Editorial Teil 2: Mahnwache von Leipzig Postkolonial

Fortsetzung des Editorials
Auf einen historischen Fall von Rassismus und Völkermord, der seine Folgen bis in die Gegenwart nachsichzieht thematisiert die EnWi AG Leipzig Postkolonial. Sie hielt am 29.08.2018 eine Mahnwache im Gedenken an die Opfer des Genozids während der Kolonialzeit in Namibia ab. Anlass war die Rückgabe von während der Kolonialzeit geraubte Gebeine von Herero und Nama sowie der erbeuteten Bibel des legendären Nama-Widerstandsführers Hendrik Witbooi an eine 45-köpfige Regierungsdelegation aus Namibia, die am selben Tag in Berlin stattfand. Das bundesweite NGO-Bündnis "Völkermord verjährt nicht!" begrüßt die überfällige Rückführung der für rassistische Forschungen missbrauchten menschlichen Überreste und des im kolonialen Unrechtskontext angeeigneten Kulturobjekts von nationaler Bedeutung. Die Nichtregierungsorganisationen protestieren jedoch gegen den nichtöffentlich-religiösen Charakter der Rückgabeveranstaltung und dagegen, dass die in New York auf Teilhabe an den namibisch-deutschen Wiedergutmachungsverhandlungen klagenden Vertreter*innen der Herero- und Nama-Opferverbände nicht eingeladen wurden. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Facebook-Seite der AG.

Engagierte Grüße,
Micha