EnWi mit neuem Flyer und Look

[Fortsetzung des Editorials]

Vielmehr versuchen wir ein Scharnier zu sein, an dem akademische Theorie und emanzipatorische Praxis ineinandergreifen. Wir gehen davon aus, dass Theorieverständnis und -entwicklung Formen von Praxis darstellen, die aus den sozialen Verhältnissen heraus entstehen und zugleich auf sie zurückwirken. Deswegen greifen wir die Forderung Pierre Bourdieus nach »Engagierter Wissenschaft« auf und sehen, in den Worten Max Horkheimers, »Theorie als Moment einer auf neue gesellschaftliche Formen abzielenden Praxis«.

Was machen wir?

Der Verein setzt sich aus verschiedenen Arbeitsgruppen zusammen, die sich speziellen Schwerpunkten widmen. Neben wechselnden projektbezogenen Arbeitsgruppen gab und gibt es auch kontinuierliche Arbeitszusammenhänge. Einige Beispiele: Als die Diskussion um eine » neue Unterschicht « aufkam, kritisierte die AG Schwer­ prekär sozialwissenschaftliche Bilder von prekären Lebensumständen und von Ausgrenzung, die letztlich als Grundlage von politischen Entscheidungen Prekarität reproduzierten.
Das Forum für kritische Rechtsextremismusforschung (FKR) setzt sich bereits seit über zehn Jahren kritisch mit der Wirkmächtigkeit der Extremismustheorie sowie den verschiedenen Ausformungen rechten Denkens auseinander. Das FKR erarbeitete auch eine bundesweite Wanderausstellung zum Verfassungsschutz und seinen Verstrickungen in den NSU-Komplex.
Die AG Leipzig Postkolonial wiederum erkennt im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Schweigen über die Wurzeln von Rassismus in der Zeit des Kolonialismus eine wesentliche diskursive Leerstelle, die es schwerer macht, Phänomene wie Pegida und Rassismen der Gegenwart zu verstehen und zu bekämpfen. Eines ihrer Projekte war die Ausarbeitung eines kritisch-historischen Stadtplans zur Kolonialgeschichte und dem Fortbestand kolonialer Spuren in der Stadt Leipzig.
Die AG ­­chronik.­LE dokumentiert seit 2008 rassistische und andere diskriminierende Vorfälle in Leipzig und Umgebung, und veröffentlicht die Broschüre » Leipziger Zustände «.

EnWi und seine AGs treten mit Vortragsreihen, Publikationen, Workshops, Ausstel­lungen und künstlerischen Ausdrucksformen in Erscheinung. Wir möchten Vorstellungen von Wissenschaft als Elfenbeinturm hinter uns lassen, um mit möglichst niedrigschwelligen und barrierefreien Angeboten in gesellschaftliche Diskurse einzugreifen. Zudem sind wir um Mehrsprachigkeit bemüht, um den Anforderungen einer migrantisch und transkulturell geprägten Gesellschaft gerecht zu werden.

MITMACHEN !

Als eine offene, kollektive Struktur lebt Engagierte Wissenschaft e. V. von Einmischung, Engagement und euren Ideen zu neuen oder bereits bestehenden Themenfeldern. Wir freuen uns stets über neue Mitstreiter*innen, Projektideen, Kooperationen – im Verein, in den AGs oder auch mit einer neuen Projektgruppe. Darüber hinaus arbeiten wir gerne mit anderen Initiativen und Gruppen zusammen, die unsere Ziele teilen.
Sprecht uns an! Werdet aktiv! Informiert euch auf unserer Webseite, wie ihr persönlich oder mit eurer bestehenden Initiative bei uns andocken könnt.
BILDET EUCH, BILDET ANDERE, BILDET BANDEN.

SPENDEN WILLKOMMEN !

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