gras und Bullenhass. Anschließend gibt's feinsten female Hip-Hop, etwas Oldschhool Classics, ein bisschen Trash und zum Abschluss Funk uns Soul bis die Beine brennen.

Die Kohle geht an Menschen die von Repression betroffen sind.

Eine Veranstaltung von: Salt N Peppa

15.02.: Buchvorstellung: "Mit Linkspopulismus gegen Eliten und Rechte"

18:15 Uhr, Leipzig, Interim (Demmeringstraße 32)

Mit Linkspopulismus gegen Eliten und Rechte? - Buchvorstellung und Diskussion mit Violetta Bock und Thomas Goes

Sahra Wagenknecht versucht es, Bernie Sanders und die Partei Podemos in Spanien machten es vor: Linker Populismus, der die unteren Volksklassen in eine Bewegung gegen die Eliten einzubinden versucht, hat Konjunktur. Dagegen wenden sich linke KritikerInnen. Zuspitzende Elitenkritik und positive Bezüge auf »die einfachen Leute« bereiten demnach den Weg nach rechts. Violetta Bock und Thomas Goes sehen das anders. In ihrem Buch "Ein unanständiges Angebot?" (Papyrossa Verlag) argumentieren sie, dass ein fortschrittlicher Linkspopulismus möglich und nötig ist: als Teil eines popularen Sozialismus, der von unten ermächtigt, der internationalistisch und feministisch ist und für die radikale Demokratisierung dieser Gesellschaft kämpft. Ein »Sozialismus der einfachen Leute«, der unterschiedlichen Bewegungen der Befreiung eine gemeinsame Richtung zu geben sucht. Er konzentriert sich darauf, vor Ort Gegenmacht zu organisieren, um Laboratorien der Hoffnung und ein Hinterland der Solidarität zu schaffen. Populistische Verdichtungen spielen eine zentrale Rolle, um eine breite populare Bewegung aufzubauen, die dazu in der Lage ist, die neoliberalen Eliten und die radikale Rechte zu schlagen.

Die Buchvorstellung und Diskussion wird organisiert von der Basisorganisation "Wilder Westen" (Die Linke). Sie findet statt am 15. Februar 18:15 Uhr im Interim (Demmeringstraße 32, 04177 Leipzig). Eintritt frei.

Thomas E. Goes, Dr. phil., *1980, Sozialwissenschaftler am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI). Er unterstützt politische Organisierungsprojekte durch Bildungs- und Beratungsarbeit; Violetta Bock, *1987, setzt seit einem Auslandsaufenthalt in den USA Ansätze des Organizing in ihrer eigenen Nachbarschaft und bei weiteren Projekten um. Sie ist Stadtverordnete der Kasseler Linken.

Eine Veranstaltung von: BO Wilder Westen

Weitere Infos unter:
http://shop.papyrossa.de/Goes-Thomas-E-Bock-Violetta-Ein-unanstaendiges-Angebot

16./17.02.: Konferenz: "Globale Ungleichheiten diskutieren"

Der Nord-Süd-Konflikt in den internationalen Beziehungen nach 1945

Veranstaltungsort
Universität Leipzig, Historisches Seminar, Felix-Klein-Hörsaal im Paulinum
Veranstalter
Jürgen Dinkel (Leipzig), Steffen Fiebrig (Halle), Frank Reichherzer (Berlin)

Am 7. und 8. Juli 2017 trafen sich in Hamburg die StaatschefInnen von 20 Industrie- und „Schwellenländern“ zum G20 Gipfel. Diskutiert wurde dabei die weitere Ausgestaltung des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems. Kaum zur Debatte standen grundlegende Alternativen zu westlichen liberalen Modellen der freien Marktwirtschaft. Genau dies war auf internationaler Ebene schon einmal anders. In den 1960er und 1970er Jahren diskutierten postkoloniale Staaten, westliche NGOs und die Regierungen aus Ost und West im Rahmen des Nord-Süd-Dialogs grundlegende Reformen der internationalen Beziehungen, mit einem Schwerpunkt auf Konzepten einer postkolonialen Weltwirtschaftsordnung. Die Institutionen und Foren, die im Zuge dieser Auseinandersetzungen geschaffen wurden, existieren zum Teil bis in die Gegenwart. Ihr politisches Gewicht hat seitdem jedoch je nach Institution ab- oder zugenommen. Dies gilt beispielsweise für Eine-Welt-Läden oder internationale Organisationen wie die Bewegung Bündnisfreier Staaten, die UNCTAD oder die G7- beziehungsweise G20 Treffen, in denen auch heute noch globale Wirtschaftsfragen diskutiert werden. In unserem Workshop wollen wir die Vorgeschichte heutiger Debatten untersuchen.

Der Workshop wird großzügig unterstützt von der Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung und dem Forum for the Study of the Global Condition.

Gäste sind herzlich willkommen. Um eine formlose Anmeldung wird gebeten.

Programm bei H-Soz-Kult.

Kontakt

Jürgen Dinkel: juergen.dinkel@uni-leipzig.de

17.02.: Verleihung des Wissenschaftspreises RSL Sachsen

Samstag, 14.00 Uhr, Neujahrsempfang ab ca. 16.00 Uhr

Verleihung des Wissenschaftspreises mit anschließendem Neujahrsempfang
RLS Sachsen, Harkortstraße 10, 01099 Leipzig

Wir möchten Sie / Dich ganz herzlich zur Verleihung des Wissenschaftspreises der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen mitanschließendem Neujahrsempfang einladen.

Seit nunmehr 20 Jahren verleiht die Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen den von Günter Reimann (1904 – 2005) gestifteten Wissenschaftspreis, um gemäß dem Vermächtnis ihres Stiftungsmäzens kritische junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu fördern.

Im Anschluss an die Preisverleihung bietet der Neujahrsempfang die Möglichkeit für anregende Gespräche.

Mehr bei der RLS.

Ausstellung: "Leipziger Antifaschisten und ihre Abschiedsbriefe"

bis 16. März täglich zu den Öffnungszeiten

Komm-Haus
Selliner Straße 17
04207 Leipzig
Tel. 0341 9419132
komm-haus@leipzig.de

Eintritt: Frei

Ab 1941 baute Georg Schumann in Leipzig zusammen mit Otto Engert und Kurt Kresse eine der größten kommunistischen Widerstandsgruppen im Dritten Reich auf. Die Gruppe orientierte sich am Nationalkomitee Freies Deutschland, stellte aber ihre sozialistischen Ziele (Enteignung der Großindustrie usw.) deutlicher heraus, als das die Moskauer Exilführung der KPD zu dieser Zeit tat. Im Sommer 1944 begann die Verhaftungswelle der Gestapo. Im Juli wurden Schumann, Engert und Kresse verhaftet. Sie wurden schwer gefoltert, damit sie weitere Namen von Mitgliedern preisgeben sollten, blieben aber standhaft und retteten so vermutlich vielen anderen Widerstandskämpfern das Leben. Im November 1944 verurteilte der Volksgerichtshof in Dresden sie zum Tod, am 11. Januar 1945 wurden die drei im Hof des Dresdner Landgerichts hingerichtet.
Weitere der ca. 17 zum engen Kreis der Gruppe gehörende Mitglieder der Gruppe waren: William Zipperer, Arthur Hoffmann, Alfred Kästner, Georg Schwarz und viele andere. Nach dem Krieg wurde den Antifaschisten auf dem Südfriedhof mit einem Ehrenhain ein Denkmal gesetzt.

Mehr Info bei Grünauer Kultur

Fotoausstellung: „Gesichter, Schicksale und Orte von Galiläa bis Leipzig“

Fotoausstellung „Gesichter, Schicksale und Orte von Galiläa bis Leipzig“ des Leipziger Fotografen Mahmoud Dabdoub.

Er ist der Sohn arabischer Eltern aus Galiläa. Seine Ausstellung zeigt die verschiedenen emotionalen Facetten eines Lebens im Nahen Osten sowie in seiner Wahlheimat Leipzig. Mit Fotos vom Besuch ehemaliger Leipziger jüdischer Herkunft in der sächsischen Metropole bis hin zu Bildern aus Israel und dem früheren Heimatort seiner Eltern in Galiläa spannt er den Bogen einer Gefühlswelt, die gegensätzlicher nicht sein kann. Seine Bilder sprechen von Sehnsucht nach einem Leben in Frieden in gewohnter Umgebung, von Erinnerungen, Nähe und Ferne, Trauer und Freude.

Die Ausstellung ist bis 15. April im Saal des Ariowitsch-Hauses zu sehen.

Mehr Info beim Ariowitsch-Haus e. V.

Spendenaufrauf für die Betroffenen aus Wurzen für Unterbringung und rechtlichen Beistand

Die RAA ruft zu Spenden zur Unterstützung auf:
In der Nacht vom letzten Freitag, den 12. Januar, kam es zu wiederholten rassistischen Angriffen von Neonazis in
Wurzen, bei dem mehrere Menschen verletzt wurden. Dies ist nun ein weiterer trauriger Höhepunkt in einer Reihe von Gewalttaten gegen Geflüchtete in der Stadt. Der Angriff fand in einem Wohnhaus statt, in dem viele Geflüchtete untergebracht waren. Einige der BewohnerInnen sind von den Angreifern im Schlaf überrascht worden. Die meisten Betroffenen sind noch in der gleichen Nacht aus Wurzen geflüchtet. Der Rassismus in Wurzen ist alltäglich und sehr enthemmt: Fensterscheiben werden eingeschmissen, Geflüchtete körperlich attackiert, Familien werden beim Verlassen der Wohnung bespuckt und Neonazis versuchen direkt in den Wohnbereich einzudringen.

Damit die Betroffenen kurzfristig in Sicherheit gebracht werden können und anwaltlich vertreten werden, benötigen sie dringend finanzielle Unterstützung.

Spendenkonto: RAA Sachsen e.V.
Commerzbank AG
IBAN: DE33 8508 0200 0643 9986 00
BIC: DRESDEFF857
Verwendungszweck: Wurzen

Im Namen der Betroffenen, danken wir für jede Unterstützung!

02.-04.02.: "We`ll Come United und Solidarity Cities Treffen", Kassel

Am 3./4. Februar findet das nächste Treffen für We`ll Come United 2018 in Kassel statt. Hier soll der genaue Termin und die Stadt der nächsten Parade im September nächsten Jahres entschieden werden, hier sollen aber vor allem die nächsten Treffen und die weiteren Schritte der Mobilisierung vorbereitet werden.

Kontakt über die Webseite: http://www.welcome-united.org

Am Abend zuvor (2. Februar) beginnt bereits ein Netzwerktreffen zu Solidarity Cities. Hier soll zunächst der Stand in den verschiedenen Städten ausgetauscht werden, um am nächsten Tag über konkrete Kampagnen und Themen sowie die Beteiligung an We`ll Come United zu diskutieren… https://solidarity-city.eu/de/

05.02. (Deadline): CfP für Kolloquium „Die Mitte ist ein Ort in der Hölle“ in Dresden

Call for Papers zum Kolloquium „Die Mitte ist ein Ort in der Hölle“
Kolloquium am 20./21.04.2018 in Dresden

Veranstalter*innen: Kulturbüro Sachsen e.V., Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

These: Die „Mittigkeit“ der politischen Parteien, das Fehlen sichtbarer Positionierung und Polarisierung, auch bei Widerspruch – der (wahrgenommene) Mangel an politischen Alternativen – ist eine Bedingung für das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte in Deutschland.

Es war die häufigste Kritik am Kanzler-Duell zwischen Angela Merkel und Martin Schulz: Ihre Positionen seien kaum zu unterscheiden. Spätestens seit der ersten rot-grünen Bundesregierung Ende der 1990er Jahre ist bei nahezu allen politischen Parteien der Bundesrepublik Deutschland ein zunehmender Bezug zur „Mitte“ festzustellen: Alle Parteien wollen Politik für „die Mitte“ machen, ohne dabei diese Mitte zu definieren (sozial, politisch, als Bevölkerungsdurchschnitt). Die Einbindung der – oder die Anschlussfähigkeit an die – sogenannte „Mitte“ wird von den Parteien stärker präferiert als ihre eigentlichen programmatischen Inhalte. Kommt es zu Lagerbildungen und/oder dem Austausch unvereinbarer politischer Positionen, wird postuliert, das Konstrukt eines „gesellschaftlichen Zusammenhalts“ sei in Gefahr und es sei darauf hinzuwirken, diesen wiederherzustellen.

Neben diesen Floskeln realpolitischer Debatten haben sich tatsächlich Inhalte angeglichen. Dies ist eine Veränderung zur politischen Kultur des Parteienkonflikts, der bis in die 1990er Jahre bestand. Damals banden Parteien größere Wählerschichten, indem sie diese gezielt ansprachen. Die SPD sprach Arbeiter*innen an, die CDU Christ*innen und Konservative, die FDP Unternehmer*innen, die Grünen Ökos und Linke, die Linkspartei ebenfalls Arbeiter*innen und Linke. Heute wollen alle diese Parteien (auch) „die Mitte“ der Bevölkerung ansprechen und diese vertreten. Politische Visionen und Richtungen, die Parteien vormals unterschieden haben, werden immer mehr aufgeweicht, um den Kompromiss mit „der Mitte“ zu finden. Dadurch sind sie jedoch für Bürger*innen, die sich nicht intensiv mit Parteipolitik beschäftigen, kaum mehr zu unterscheiden. Gleichzeitig ist Parteienstreit in der bundesdeutschen politischen Kultur mitunter verpönt; die DDR-Opposition etwa bediente sich lange dem Medium „Runder Tisch“. Aushandlung und Kompromiss sind für viele Bürger*innen attraktiver und vertrauensbildender als offener Konflikt.

Chantal Mouffe stellte bereits vor zehn Jahren anhand der Entwicklungen in der Europäischen Union fest: „Da dem Konsens gegenwärtig eine enorme Bedeutung beigemessen wird, ist weder das sinkende Interesse der Menschen an Politik noch die steigende Quote der Nichtwähler überraschend. Mobilisierung erfordert Politisierung, aber Politisierung kann es nicht ohne konfliktvolle Darstellung der Welt mit gegnerischen Lagern geben, mit denen die Menschen sich identifizieren können; einer Darstellung der Welt, die die politische Mobilisierung von Leidenschaft innerhalb des Spektrums des demokratischen Prozesses zulässt.“1
Zwischen den Ländern, in denen Neue Rechte und Rechtspopulist*innen Zulauf erhalten, sieht Mouffe wichtige Gemeinsamkeiten: „Die Rechtsparteien hatten immer dann Zulauf, wenn zwischen den traditionellen demokratischen Parteien keine deutlichen Unterschiede mehr erkennbar waren. (…) In allen Fällen aber war ein Konsens der Mitte hergestellt worden, der den Wählern keine echte Wahl zwischen deutlich voneinander unterschiedenen Programmen ermöglichte.“2
Das Erfolgsmoment für Rechtspopulist*innen ist demnach u.a. das Fehlen einer polarisierten und leidenschaftlich geführten demokratischen Debatte.

In eben diesem Rechtspopulismus, den z.B. die AfD in der Bundesrepublik verkörpert, sieht Jürgen Habermas den „Saatboden für einen neuen Faschismus.“3 Ein möglicher Ausweg aus dieser

„Politik der Einschläferung“4 wird heute von ihm skizziert: „Man müsste also politische Gegensätze wieder kenntlich machen, auch den Gegensatz zwischen der – im politischen und kulturellen Sinne „liberalen“ – Weltoffenheit der linken und dem ethnonationalen Mief der Globalisierungskritik.
Kurzum: Die politische Polarisierung müsste sich wieder zwischen den etablierten Parteien um sachliche Gegensätze kristallisieren.“5

In unserem Colloquium möchten wir Ausschnitte der folgenden Themen bearbeiten

(1.) Den Bürger*innen stellt sich das Problem der Wahl ohne Alternativen. Dadurch können sich Rechtspopulist*innen als einzige Alternative zu einem „System“ oder einer „Verschwörung“ der anderen Parteien darstellen. Die Parteien selbst verlieren Wähler*innen, weil ihnen die Interessen einer diffusen „Mitte“ wichtiger erscheinen, als die ihrer Wählermilieus.

(2.) Die Demokratische Kultur leidet unter fehlendem Pluralismus, fehlendem Widerspruch und Streit. Polarisierungen zwischen den Parteien und der Ausschluss von Kompromissen werden ausschließlich negativ konnotiert. Die demokratische Gesellschaft verlernt den Umgang mit Differenz, mit der anderen Meinung und auch das Eintreten und Kämpfen für die eigenen Ziele.

(3.) Die zwanghafte Mittigkeit trägt bei zum Verschwinden der Bürger*in, weil auf Interessen des Volkes statt pluraler Interessen der Bürger*innen rekuriert wird und weil Teilhabe und Mitbestimmung keinen Raum in alternativloser Politik haben.

Unsere Fragen dabei sind u.a.:

Welche neuen Konzepte gibt es für demokratischen Streit und Polarisierungen, die eine Antwort auf die Politik der Mittigkeit bieten? Welche Mechanismen können den einseitigen Mitte-Bezug der Demokratie beenden und/oder überwinden helfen?

Kann die angebliche „Spaltung der Gesellschaft“ und die Absage an den „Zusammenhalt der Gesellschaft“ als eine Chance für eine neue Demokratisierung durch neue Lagerbildungen und die Zuspitzung von Debatten begriffen werden?

„Einfach mehr streiten und sich dabei anerkennen“: Demokratietheorien gründen oft auf umfassenden ökonomischen, kulturellen und politischen Voraussetzungen. Wie können diese Voraussetzungen geschaffen werden? Funktionieren radikal-demokratische und konfliktorientierte Demokratiekonzepte noch, wenn Rechtspopulist*innen die Konsensorientierung längst gebrochen haben und eher ein Freund-Feind-Klima herrscht?

Gerne sollen diese Fragen an einem praktischen Beispiel erläutert werden oder in zugespitzten – gut zu diskutierenden – Thesen behandelt werden. Auf den Papieren aufbauend wollen die Veranstalter*innen nach dem Colloquium die Debatte mit Bürger*innen weiterführen. Die wissenschaftlichen Beiträge sollen nach Möglichkeit für die politische Bildung anschlussfähig sein.

Call for Papers

Wir werden am 20./21. April 2018 ein eineinhalb-tägiges Colloquium mit 30 Personen aus Wissenschaft und Praxis in Dresden durchführen. Dabei werden wir unsere Fragen in unterschiedlichen Panels diskutieren.

Aufgerufen werden Wissenschaftler*innen geistes- und sozialwissenschaftlicher Fachrichtungen sowie Praktiker*innen der demokratischen Bildungsarbeit ihre zwei- bis vierseitigen Papers zu unseren Themen- und Fragestellungen einzureichen. Eine Jury aus Wissenschaft und der Praxis wird daraus die Beiträge für das Kolloquium auswählen. Wir bitten um die Einreichung der Paper bis spätestens 05. Februar 2018.

Die Paper bitte als PDF an eitel[ät]weiterdenken.de und michael.nattke[ät]kulturbuero-sachsen.de

17.02.: Demonstration gegen die NATO-Sicherheitskonferenz, München

FRIEDEN STATT AUFRÜSTUNG
NEIN ZUM KRIEG!
Geht mit uns auf die Straße - am Samstag 17. Februar 2018

Während im Februar in München die 54. Konferenz unter dem Titel Sicherheit stattfindet,
stehen sich aufgrund der vorgerückten NATO-Truppen an der russischen Grenze die größten Militärmächte der Welt gegenüber,
droht der Konflikt zwischen Nordkorea und der USA zu einem Atomkrieg zu eskalieren,
beteiligen sich die NATO-Staaten und ihre Bündnispartner an der Zerstörung der Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen und zwingen sie damit zur Flucht, beispielsweise in den kurdischen Gebieten, im Jemen und in Afghanistan,
leiden weltweit 815 Millionen Menschen unter chronischem Hunger. Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind unter fünf Jahren an den Folgen von Unterernährung. Aber auch in Deutschland leben 15% der Bevölkerung in Armut und sozialer Unsicherheit.

Es ist also höchste Zeit, über globale Sicherheit für alle Menschen zu reden, doch darum geht es auf der sogenannten Sicherheitskonferenz (SIKO) in München nicht.

Weitere Informationen bei Attac.

Buch: Ganz, Kathrin: Die Netzbewegung

Titel: „Die Netzbewegung. Subjektpositionen im politischen Diskurs der digitalen Gesellschaft“
Verlag: Barbara Budrich
ISBN: 978-3-8474-2139-9
Preis: 38€

Die Netzbewegung setzt sich ein für Informationsfreiheit, Datenschutz und Netzneutralität, gegen Zensur und Überwachung, kurz: für ein freies Internet. Dabei positionieren sich die Aktivist_innen als Avantgarde der digitalen Gesellschaft. Mit ihrer intersektionalen und hegemonietheoretischen Analyse zeigt die Autorin, wie die Forderungen der Netzbewegung und auch die Akteur_innen selbst gesellschaftlich verortet sind und geht der Frage nach, wie sich soziale Ungleichheit in den politischen Diskurs der digitalen Gesellschaft einschreibt.

Mehr Infos gibt es auf der Verlagsseite.

5.02. (Bewerbungsschluss) Geschäftsführer_in in Teilzeit, Berlin

Der VBRG e.V. sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt *eine*n Geschäftsführer*in mit Presse- und Öffentlichkeitsarbeit* in Teilzeit (30h/Woche) am Arbeitsort Berlin-Lichtenberg.

Der Verband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) e.V. koordiniert die Vernetzung, Fortbildung und Qualitätssicherung der fachspezifischen Beratungsstellen, bietet ihnen eine Diskussionsplattform und macht Lobbyarbeit auf Bundesebene. Seine Aufgabe ist es außerdem, rechte,
rassistische und antisemitische Gewalt durch Monitoring im Diskurs sichtbar zu machen. Der Verband wurde im September 2014 gegründet. Er vertritt die gemeinsamen Interessen der Mitglieder und unterstützt den flächendeckenden Auf- und Ausbau unabhängiger fachspezifischer Beratungsstrukturen.

Der Verband und die Mitgliedsorganisationen setzen sich außerdem öffentlich und politisch für den Opferschutz, die Rechte der Betroffenen und die gesellschaftliche Sensibilisierung für das Problem rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ein.

Die Mitgliedsorganisationen unterstützen Betroffene, ihre Angehörigen sowie Zeug*innen eines Angriffs bei der Bewältigung materieller sowie immaterieller Angriffsfolgen mit dem Ziel, die Handlungsfähigkeit wiederherzustellen.

Die Geschäftsführung steht in engem Austausch und arbeitet in Kooperation mit dem Vorstand und den Gremien des Vereins. In der Geschäftsstelle arbeiten zwei weitere Mitarbeiter*innen in Teilzeit mit den Aufgabenprofilen Verwaltung/Organisation und Bildung/Projekte.

Tätigkeitsprofil:
Controlling und Finanzentwicklung

  • Finanzcontrolling (Jahresbudget ca. 200.000€)
  • Strategische Entwicklung sowie Koordination und Controlling der Verwaltung von Vereinsmitteln inkl. Drittmittelakquise
  • Verantwortung für Sachberichte und inhaltliche Verwendungsnachweise
  • Kommunikation mit Fördermittelgebern, z.B. Trägergespräche führen

Strategische Weiterentwicklung und Vertretung des VBRG

  • Mitgestaltung und Umsetzung der strategischen Ausrichtung des Verbands
  • Konzeptionelle Projektentwicklung − Gremien- und Netzwerkarbeit auf Bundesebene − Repräsentation auf Podien, Fachveranstaltungen etc.
  • Entwicklung neuer Partnerschaften in Absprache mit den Gremien des Verbands
  • Führung und Ausgestaltung der Geschäftsstelle in Berlin
  • Erstellen der Jahresplanung

Personalmanagement

  • Personalführung
  • Personalentwicklung
  • Teambesprechungen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

  • Entwicklung eines umfassenden Konzepts zur Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des VBRG und Umsetzung inkl. Social media
  • Ansprechperson für Medienanfragen
  • Erstellung von Pressemitteilung in Abstimmung mit den Gremien des Verbandes

Kommunikation in den Verband

  • Kontinuierliche Kommunikation mit den Mitgliedsorganisationen
  • Impuls- und Informationsweitergabe bei relevanten politischen Entwicklungen auf Bundes- oder Landesebene
  • Entwicklung eines Newsletters für Vereinsmitglieder
  • Begleitung potentieller Neumitglieder und Unterstützung beim Aufnahmeprozess

Anforderungsprofil:

  • Ein abgeschlossenes Studium, z.B. der Politik-, Kultur- oder Sozialwissenschaften, Soziale Arbeit, Medien-und

Kommunikationswissenschaften, Rechtswissenschaften etc. oder vergleichbare Berufserfahrung im Themenbereich

  • Erfahrung im Bereich der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Berufserfahrung in einer Leitungsposition mit Budgetverantwortung und Personalführung
  • Berufliche oder ehrenamtliche Erfahrungen und Kenntnisse in der Projektarbeit gegen Rassismus, Antisemitismus, Neonazismus
  • Einen reflektierten und machtkritische Haltung, auch Sprachgebrauch in Wort und Schrift
  • Eine Haltung authentischer Parteilichkeit für Betroffene
  • Strategische und konzeptionelle Denk-und Arbeitsweise sowie reflektierte und verantwortungsvolle Arbeitsplanung
  • Organisationstalent
  • Teamfähigkeit
  • Sicherer Umgang mit Office-Anwendungen
  • Kenntnisse oder Offenheit im Umgang mit social media
  • Englischkenntnisse
  • Bereitschaft zu flexiblen Arbeitszeiten und bundesweiten Dienstreisen

Von Vorteil sind:

  • Praktische Erfahrungen in der Planung und Durchführung von Veranstaltungen
  • Eigene Zugänge um eine Betroffenenperspektive zu vermitteln
  • Erfahrungen in der Beratungsarbeit
  • weitere Sprachkenntnisse

Wir bieten:

  • Eine verantwortungsvolle Leitungsposition und eine interessante Tätigkeit in einem noch jungen Bundesverband
  • Einbindung in ein kleines, motiviertes und engagiertes Team und ein angenehmes Arbeitsumfeld
  • Eigene Gestaltungsmöglichkeiten in einem aktuellen und politischen Themenfeld
  • Eine angemessene Bezahlung in Anlehnung an TVöD Bund E13

Wir freuen uns ausdrücklich auf Bewerbungen von Personen of Color und Menschen mit Migrations- und/oder Fluchtgeschichte sowie Juden und Jüdinnen.

Bitte richten Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung ohne Foto mit allen notwendigen Unterlagen sowie Rückfragen zur Ausschreibung bis einschließlich 05.02.2018 ausschließlich in elektronischer Form an:info@verband-brg.de

Die Bewerbungsgespräche sind in der 9. Kalenderwoche 2018 in Berlin geplant. Die Stelle ist zunächst befristet bis zum 31.12.2018, da sie an die Förderung des VBRG durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus Mitteln des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ (Laufzeit des Bundesprogramms 2015 bis 2019) gebunden ist.

14.02. (Deadline): Wiss. Koordinator_in "Widerstand - Demokratie - Internationalität"

An der Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, ist zum 01.04.2018 eine Stelle als wissenschaftliche Koordinatorin/wissenschaftlicher Koordinator des Kooperationsprojektes „Widerstand – Demokratie – Internationalität“
Entgeltgruppe 13 TV-L mit einer Arbeitszeit von 39,8 h/Woche befristet bis 31.12.2021 zu besetzen. Die Stelle ist teilzeitgeeignet.

Die Georg-August-Universität Göttingen und die Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V. führen in den kommenden vier Jahren das von der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien geförderte Kooperationsprojekt „Widerstand – Demokratie – Internationalität“ durch. Ziel der Kooperation ist es, den deutschen Widerstandskämpfer und Alumnus der Universität Göttingen Adam von Trott zu Solz im bundesweiten und internationalen Kontext bekannter zu machen, Aktivitäten zur Auseinandersetzung mit bundesdeutscher Geschichtskultur, Demokratieverständnis, gesellschaftlichem Wandel sowie europäischen Wertesystemen umzusetzen und gesellschaftlich relevante Projekte durchzuführen, die die Auseinandersetzung mit dem historischen Erbe Adam von Trotts für die aktive Gestaltung von Gegenwart und Zukunft nutzen.

Ihre Aufgaben

  • Koordination und Steuerung der Zusammenarbeit zwischen Universität Göttingen und Stiftung Adam von Trott, Imshausen e.V.
  • Inhaltlich-wissenschaftliche und organisatorische Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von geplanten Workshops, Konferenzen, öffentlichen Vortragsveranstaltungen, Stipendienprogrammen und Seminaren in Zusammenarbeit mit den am Projekt beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Göttingen, der Stiftung Adam von Trott und externen (teils internationalen) Kooperationspartnern.
  • Pflege und Ausbau der Beziehungen zu Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb der Universität
  • Betreuung der Internetpräsenz
  • Konzeption, Planung und Durchführung von Marketing- und Fundraising-Aktivitäten im Rahmen des Kooperationsprojektes
  • Administration der an die Universität weitergeleiteten Fördermittel

Ihr Profil
Vorausgesetzt werden neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium (Master oder vergleichbarer Abschluss), idealerweise in den Geistes- und/oder Gesellschaftswissenschaften, Kenntnisse der bundesdeutschen Erinnerungs- und Gedenkkultur sowie sehr gute Englischkenntnisse (B2-Niveau) im mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch und der EDV-Standardanwendungen. Ausgeprägte Kommunikationsstärke, Teamfähigkeit, eine schnelle Auffassungsgabe und analytisches Denkvermögen zeichnen die Stelleninhaberin/den Stelleninhaber aus.

Wünschenswert sind Kenntnisse der Struktur der Universität sowie Erfahrungen in der akademischen Lehre und im Umgang mit Drittmittelprojekten und ihrer administrativen Betreuung (SAP). Erfahrungen mit der Konzeption und Durchführung von wissenschaftlichen Veranstaltungen und erinnerungskulturellen Projekten sind von Vorteil.

Die Universität Göttingen strebt in den Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert daher qualifizierte Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Sie versteht sich zudem als familienfreundliche Hochschule und fördert die Vereinbarkeit von Wissenschaft/Beruf und Familie. Die Universität hat sich zum Ziel gesetzt, mehr schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Bewerbungen Schwerbehinderter erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen werden bis zum 14.02.2018 gern auch in elektronischer Form, erbeten an Georg-August-Universität Göttingen, Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Wilhelmsplatz 1, 37073 Göttingen, E-Mail: pressestelle@uni-goettingen.de

Für Rückfragen steht Ihnen Herr Benjamin Bühring, (Telefon: +49- (0)551-39-33794, E-Mail: benjamin.buehring@zvw.uni-goettingen.de) zur Verfügung.

09.04-20.11.: Bildungsprogramm 2018 „Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma“

Veranstaltungsort
Hannover / Wolfenbüttel
Veranstalter
Projekt KogA - "Kompetent gegen Antiziganismus - in Geschichte und Gegenwart; Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
Datum
09.04.2018 - 20.11.2018
Bewerbungsschluss
09.02.2018

http://geschichte-bewusst-sein.de/p_001projekt-kompetent-gegen-antiziganismusantiromaismus/p_003aktivitaeten-im-projekt/

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit Jahrhunderten leben Sinti und Roma in ganz Europa. Trotz breiter politischer Anstrengungen auf europäischer und nationaler Ebene, ist diese größte Minderheit des Kontinents weiterhin mit vielfältiger Diskriminierung konfrontiert. Auf dem Wege hin zu einer gleichberechtigten Teilhabe von Sinti und Roma bleibt somit weiterhin viel zu tun.

Das Bildungsprogramm „Kompetent gegen Diskriminierung von Sinti und Roma“ wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesfamilienministeriums gefördert und ist Teil des Modellprojekts „Kompetent gegen Antiziganismus – in Geschichte und Gegenwart“ der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten. Es besteht aus vier mehrtägigen Seminaren und vermittelt berufspraktische Handlungskompetenzen gegen Diskriminierung, Grundlagenwissen über die soziale und rechtliche Situation heute und die (Verfolgungs-) Geschichte. Das Fortbildungsprogramm wurde in 2016/17 bereits zweimal sehr erfolgreich und mit sehr positiver Rückmeldung der Teilnehmer*innen durchgeführt.
Wir würden uns über Ihr Interesse an unserem Bildungsprogramm freuen. Anmeldungen sind bis zum 09. Februar 2018 bei Frau Marion Seibel (Marion.Seibel@stiftung-ng.de) möglich. Ein Anmeldeformular finden sie auf unserem Bildungsportal.

Programm

2018 wird das Programm speziell für Multiplikator/innen und Mitarbeiter/innen aus den staatlichen Institutionen Polizei, Justiz, Justizvollzug und Akteure der Rechtsberatung angeboten. Zudem sprechen wir aber auch Multiplikator/innen und Mitarbeiter/innen aus öffentlichen Verwaltungen und Behörden mit Nähe zu polizeilichem und justiziellen Handeln an.
Die Fortbildung startet am 9. April 2018. Weiterführende Informationen zu den Inhalten, Terminen, Orten, Kosten und Anmeldung finden in Sie im Programmheft und einer Kurzbeschreibung „Fact-Sheet“ auf unserer Seite im Bildungsportal der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten unter: http://geschichte-bewusst-sein.de/koga/aktivitäten-im-projekt

Kontakt
Marion Seibel / Bernd Grafe-Ulke

05141-96620-40
05141-96620-41

marion.seibel@stiftung-ng.de
bernd.grafe-ulke@stiftung-ng.de

CfP (deadline: 15.03): "Degrowth Economies as Transitional Geographies?"

Global Conference on Economic Geography

July 24 – 28, 2018, Cologne

Chair: Bastian Lange (Universität Leipzig)

Co-Chair: Benedikt Schmid (Université du Luxembourg)

Sponsored by:

Academy for Spatial Research and Planning (ARL, Germany), Working Group Post-Growth Economies

Recently, a lively debate within the discourse on alternative economic geographies centres on so-called open workshops, creative hubs (Schmidt / Brinks et al 2014), FabLabs (Fleischmann / Hielscher et al 2016), repair cafés, etc. as sites of open collaborative processes. Contrary to the prevailing growth paradigm of numerous regional economic approaches, these micro-spaces open up a lively, transdisciplinary debate about the acquisition of alternative, decentralized, and coproducing concepts. As a practical consequence, these spaces demonstrate insights how manufacturing, repairing, mobility, urban farming, cloth making characterize the city as fabrication plant (Jabareen 2014, Petschow 2016).

Economic geography as a discipline has been invited by different scholars (Smith/Voss/Grin 2010, Truffer 2013) to shed light on so-called transitional geographies. The discipline could contribute in more detailed ways to overcome static e.g. multi-level-perspectives and multi-level theories (Coehnen et al. 2012) within the discourse of transition economies and sustainability goals.

The task of the session is to invite papers to better understand the rapidly growing field of “grassroots innovation movements” (Smith 2017). The session will be a platform that seeks to discuss current empirical, conceptual and case-study contributions analysing occurrences of experimental urban transformations (Färber 2014). Potential topics are welcomed, but are not limited to the following thematic sub-fields:

- Upscaling and professionalization in grassroots economies

- Urban commons and experimental spaces

- Makerspaces and flexible cooperation between different stakeholders

- Values and category building in grassroots movements

- The role of intermediaries, NGOs, and supportive governance policies

- Digital infrastructures as modes of stabilization

- Space-making of innovation, co-production and knowledge-sharing

- The urban fabric as background and resource for decentralized industries

- local manifestations of degrowth economies

- organizing for post-growth economies / post-growth organization(s)

- Shifting meanings of work and economic practice

Please submit your abstract through the conference website between November 15th2017 and March 15th 2018: https://www.gceg2018.com. For further inquiry feel free to contact Bastian Lange (bastian.lange@uni-leipzig.de) or Benedikt Schmid (benedikt.schmid@uni.lu).

15.04. (Deadline): Ausschreibung Graduiertenkolleg zum Thema Rechtspopulismus

Die RLS schreibt zum 15.4.2018 (Beginn der Förderung: 1.10.2018) ein Graduiertenkolleg zum Thema Rechtspopulismus aus, im Rahmen dessen 1 Habilitations- und 5 Promotionsstipendien vergeben werden.

Alle Informationen: Ausschreibung Graduiertenkolleg.

1.03. (Deadline): Promotionsstipendien im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe »Rechtsextreme Gewaltdelinquenz und Praxis der Strafverfolgung: Taten, TäterInnen und Reaktionen« an der Ruhr-Universität Bochum

Im Rahmen der von der Hans-Böckler-Stiftung und der Ruhr-Universität Bochum eingerichteten Nachwuchsforschungsgruppe sind ab dem 01.10.2018 drei Promotionsstipendien zu vergeben.

Seit dem Frühjahr 2015 ist in Deutschland ein signifikanter Wandel und eine Zunahme rechtsextrem motivierter Gewaltdelinquenz zu beobachten. Diese Veränderungen finden im Kontext eines gesellschaftlichen Rechtsrucks statt, der sich auch im Erstarken rechtspopulistischer Parteien und neurechter Gruppen widerspiegelt. Die Nachwuchsforschungsgruppe soll in einer kriminologischen Perspektive zum einen der Frage nachgehen, wie und warum sich der genannte Deliktsbereich bezüglich Taten und TäterInnen wandelt. Zum anderen soll empirisch untersucht werden, wie die Praxis der Strafverfolgungsbehörden im Deliktsbereich rechtsextrem motivierter Gewaltdelinquenz ausgestaltet ist. Mögliche Themenschwerpunkt sind:

  • Wandel registrierter Gewalttaten (Entwicklung seit den 1980er Jahren, gesellschaftlicher Kontext, kriminalstatistische Erfassung, alternative Datensammlungen);
  • Entstehung neuer Gruppen von TäterInnen, Ausbildung terroristischer Strukturen;
  • Praxis und Reaktionen der Strafverfolgungsbehörden (Polizei, Justiz).

Promovierende erhalten derzeit einer Förderung in Höhe von 1.450 € (umfasst 1.350 € Grundstipendium, 100 € Forschungskostenpauschale). Zusätzlich können bis zu 100 € Krankenkassenzuschuss und ggf. Familienzulagen gezahlt werden. Die Laufzeit der Stipendien beträgt max. drei Jahre. Für die gesamte Zeit der Promotion wird eine regelmäßige Präsenz in Bochum erwartet.

Über die Stipendien wird nach den Richtlinien des BMBF und den Auswahl- Förderungskriterien der Hans-Böckler-Stiftung entschieden. Bewerberinnen und Bewerber müssen einen überdurchschnittlichen Studienabschluss (Rechts- oder Sozialwissenschaften) sowie ein gewerkschaftliches oder gesellschaftspolitisches Engagement nachweisen. Die Bewerbungsunterlagen finden Sie unter: http://www.boeckler.de/92.htm. Ein Gutachten muss zunächst nicht eingereicht werden.

Die Bewerbungsunterlagen sind zusammen mit einem Exposé (max. 10 Seiten), in dem das geplante Vorhaben skizziert und in das Forschungsprogramm der NFG eingeordnet wird, bis zum 01.03.2018 zu senden an:
Prof. Dr. Tobias Singelnstein
Lehrstuhl für Kriminologie
Ruhr-Universität Bochum, Juristische Fakultät
Universitätsstraße 150
44801 Bochum

Das Konzept der NFG kann im Internet unter folgender Adresse eingesehen werden.

Stellenausschreibung für eine_n Projektkoordinator_in des Netzwerkes Tolerantes Sachsen | Wurzen

Das Netzwerk Tolerantes Sachsen sucht zum 01.03.2018 eine_n Mitarbeiter_in für das Koordinierungsteam des Netzwerkes (20 Wochenstunden / TVöD Entgeltstufe 10/2). Die Stelle ist vorerst bis 31.12.2019 befristet und bedarf noch einer Bewilligung seitens des Fördergeldgebers (eine Weiterbeschäftigung ist vorgesehen, muss jedoch erst bewilligt werden).

Tolerantes Sachsen ist ein Netzwerk von ca. 100 zivilgesellschaftlichen Initiativen, welches Unterstützung bei der Entwicklung von Strategien gegen Rechtsextremismus und Rassismus auf landesweiter Ebene einschließlich der Begleitung und Zusammenarbeit mit regionalen Akteur_innen und lokalen Bündnissen leistet. Die Mitglieder im Netzwerk orientieren sich an den unveräußerlichen Menschenrechten, die von der Freiheit, Gleichwertigkeit und Würde des Einzelnen ausgehen. Rassismus, Antisemitismus und Rechtsextremismus widersprechen diesem Menschenbild. Das Netzwerk tritt dem gewaltfrei und kreativ entgegen.

Der Arbeitsort ist Wurzen. Die Mitarbeit im Koordinierungsteam ist auch mit Reisetätigkeiten innerhalb von Sachsen verbunden.

Mehr Infos hier.

Dachverband sächsischer Migrantenorganisationen e.V. sucht engagierte und qualifizierte Mitarbeiter*innen für ein Projekt zur politischen Bildung

Für das Projekt

PerMigra. Verbesserung der Partizipation durch die Entwicklung neuer bedarfsorientierter Methoden der politischen Bildung aus der Perspektive von MigrantInnen.

suchen wir zur strukturieren Koordination des Projektes

ein*e erfahrene Projektmitarbeiter*in in Teilzeit
(20 Stunden/Woche).

Vorbehaltlich der Förderung wird die Stelle ab sofort besetzt und ist vorerst projektgebunden bis zum 31.09.2019 befristet. Eine weitere Mitarbeit beim Dachverband sächsischer Migrantenorganistionen e.V. in Folgeprojekten ist vorgesehen und erwünscht.

Mehr Infos hier.

Wir möchten darauf hinweisen, dass alle Einträge in den Rubriken (außer "EnWi") auf Fremdinformationen basieren. Die Redaktion übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit, Vollständigkeit oder Qualität dieser Informationen. Wir sind stets bemüht, ein möglichst vielseitiges Angebot an Informationen zu bieten. Der Newsletter kann jederzeit über die Homepage von EnWi e.V. abgemeldet werden (über die Startseite, rechte Spalte: Box "EnWi Newsletter").